Südafrika ist eines der abwechslungsreichsten und vielfältigsten Länder der Welt. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Es erstreckt sich über eine Fläche von 1.220.000 km² und ist etwa so groß wie Frankreich, Spanien und Österreich zusammen. Alleine der Kruger National Park hat fast 20.000 km² und ist somit der größte Nationalpark in Südafrika. Die Fläche entspricht etwa einem viertel der gesamten Fläche Österreichs.

Reiseplanung

Vor Beginn deiner Reise solltest du dir die Frage stellen was du alles sehen möchtest. Sofern du nicht unbegrenzt Zeit hast, wird es nicht möglich sein alles zu sehen, daher solltest du dir Prioritäten setzen.

Die beliebtesten Spots sind Kapstadt, Stellenbosch, die Garden Route, Johannesburg, Drakensberge und der Kruger National Park.

Wenn du eine Woche Zeit hast, dann empfehle ich Kapstadt + Stellenbosch.

Bei zwei Wochen geht sich zusätzlich die Garden Route gut aus. Wenn du ein Naturmensch bist und gerne wandern gehst, dann bietet der Tsitsikamma Nationalpark viele schöne (teilweise auch mehrtägige) Wanderungen.

Sofern du etwas mehr Zeit hast (beispielsweise drei Wochen), empfiehlt es sich zusätzlich auch den Norden der Westküste zu erkunden, nach Johannesburg zu fahren, die Drakensberge zu sehen oder den Kruger National Park zu besuchen.

Wir waren insgesamt (mit An- und Abreise) etwa drei Wochen in Südafrika und dennoch kam es uns relativ kurz vor. Für Kapstadt sollte man etwa 3-5 Tage einplanen, für Stellenbosch mindestens 2-3 Tage. Die Garden Route kann man in ca. 5-7 Tagen schaffen. Johannesburg und die Drakensberge haben wir leider ganz ausgelassen, da wir keine Zeit hatten, dafür waren wir einige Tage in der Gegend vom Kruger National Park.

Unsere Route war folgende:

Kapstadt: 3 Nächte
Stellenbosch: 2 Nächte
Garden Route (inkl. Addo Elephant Park): 7 Nächte
Sabi Sands Game Reserve und andere Safaris beim Kruger National Park: 5 Nächte
Kapstadt: 1 Nacht

Highlights

Dieser Punkt ist richtig schwierig, denn die ganze Reise war ein Highlight. Ich könnte an jedem Spot etwas tolles nennen. Alleine das Autofahren auf der Garden Route ist sehr schön, denn die Landschaft ist so abwechslungsreich, dass es nicht langweilig wird. Daher ist es auch nicht so einfach sich auf gewisse Highlights festzulegen. Details dazu könnt ihr im jeweiligen Reisebericht lesen, da ich versucht habe diesen Bericht eher kurz zu halten.

In Kapstadt haben mir Camps Bay, Lion’s Head, Chapman’s Peak, Boulder Beach sowie der Muizenberg am besten gefallen.

Mein Favorit ist die Gegend um Stellenbosch herum. Dort gibt es alles was das Herz begehrt: Tolle Weingüter inmitten einer wunderschönen Landschaft, exzellentes Essen, Naturreservate wo man Mountainbiken kann und vieles mehr.

Auch die Garden Route hat sehr schöne Ecken zu bieten, die wirklich sehenswert sind. Die Landschaft auf der Garden Route lässt sich mit keiner anderen in Südafrika vergleichen. Am besten haben uns folgende Spots auf der Garden Route gefallen: Die kleine Stadt Prince Albert, der Robberg Nature Reserve und die Strände im Süden um Mossel Bay herum.

Die Gegend um den Kruger National Park (bzw. Sabi Sands Game Reserve) ist komplett unterschiedlich und wesentlich grüner als der eher trockene Süden. Die Safari selbst ist natürlich eine ganz besondere Erfahrung und demnach auch ein Highlight für sich.

Kosten

Was kostet denn eine Reise nach Südafrika? Das hängt natürlich sehr stark von den einzelnen Wünschen ab. Grundsätzlich muss ein Urlaub nach Südafrika nicht teuer sein, sofern man keinen reinen Luxus-Urlaub möchte. In Sachen Unterkünfte und Safari könnte man daher noch einiges sparen, wenn man möchte.

