Eines der Dinge, die ich an Südafrika liebe ist die unbegrenzte Vielfalt an Möglichkeiten. Wer sich keine Safari mit Game-Drives leisten kann (oder will), kann in bestimmten Parks auch mit dem eigenen Auto auf Pirschfahrt gehen. Da der Addo Elephant Park auf der Garden Route liegt und somit genau auf unserer Reiseroute in Südafrika ist, wollen wir uns ein paar Tage Zeit für eine Selbstfahrer Safari nehmen. Welche Vorteile eine Selbstfahrer Safari hat und worauf ihr achten müsst, erfährt ihr in diesem Beitrag.

Die Vorteile dieser Art von Safari liegen auf der Hand: Wer gerne auf eigene Fast, individuell und flexibel reist, trifft mit einer Selbstfahrer Safari mitten ins Schwarze. Du kannst dir für die Tierbeobachtungen so viel Zeit nehmen wie du möchtest und bestimmst das Tempo selbst. Darüber hinaus ist diese Art wilde Tiere zu beobachten deutlich günstiger als die Game-Drive Safaris. Falls du an einer Game-Drive Safari interessiert bist, kannst du Details dazu in meinem Blogbeitrag über die Safari im Sabi Sands Game Reserve lesen.

Der Addo Elephant Park befindet südlich am westlichen Kap in der Nähe von Port Elizabeth und erstreckt sich über eine Fläche von 1.640 km². Er ist Südafrikas drittgrößter Park. Einer der Vorteile des Parks ist die Lage im malariafreien Gebiet – der Kruger Nationalpark hingegen liegt im Malariagebiet. Wie der Name schon verrät, eignet sich der Park hauptsächlich zur Sichtung von Elefanten. Addo zählt allerdings zu den Big 5 Parks in Südafrika – es können also mit etwas Glück auch Löwen, Leoparden, Nashörner und afrikanische Büffel erspät werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Antilopen, Warzenschweine, Zebras, Hyänen und sogar Flusspferde. Wir haben vor allem Elefanten und Zebras gesehen.

Der Eintritt für Touristen bzw. Nicht-Südafrikaner beträgt R 328,00 (ca. € 25) für Erwachsene und R 164,00 (ca. € 10) für Kinder pro Tag. Der Addo Nationalpark ist für Besitzer einer Südafrika Nationalpark Wildcard sogar kostenlos. Details dazu findest du auf www.sanparks.org. Im Gegensatz zum Kruger Nationalpark ist es nicht notwendig im Park selbst zu wohnen, es reicht wenn man früh genug mit der Safari anfängt.

Bereits auf der Hinfahrt zum Nationalpark begegnen uns ein paar Warzenschweine, die leider verschwinden bevor ich meine Kamera bereit habe.

Ausgestattet mit dem Kamera Equipment, einem Fernglas, ausreichend Essen und Trinken machen wir uns bereits zu Sonnenaufgang auf den Weg zum „Main entrance gate„. Hier gibt es auch die letzte Möglichkeit zu tanken bevor es losgeht. Ein weiterer Eingang, das sogenannte „Matyholweni gate„, befindet sich im Süden des Parks in der Nähe der Stadt Colchester.

An der Rezeption hängt eine Karte mit den bisherigen heutigen Sichtungen als Anhaltspunkt. Ab 07:00 Uhr sind die Tore für Pirschfahrten geöffnet und schließen je nach Saison um spätestens 19:00 Uhr. Wer den Park zu spät verlässt, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Achte also immer auf die Uhrzeit und plane für den Heimweg etwas mehr Zeit ein.

Wir bekommen noch eine Landkarte, wo alle Straßen des Parks eingezeichnet sind. Der Großteil des Parks besteht aus asphaltierten Straßen bzw. Schotterstraßen. Diese Straßen dürfen (auch bei Tiersichtungen) nicht verlassen werden.

Bevor es losgeht ist es wichtig ein paar grundlegende Dinge zu beachten um das Erlebnis auch unvergesslich zu machen.

Steige niemals aus dem Auto aus. NIEMALS. Egal wie dringend du auf die Toilette musst, aus dem Auto auszusteigen ist ein absolutes No-Go. Du befindest dich in der Wildnis und bist somit auch potentielle Beute für Raubtiere. Es gibt spezielle Picknick-Gebiete mit WC-Anlagen, wo das Aussteigen erlaubt ist – und auch hier ist absolute Vorsicht geboten. Wilde Tiere werden vor allem durch Essen angezogen. Als ich aussteige um das WC aufzusuchen ist ein Warzenschwein auf der Wiese. Wenn aber das Warzenschwein durch die Absperrung kommt, können dann nicht auch andere Tiere durch?

Nimm dir Zeit. Da es keinen Tracker gibt, der durch sein geschultes Auge Tiere aus weiter Entfernung sichten kann, musst du dir Zeit nehmen und Geduld haben. Am besten du fährst sehr langsam. Sobald du ein Tier entdeckst, schalte auch den Motor deines Autos ab. Gute Chancen auf Sichtungen hat man üblicherweise bei Wasserquellen oder Flüssen – besonders an heißen Tagen.

Beachte die Verkehrsvorschriften und Öffnungszeiten im Nationalpark. Wie bereits weiter oben erwähnt, ist es sinnvoll sich mit den Öffnungszeiten des jeweiligen Parks vertraut zu machen und diese auch zu beachten. In den meisten Nationalparks liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei max. 40 km/h. Plane also genug Zeit für die Heimfahrt ein, denn besonders zu Sonnenuntergang sind die Tiere sehr aktiv.

Halte ausreichend Abstand zu den Tieren. Eine Safari ist kein Zoobesuch und sollte auch nicht mit einem verwechselt werden. Raubtiere können besonders aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen. Es gibt zahlreiche Vorfälle, wo Elefanten Autos umgeworfen haben. Während unseres Game Drives im Sabi Sands National Park haben wir miterlebt wie ein aggressiver Elefant einen riesigen Baum nahezu umgestoßen hat. Bedrohe die Tiere also nicht, auch nicht für das „perfekte Foto“. Ich habe sogar etwas Glück, dass das kleine Zebra besonders nett in meine Kamera lächelt.

Eines der Dinge, die man auf Safari auf keinen Fall machen darf, ist es die Tiere zu füttern. Ich habe auf Reisen immer wieder Menschen gesehen, die „die süßen Affen“ gefüttert haben. Das war zwar nicht auf Safari, aber trotzdem in der Wildnis. Paviane haben SEHR scharfe Zähne und zögern nicht diese auch zu benutzen. Sie können extrem aggressiv sein und zu einer echten Bedrohung werden, wenn sie Essen sehen. Es gibt, besonders in Südafrika, immer wieder Vorfälle wo Touristen von Pavianen gebissen werden. Solltest du dich von Affen bedroht fühlen, ist es ratsam die Fenster und Autotüren zu verschließen, da Paviane oft Türen selbstständig öffnen können.

Fazit

Zusammenfassend kann ich eine Selbstfahrer Safari absolut empfehlen. Natürlich erfährt man weniger über die Tiere als bei einem Game Drive, allerdings ist sehr spannend selbst auf Pirschfahrt zu gehen um Wildlife zu spotten.

Hast du ähnliche Erfahrungen auf Safari gemacht? Was hat dir besonders gut gefallen? Ich freue mich über deinen Kommentar!