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Osaka: Top Sehenswürdigkeiten der wilden Metropole Japans

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Osaka ist verrückt und bunt: Sie gilt als „wilde“ Stadt unter den japanischen Metropolen. Shopping Arcaden, Spielhallen und Karaoke Tempel findet man an jeder Ecke, sowie eine unglaubliche Auswahl an Street Food und natürlich die schrillsten Neonreklamen. Hier kann man rund um die Uhr etwas erleben, denn die Stadt schläft nie. In der Millionenstadt gibt es Kuriositäten wie eine Autobahn, die mitten durch ein Hochhaus führt oder ein Riesenrad auf dem Dach eines Shopping Centers! Sowas skurriles findet man tatsächlich nirgendwo sonst auf der Welt. Bekannte Tempel und Schreine gibt es hier (im Gegenzug zu Kyoto) nur wenige; Osaka ist nicht die Destination um kulturelle Heiligtümer zu besichtigen. Die Großstadt ist so ziemlich das Gegenteil von Kyoto. Welche Sehenswürdigkeiten uns am meisten begeistern und was du alles in Osaka erleben kannst, erfährst du hier. Also dann, Vorhang auf für diese dynamische und pulsierende Stadt!

Aufenthalt: 2 Nächte
Unterkunft: HOTEL FELICE Shinsaibashi by RELIEF

Falls du gerne mehr über unsere gesamte Reiseroute lesen möchtest, findest du die Rundreise & Highlights durch Japan im Link.

Oft wird Osaka gar nicht erst als Stopp empfohlen. Viele sind der Meinung, die Stadt sei keinen Besuch wert. Wir hingehen sehen das völlig anders und fühlen uns auf Anhieb wohl. Zwei Nächte verbringen wir hier und empfinden den Zeitraum als ideal um diese Stadt zu erkunden.

Wie eingangs erwähnt, wird Osaka oft als „wilde“ Stadt bezeichnet. Hier sieht man wesentlich weniger „Anzugträger“ als beispielsweise in Tokio. Außerdem scheinen die Einwohner nicht ganz so „steif“ zu sein wie in anderen Regionen Japans. Es kann schon mal vorkommen, dass Leute bei Rot über die Straßen gehen, was wir sonst in Japan nicht beobachtet haben.

Das Erfreuliche in Osaka sind übrigens auch die kurzen Distanzen zu vielen Sehenswürdigkeiten, sodass man vieles zu Fuß erreichen kann. Ansonsten gibt es auch ein gut ausgebautes U-Bahn Streckennetz, dessen Züge man als Besitzer eines JR-Passes kostenlos nutzen kann.

1. Street Food Meile & Neonreklamen in Dotonbori

An der U-Bahn Station Namba, im Stadtteil Minami, ist eines der touristischen Zentren der Stadt: Die berühmte Dotonbori Street, parallel zum gleichnamigen Fluss. Diese Straße ist bekannt für seine vielfältige Street Food Meile, wo man verschiedenste Delikatessen kosten kann. Wer möchte, kann bei einem der vielen Anbieter eine Street Food Tour buchen.

Riesige Krabben, aufgeblasene Kugelfische, überdimensionale Gyoza-Teigtaschen und andere verrückte Figuren hängen hier an den Fassaden der Häuser. Das Motto hierbei: Je schriller desto besser. Egal wohin man schaut ist es bunt, laut und äußerst belebt. Hier sind den ganzen Tag über haufenweise Menschen unterwegs; ruhig ist es nicht mal nachts.

In Osaka bzw. Dotonbori sollte man unbedingt Okonomiyaki und Takoyaki probieren. Okonomiyaki sind eine Art japanische Palatschinken getoppt mit Rettich, Kohl, Nudeln, Gemüse und Fleisch nach Belieben. Zusätzlich dazu werden diese mit verschiedenen Saucen garniert und auf beiden Seiten angebraten. Das Spezielle dabei ist auch die Zubereitung selbst, die meist direkt vor den Augen des Gastes oder an dessen Tisch stattfindet. Zweiteres sind kleine Teigbällchen, gefüllt mit einem Stückchen Oktopus, darüber kommt eine Sauce und getrocknete Fischflocken.