Hier eine Aufstellung der Kosten pro Person für pro Person für drei Wochen:

Flug Wien-Kapstadt: € 572,-
Inlandsflüge (Port Elizabeth-Nelspruit-Kapstadt): € 396,-
Hotels (15 Nächte mit Frühstück): € 997,-
Safari All Inclusive (3 Nächte): € 851,-
Mietauto inkl. Zusatzversicherung (19 Tage): € 225,-
Sprit (ca. 3000 km gefahren): € 134,-
Essen (hauptsächlich Abendessen für 19 Tage): € 438,-
Gebühren für Nationalparks: € 119,-
Touren/Adventures/Weinverkostungen: € 81,-
Simkarte: € 23,-
SUMME: € 3.835,-

Essen und Trinken

In den einzelnen Beiträgen empfehle ich auch gerne ein paar Restaurants, welche uns besonders gut gefallen haben. Da ich diesen Beitrag allgemein und kurz halten möchte, werde ich nicht näher auf einzelne Restaurants und Wineries eingehen.

Es ist üblich für das Service in Restaurants und Hotels etwa 10% Trinkgeld auf die Gesamtrechnung zu geben.

Das Gericht, das man definitiv auf jeder südafrikanischen Speisekarte finden wird, ist Steak. Dieses gibt es in allen Variationen: Beef Steak, Fisch Filet Steak, Strauß Steak, Game Steak. Bei den Game Steaks sind Wildebeest (Gnus), Kudu (Strepsiceros Antilope) und Springbok (Springbock Antilope) die gängigsten Steaks. Steak scheint daher DAS Nationalgericht zu sein. Wer gerne experimentiert, sollte unbedingt ein Game Steak probieren. Es schmeckt anders als Beef Steak, sollte allerdings Medium Rare oder Medium gegessen werden, da es sonst zu trocken ist.

In Oudshoorn sollte man unbedingt auch Straußenfilet probieren, da dieser Ort sehr bekannt für seine vielen Straußenfarmen ist. Wer allerdings glaubt, dass Strauße wie Hühnchen schmecken, der irrt. Tatsächlich handelt sich um rotes Fleisch, das geschmacklich an das klassiche Rindersteak erinnert.

Wer eine Abwechslung zu Steak sucht, kann ein beliebtes südafrikanisches Gericht probieren: Bobotie. Es besteht aus scharf gewürztem Hackfleisch, das mit kein-geschnittenem Gemüse gemischt wird. Danach kommt es in eine Auflaufform und wird im Ofen gebacken, bis eine knusprige Krust entsteht, ähnlich einer Lasagne. Serviert wird das Gericht mit Safranreis, Bananen-Mayonnaise und Chutney.

Der beliebteste südafrikanische Snack ist Biltong. Dabei handelt es sich um luftgetrocknetes Fleisch aus Rind oder Wild. Obwohl Rindfleisch am häufigsten für die Herstellung verwendet wird, ist es auch üblich das Fleisch von Strauß, Springbock, Kudu und anderen Wildtieren zu nutzen. Zu kaufen gibt es Biltong so gut wie überall, sogar an Tankstellen. Das beste Fleisch bekommt man vermutlich in den Fleischereien. Sehr zu empfehlen ist hier „The Butcher Man“ an der Wasserfront in Kapstadt.

Südafrikaner sind übrigens verrückt nach Ingwer Shots. Vor allem in Kapstadt sind diese sind auf vielen Speisekarten zu finden. Ebenfalls sehr interessant: Der Red Espresso bzw. Red Cappuccino. Diese werden aus Rooibos hergestellt und enthalten kein Koffein. Somit sind sie eine gute Alternative zum klassischen Kaffee. Uns hat’s sehr gut geschmeckt.

