kyoto shoren in tempel

Kyoto: Unsere Highlights & Top Sehenswürdigkeiten

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Die ehemalige Hauptstadt ist für uns eines der Highlights der Rundreise – wir sind schlichtweg begeistert. Kyoto ist der absolute Kontrast zu Tokio – traditionell und speziell. Hier gibt es mehr Tempel und Schreine als irgendwo sonst. Was ihr in Japans traditionsreichster Stadt Kyoto erleben könnt und welche Sehenswürdigkeiten zu unseren Favoriten zählen, erfährt ihr hier.

Wenn ihr mehr über unsere dreiwöchige Rundreise durch Japan lesen wollt, findet ihr hier den Artikel mit den einzelnen Stopps: Japan Guide: Rundreise und Highlights in 3 Wochen.

1. Kyoto – Eintauchen in das traditionelle Japan

Aufenthalt: 4 Nächte
Unterkunft: Sakura Terrace

Eines ist klar: Vier Nächte bzw. fünf Tage sind definitiv zu wenig, um alles zu entdecken was diese traditionsreiche Stadt zu bieten hat, man könnte hier locker eine Woche mit Sightseeing-Aktivitäten und Tempel-Hoppings füllen. Ich selbst zähle keineswegs zum klassischen Sightseeing Touristen und interessiere mich für gewöhnlich nicht für Tempel, dennoch faszinieren mich die Heiligtümer in Kyoto. Wer kein Interesse an so etwas hat, kann in Kyoto aber trotzdem vieles erleben. Wir empfehlen hier, gezielt ein paar Sehenswürdigkeiten auszusuchen, die man ansprechend findet und die restlichen auszulassen. Damit ihr von der großen Auswahl an Tempeln und anderen Aktivitäten nicht „erschlagen“ werdet, möchten wir euch unsere top Favoriten vorstellen. 

Die schönste Aussicht über Kyoto hat man vom Kyoto Tower aus, da dieser einen ausgezeichneten Rundblick über die ganze Stadt verspricht.

Transport in Kyoto

Japan ist bekannt für die ausgezeichnete Infrastruktur in seinen Städten. Besonders beliebt unter Touristen ist der Japan Rail Pass: Als Besitzer eines solchen Passes könnt ihr hier unbegrenzt kreuz und quer durchs Land die Züge der „Japan Railways“ nutzen. Leider haben nur ausgewählte Züge des JR-Passes hier Gültigkeit.

Der nächste Nachteil sind die durchaus langen Distanzen: Leider kommt man mit dem JR-Pass in Kyoto nicht zu allen Sehenswürdigkeiten nah genug heran. Oft müsst ihr längere Fußwege von mehreren Kilometern in Kauf nehmen. Es gibt allerdings ein Kombi-Ticket für die U-Bahn sowie die Buslinien, mit dem man diese Transportmittel uneingeschränkt nutzen kann. Wir legen uns dieses gleich an der Rezeption unseres Hotel zu.

Tagsüber ist man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ( JR-Pass und Kombi-Ticket) sehr gut angebunden, da Kyoto ein ausgezeichnetes Bus-Netz sowie U-Bahn-Netz hat. Nachts ist man für längere Strecken auch auf Taxis angewiesen, denn ganz so nah sind die Distanzen leider nicht. Wir empfehlen die Nutzung der Taxis auf ganz kurze Strecken zu beschränken, da diese in Japan sehr kostspielig ist. Für eine Strecke von acht Minuten zahlen wir insgesamt etwa 16€.

Gion: das Geisha-Viertel

Besonders empfehlenswert ist das traditionelle Gion im Stadteil Highashiyama, welches auch bekannt ist als Geisha-Bezirk. Die vielen japanischen Holzhäuser, Teehäuser und gepflasterten Straßen versprühen dabei einen ganz besonderen Charme. Das meistfotografierte Heiligtum in Gion ist vermutlich der buddhistische Tempel Hokan-ji, auch bekannt als Yakasa Pagoda. Gleich daneben gibt es übrigens den wahrscheinlich besten Kaffee der Stadt bei % Arabica Kyoto.