Glico Man an der Ebisu Brücke

Eine der Hauptattraktionen in diesem Viertel sind, neben dem Essen, die vielen neonfarbigen Leuchtreklamen, die von allen Seiten funkeln. Der Hotspot ist das Glico-Schild mit dem Läufer, der seit 1935 die Wand an der Ecke der Ebisu Brücke ziert. Diese Neonleuchte ist vermutlich sogar das Wahrzeichen Osakas – etliche Menschen stehen Schlange um Fotos mit dem „Glico Man“ zu machen.

Fast könnte man glauben, dass es sich hierbei um eine Sportwerbung handelt, doch der Schein trügt, denn hier wird für einen Süßwarenhersteller geworben – Glico. Bei uns in Europa sind die Produkte unter dem Namen „Mikado“ bekannt – kleine Keks-Stäbchen mit Schokolade überzogen.

Du fragst dich jetzt bestimmt was das mit einem Athleten zu tun hat? Gute Frage! Hier muss man ein wenig in die Geschichte des Unternehmens Glico zurückgehen. Ursprünglich zielte das Unternehmen darauf ab, gesunde Süßigkeiten zu produzieren. Sein erstes Produkt war ein Karamell mit Glykogen, das aus Austern gewonnen wird. Der Nährstoff dient als Energiespeicher im menschlichen Körper. Ein Karamell hatte demnach genau die Menge an Kalorien für einen 300m Sprint. Als Werbekampagne mit dem Slogan „300 Meter in einem Stück“ wählte man einen Läufer, der gerade die Ziellinie überschritten hatte. Der Markenname „Glico“ leitet sich übrigens vom Nährstoff Glykogen ab!

Seit 1935 gab es bereits sechs Generationen des Glico Man, wobei er seit 2014 in seiner jetzigen Form an der Wand hängt. Wenn du die gesamte Evolution des Glico Läufers sehen möchtest, dann gibt es auf der offiziellen Seite von Glico Informationen darüber.

Einkaufzentrum Don Quijote mit eingebautem Riesenrad

Eine weitere Attraktion befindet sich genau gegenüber der Glico Reklame auf der anderen Seite der Brücke: Das als Ebisu Tower bekannte, gelb auffällige Riesenrad, welches im Einkaufszentrum Don Quijote eingebaut ist. Nach fast zehn Jahren in denen es still stand, wurde der Betrieb 2018 wieder aufgenommen. Von oben aus, hat man eine schöne Aussicht auf die Skyline der Stadt. Tickets und Details dazu findest du auf der offiziellen Internetseite des Ebisu Tower.

Direkt vor dem Kaufhaus starten die Tombori River Cruises am Fluss. Wer möchte, kann man am Tombori River Walk entlang des Dotonbori River spazieren oder sich in eines der zahlreichen Cafés oder Bars setzen – Auswahl gibt es reichlich.

Das Kaufhaus selbst ist ein Highlight für sich und ebenso einen Besuch wert. Don Quijote, „Donki“, ist eine Diskonter-Kette mit mehreren hundert Filialen, verteilt in ganz Japan. Die Geschäfte erstrecken sich jeweils über mehrere Ebenen, wo jeder Zentimeter mit unterschiedlichstem Zeug gerammelt voll ist. Ich würde es liebevoll als Reizüberflutung bezeichnen, denn was sich hier abspielt ist völlig verrückt. Hier findet man wirklich ALLES: Angefangen von skurrilen Kit Kat Kreationen, über nicht jugendfreie Mangas, bis hin zu den wildesten Sex-Toys. Apropos adult Manga: Umgangssprachlich werden diese in Japan auch „Ecchi“ (auch „Etchi“ geschrieben) genannt. Wusstest du, dass diese etwa 10% der gesamt produzierten Anime ausmachen?

Love Hotels

In Namba sehen wir auch das erste japanische Love Hotel. Ja, genau – ein Stundenhotel! Diese gibt es überall im Land mit verschiedensten Designs: Modern, romantisch und oft auch unglaublich kitschig, mit abstrakten Themen wie beispielsweise Hello Kitty oder Superhelden. Da japanische Apartments sehr klein sind und obendrein dünne Wände haben, werden Stundenhotels gerne als Rückzugsorte genutzt. Vor allem junge Pärchen, die noch bei ihren Eltern wohnen oder auch Paare, die ungestört die Zweisamkeit genießen wollen, besuchen diese Hotels.