Auch als Weinliebhaber kommt man in Südafrika definitiv auf seine Kosten. Aufgrund idealer Bedingungen für den Weinanbau, zählen südafrikanische Weine zu den besten weltweit. Über 100 Weingüter in Stellenbosch und Franschhoek laden zu Weinverkostungen ein, für die man umgerecht ca. 4-5 Euro zahlt. Kombinieren kann man den Wein oft mit der passenden Schokolade oder frischem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, wie hier im „Babylonstoren“ in Franschhoek:

Was du vor deiner Reise wissen solltest

Besorge dir bei Ankunft eine lokale SIM-Karte am Flughafen

Eine lokale SIM-Karte kostet (je nach Datenvolumen) zwischen 25€-40€ und erleichtert die Reise unglaublich. Du hast fast überall Internetempfang, kannst bei einer Autopanne sofort den Vertreiber anrufen und hast keine Probleme bei der Nutzung von Google Maps. Das ist eines der Dinge, die ich immer sofort am Flughafen erledige, weil es vom ersten Tag an die Reise unkomplizierter macht. Ich hatte eine SIM-Karte von MTN und war sehr zufrieden damit.

Südafrika ist ein low-budget Feinschmecker Paradies

Wer auf Sparschiene unterwegs ist, der kann durchaus nach Südafrika reisen. Es ist grundsätzlich kein teures Reiseziel. Vor allem das Essen und Trinken in Restaurants ist für europäische Verhältnisse sehr günstig. Ein Steak (300g) kostet in einem sehr guten Restaurant etwa €10, ein Glas Wein kommt auf etwa €4. Die Steaks haben so gut wie überall hochwertige Qualität und sind geschmacklich ausgezeichnet.

Hotels variieren natürlich. Nach oben hin gibt es keine Grenzen, es gibt allerdings eine große Auswahl an Unterkünften in allen Preisklassen. Da der Urlaub in Südafrika unsere Flitterwochen waren, haben wir uns bewusst dazu entschieden eher schickere Hotels zu wählen.

Man kann nahezu überall mit Kreditkarte (Visa/Mastercard) zahlen

In Südafrika kannst du fast überall, sogar in jedem Nationalpark, mit Kreditkarte bezahlen. Das ist unglaublich praktisch, da man sich nicht mühsam mit Bargeld herumschlagen muss. Über die Kreditkarte bekommt man üblicher Weise den best möglichen Wechselkurs, daher haben wir fast bargeldlos bezahlt.

Inlandsflüge sind nicht günstig

Ein großer Nachteil in Afrika sind die teuren Flugverbindungen. Es gibt leider keine low-budget Fluglinien. Für einen Inlandsflug zahlt man schon mal € 200, was für die kurzen Flugstrecken nicht wenig ist. Wir haben alleine für zwei Inlandsflüge fast € 400 gezahlt.

In Südafrika brauchst du ein Mietauto

Ja, Südafrika ist ein großes Land und lässt sich am besten mit einem Mietauto erkunden. Sofern du nur in Großstädten unterwegs bist, kannst du bequem auf Uber ausweichen, denn dieses wird auch dort gerne genutzt. Sobald du die Städte jedoch verlässt, wird es ohne Auto schwierig, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, die auch weite Strecken fahren.

Das einzige „Problem“ dabei? Es herrscht Linksverkehr. Aber auch das hört sich schlimmer an als es tatsächlich ist, denn man gewöhnt sich schnell an das Fahren auf der linken Straßenseite. (Vorsicht bei Kreisverkehren!)

Wir hatten die ganze Zeit über ein Mietauto, das wir direkt bei der Ankunft am Flughafen übernommen haben. Ich kann dies nur empfehlen. Es ist definitiv die unkomplizierteste Möglichkeit von einem Ort zum anderen zu gelangen. Es muss kein SUV sein, wir hatten einen VW Polo und waren absolut zufrieden damit. Die Koffer hatten gerade noch Platz im Kofferraum. Das ganze haben wir über www.checkfelix.com gebucht und für 19 Tage insgesamt ca. € 450,- Mietgebühren gezahlt. Für Südafrika empfehle ich unbedingt eine Zusatzversicherung zur Reduktion des Selbstbehalts, die etwaige Schäden am Auto deckt. Wir haben die Zusatzversicherung bereits bei der Buchung zuhause abgeschlossen. Ich empfehle es, da man bei den Vertreibern direkt oft das doppelte bezahlt. Unsere Vertreiber waren Budget-Avis und Hertz. Hertz kann ich leider nicht weiterempfehlen, da sie uns eine Summe von über € 1.200,- auf der Kreditkarte blockieren wollten für die Mietdauer von 24 Stunden. Mit Budget-Avis hatten wir hingegen keine Probleme.