Sie können stundenweise oder auch für die gesamte Nacht gemietet werden und sind oft günstiger als herkömmliche Hotels. Der Preis schwankt je nach Uhrzeit und Dauer – es ist sogar möglich ein Zimmer für lediglich 30 Minuten zu mieten. Bezahlt wird üblicherweise vorab auf sehr diskrete Art und Weise. Kunde und Rezeptionist sehen sich dabei nicht direkt und werden durch ein Milchglas getrennt, das lediglich eine kleine Öffnung für die Hände hat. Der Eintritt ist nur für Personen über 18 Jahren erlaubt.

2. Vergnügungsviertel Shinsekai

Auch das Vergnügungsviertel Shinsekai ist ein Must-see in Osaka. Fun fact: Der südliche Teil des Viertels wurde nach Vorbild von New York, der nördliche Teil nach Vorbild von Paris gebaut. Das ganze Viertel erinnert stark an einen Rummelplatz. Es wurde 1912 als Vergnügungsviertel angelegt, danach jedoch sehr vernachlässigt. Heute zieht es hauptsächlich Touristen an. Da die Gegend nach dem 2. Weltkrieg auch nicht mehr weiterentwickelt wurde, zählt sie zu den ärmeren Regionen Japans. Unsicher ist es aber trotzdem nicht unbedingt, auch wenn es Hinweisschilder gibt, die vor betrunkenen Menschen warnen. Mitten in Shinsekai steht der Tsūtenkaku Tower. Seine drei Aussichtsplattformen in fast 100m Höhe, bieten einen tollen Rundblick auf Shinsekai und die Viertel in der Umgebung. Er wurde 1956 gebaut.

3. Vielfalt an Shopping und Entertainment Möglichkeiten

Wer gerne shoppt, sollte unbedingt die Shinsaibashi Shopping Passage besichtigen. Die überdachte Einkaufsmeile, welche direkt an die Ebisu Brücke grenzt, beherbergt eine Vielzahl an kleinen Geschäften, Restaurants, Cafés und Spielhöllen.

Besonders auffällig sind die vielen Spielhallen, die sich komplett von denen in Tokio und anderen Regionen Japans unterscheiden. Osaka ist ein regelrechtes Zocker-Paradies, es ist für jeden Geschmack etwas dabei: Hallen mit Musikinstrumenten, Pferderennen, Tanzböden und vieles mehr.

Das westlich geprägte Hipster-Viertel America Mura ist eine weitere gute Adresse für Shopping Fans mit tollen Szenelokalen, Vintage-Boutiqen und stylische Cafés. Die belebte Gegend gilt als Hot Spot der Jugendkultur in Osaka. Am Dach eines Gebäudes befindet sich sogar ein kleines Imitat der amerikanischen Freiheitsstatue.

4. Kulturelle Sehenswürdigkeiten & andere Highlights in Osaka

Im östlichen Teil von Osaka befindet sich inmitten des schönen Parks Nishinomaru Garden die Burg Osaka Castle. Sie ist die bedeutsamste kulturelle Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Burg kann täglich besichtig werden. Von oben aus hat man einen schönen Rundblick auf die Stadt. Zur japanischen Sakura ist das Parkgelände ein großes Highlight, denn hier sind über 4.000 Kirschbäume gepflanzt, deren Knospen blühen.

Ein weiterer guter „Hanami“ Viewing Spot, wie es auf japanisch genannt wird, ist der Kema Sakuranomiya Park. Auf der Allee am Fluss gibt es nahezu 5.000 Kirschbäume.

Das bekannteste religiöse Heiligtum ist der abstrakte shintoistische Namba Yasaka-Schrein. Der 10 Meter breite, riesige Maul eines brüllenden Löwen (obwohl ich Tiger passender finde) bildet den Eingang des Schreins. Da er während des 2. Weltkriegs vollkommen abbrannte, musste er wieder aufgebaut werden. In seiner heutigen Form existiert er seit 1974.

Eine Autobahn mitten durch ein Hochhaus

Eine weitere Merkwürdigkeit in Osaka ist das 16-stöckige Gate Tower Building. Es ist vermutlich eines der außergewöhnlichsten Gebäude der Welt, denn mitten durch das Hochhaus, zwischen den Etagen 5-7, führt eine Autobahn durch! So etwas Verrücktes habe ich noch nie zuvor gesehen.

Der hohe Turm weist eine verstärkte Schalldämmung auf und ist teilweise sogar mit 9 mm starken Schallschutzfenstern ausgestattet. Dies soll vermeiden, dass die umliegenden Büroräume vom Lärm beeinträchtigt werden.

Der Autobahnbetreiber ist alleiniger Mieter dieser Stockwerke und bezahlt dafür monatlich umgerechnet ca. EUR 15.000.

5. Aussichtspunkte über Osaka

Neben dem weiter oben erwähnten Aussichtspunkten, gibt es noch andere schöne Spots von denen aus man die Skyline der Stadt betrachten kann – z.B. vom Riesenrad am Dach eines Shopping Centers aus! Ja, richtig gelesen, denn auf dem Dach des Einkaufszentrums Hep Five im Zentrum von Osaka, befindet sich eine der coolsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Riesenrad liegt in luftiger Höhe auf 106m.

Den spektakulärsten Blick über die Metropole Osaka genießt man vom Umeda Sky Building aus. Die Aussichtsplattform befindet sich in 150m Höhe als Verbindungsstück zwischen zwei Türmen.

Das Riesenrad am Hafen beim Aquarium bietet ebenso eine tolle Aussicht über die Stadt. Wer Zeit hat, kann außerdem das angrenzende Kaiyukan Aquarium besichtigen. Es hat eines der weltweit größten Wasserbecken und bis vor kurzem gab es dort sogar einen Walhai.

6. Kosten für Osaka

Hier eine Übersicht der Kosten pro Person für zwei Nächte:

Hotel (€37,5 pro Person inkl. Tourismus Steuer): € 75,00
Öffentliche Verkehrsmittel – Osaka Subway: € 7,00
Essen: € 60,00
Karaoke (2 Stunden): € 10,00
Eintritte, Aktivitäten: € 25,00
Gesamt: € 177,00

Bargeld oder Kreditkarte?

In den Unterkünften können wir mit unserer Kreditkarte bezahlen. In Restaurants, Cafés und Shops wird hingegen Bargeld bevorzugt – oft ist sogar ausschließlich eine Barzahlung möglich. Das Abheben bei Geldautomaten klappt jedoch überall problemlos.

7. Zusammenfassung Osaka

Fazit: Osaka begeistert uns! Wir können einen Besuch in diese pulsierende Stadt wärmstens empfehlen. Auch wenn Osaka nicht unbedingt für seine Schönheit bekannt ist, hat die Stadt zahlreiche und vor allem einzigartige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Was die Unterkünfte angeht, so gibt es ausreichend Auswahl an preiswerten Hotels. Osaka ist etwas günstiger als beispielsweise Kyoto und Tokio. Das Preisniveau ist hier allgemein mit Österreich vergleichbar.

Es gibt zahlreiche Kommunikationsbarrieren, jedoch kann man sich mit den richtigen Apps gut weiterhelfen. Englisch wird kaum gesprochen – leider auch in touristischen Regionen nicht.

In Punkto Sicherheit steht Osaka anderen Regionen Japans um nichts nach.

Die Infrastruktur in Osaka ist sehr gut. Du kommst öffentlich überall mit der U-Bahn oder den JR-Zügen gut hin. Darüber hinaus sind die Distanzen zu vielen Sehenswürdigkeiten kurz, man kann daher vieles zu Fuß erreichen.

Osaka ist der kulinarische Hotspot Japans. Viele japanische Spezialitäten haben hier sogar ihren Ursprung. Besonders in Sachen Street-Food-Tasting, bist du hier genau richtig.

Landschaft

Auswahl an Unterkünften

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Sicherheit

Infrastruktur (Öffentliche Verkehrsmittel, etc.)

Aktivitäten

Kulinarik – Essen & Trinken

Warst du schon mal in Japan? Wenn ja, welche Sehenswürdigkeiten haben dich in Osaka begeistert? Ich hoffe der Artikel gibt dir einen kleinen Einblick in diese verrückte Stadt. Ich freue mich auf deinen Kommentar! Wenn du neben Osaka, unsere Reisetipps und liebsten Sehenswürdigkeiten in Kyoto lesen möchtest, dann gibt es diese im separaten Artikel Kyōto: Eintauchen in das traditionelle Japan.

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