Vermeide es in der Dunkelheit Auto zu fahren

Das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass Südafrika gefährlich ist, sondern damit, dass die Straßen nicht überall gut sind. Oft haben die Straßen Schlaglöcher oder sind gar nicht erst asphaltiert. Zudem kreuzen verschiedene Tiere oft die Straßen. Längere Strecken sollten daher in der Dunkelheit vermieden werden.

Lasse dein Wertgegenstände nicht herumliegen

In Österreich und Deutschland ist es sehr gängig sein Handy, seine Geldbörse oder Sonnenbrille auf den Tisch zu legen und den Platz somit zu besetzen. Dies solltest du in Südafrika vermeiden, denn es kann im Handumdrehen weg sein.

Südafrika ist generell nicht ungefährlich und daher ist immer Vorsicht geboten. Wenn du so wenig Aufmerksamkeit wie möglich erregen möchtest, solltest du deine Wertgegenstände am besten nicht mitnehmen. Wir haben sogar unsere Eheringe zuhause gelassen (nachdem ich meinen Ehering und Verlobungsring im vorherigen Urlaub verloren hatte und nachbestellen musste, wollte ich diese Erfahrung nicht nochmals wiederholen).

Safaris sind SEHR teuer

So traurig es auch ist dies zu schreiben, aber es ist leider die Wahrheit. Wer eine Safari machen möchte, muss bereit sein dafür tief in die Tasche zu greifen. Denn selbst für eine dreitägige Safari mit Übernachtungen im Zelt muss man mit einigen Hundert Euro (€ 500 aufwärts) pro Person rechnen. Der klassische und angenehmste Weg um wilde Tiere zu beobachten, sind sogenannte Game Drives in einem offenen Jeep. In bestimmten Parks gibt es noch dazu die Möglichkeit mit dem eigenen Auto auf Pirschfahrt zu gehen (zB im Addo Elephant Park). So kann man zwar Geld sparen, jedoch wird man vermutlich weniger Tiere sehen und auch nichts über sie erfahren. Ganz Mutige können an einem Bush Walk teilnehmen und ohne fahrbaren Untersatz durch den Nationalpark schlendern. Dies erfolgt ausschließlich mit einem bewaffneten Ranger, der sich im Gelände gut auskennt!

Ohne Safari wäre unser Urlaub um einiges günstiger gewesen, aber was wäre ein Südafrika-Urlaub ohne Safari?

Zusammenfassung und Bewertung

Wie bereits weiter oben erwähnt hat Südafrika sehr viel zu bieten, ist abwechslungsreich und vielseitig. Für Naturfreunde ist wirklich alles dabei: Berge, Wanderungen und tolle Landschaften.

Das Land hat auch sehr schöne Strände zu bieten, das Wasser ist allerdings nirgendwo wirklich warm. Wer gerne surfen geht, ist dort auf jeden Fall richtig. Meiner Meinung nach ist Südafrika trotzdem keine klassische Destination für einen Strandurlaub, daher gibt es in Punkto Strände auch Punkteabzüge.

Es gibt eine grenzenlose Auswahl an Unterkünften in jeder Preisklasse, man muss es allerdings sehr zeitig buchen, da gute Unterkünfte schnell ausgebucht sind.

In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist Südafrika wesentlich besser als beispielsweise Tansania oder Kenia. Den Punkteabzug gibt es allerdings aufgrund der hochpreisigen Safaris.

Kommunikationsbarrieren gibt es keine, da wirklich jeder englisch spricht.

Die Sicherheit ist generell ein schwieriges Thema. Uns ist auf der gesamten Reise nichts unangenehmes passiert, dennoch gibt es Regionen, die sehr gefährlich sein können. Ich persönlich schätze Südafrika nicht gefährlicher ein als andere afrikanische Länder. Es kann allerdings überall etwas passieren, weshalb man immer vorsichtig sein sollte.

Was die Infrastruktur angeht, so ist diese im Allgemeinen gegeben, jedoch sind nicht alle Straßen asphaltiert und oft auch nicht in gutem Zustand. Daher gibt es hierfür Punkteabzüge.

Hier zusammengefasst die Bewertung der einzelnen Punkte.

Auswahl an Unterkünften

Landschaft

Strände

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Sicherheit (Allgemein)

Infrastruktur (Straßen etc.)

Aktivitäten

Kulinarik (Essen, Weinverkostungen)