Wer Glück hat, kann hier sogar einer Geisha bzw. Maiko begegnen. Maikos sind Geishas in Ausbildung, wobei sich Haare, Lippen-Makeup, Kimono und auch die Schuhe optisch von den Geishas unterscheiden, um sie voneinander differenzieren zu können. Echte Geishas gibt es, selbst in Kyoto, nur noch ganz wenige; viele, die so gekleidet herumlaufen sind oft selbst Touristen oder Einheimische, die sich für Fotosessions die Kostüme ausborgen. Im Zuge der japanischen Kirschblütenzeit werden jedoch spezielle Geisha Shows angeboten, welche man bei Miyako Odori buchen kann.

Tempelvielfalt in Perfektion – religiöse Sehenswürdigkeiten

Das Gion-Viertel ist übrigens auch einer der touristischen Hotspots in Kyoto. Auf den Straßen sind von morgens bis abends viele Menschen unterwegs; erst nach Sonnenuntergang wird es richtig ruhig.

Eine von Kyotos wichtigsten Heiligtümern ist der Tempel Kiyomizu-dera, welcher seit 1994 als UNESCO Weltkulturerbe gilt. Das spiegelt sich auch in der Besucherzahl wieder, denn der Tempel ist sehr hoch frequentiert – um nicht zu sagen etwas überfüllt. Eine Vielzahl von (meist chinesischen) Touristen zwängt sich hier täglich durch seine Pforten. Kyoto hat unzählige Tempel und Schreine zu bieten, die nicht derart überfüllt sind. Daher können wir eher einen Besuch bei einem weniger beliebten Heiligtum empfehlen. Die Anlage vor dem Tempel ist übrigens kostenlos begehbar und auch wesentlich beeindruckender als der Kiyomizu-dera selbst.

Unweit entfernt und deutlich empfehlenswerter ist der Tempel Shoren-In. Durch die großen Fenster sieht man auf einen kleinen, hübschen Garten. Kaum einer verirrt sich hierher und so genießen wir den ruhigen Ort zu zweit. Gleich daneben und daher etwas abgelegen befindet sich der Tempel Chion-in, ein weiteres Heiligtum, wo kaum Menschen anzutreffen sind. Der Eintritt hierfür ist ebenfalls kostenlos. Weitere Geheimtipps sind der Kitano Tenmangu Schrein oder der Higashi Honganji Tempel. Hier genießt man die ruhige und authentische Atmosphäre oft ganz alleine.

Da wir zum Höhepunkt der Sakura in Kyoto sind, gibt es hier eine Vielzahl von Tempeln, welche auch abends wunderschön ausgeleuchtet werden.

Im Maruyama Park wird während der japanischen Sakura-Zeit das Hanami Fest (übersetzt Kirschblütenfest) gefeiert. In der Mitte des Parks steht ein riesiger Kirschbaum. Besonders beliebt ist dieser Park bei den Einheimischen. Bei den zahlreichen Essens-Ständen kann man sich durch japanische Delikatessen durchkosten.

Der 2km lange Philosophenweg zwischen dem silbernen Pavillon und dem Zen-Tempel Nanzen-ji ist Kyotos schönster Spaziergang – vor allem während der Sakura Zeit. An der langen Allee reihen sich zahlreiche Kirschbäume aneinander, daher gilt der Weg als einer der beliebtesten Hanami Viewing Spots in Kyoto.

Den Goldenen Pavillon Kinkaku-ji Tempel schauen wir uns, trotz zahlreicher Empfehlungen, nicht an. Auch wenn er schön anzusehen ist, lohnt sich die lange Anfahrt für uns nicht, da man diesen Tempel nicht von innen besichtigen kann.

Rund um den Kamogawa Fluss

Kulinarisch ist Kyoto ebenfalls ein Highlight, denn auch hier könnt ihr euch durch japanische Spezialitäten durchkosten. Keineswegs verpassen solltet ihr die Straße Pontocho Alley. Diese befindet sich etwa zehn Minuten von der Altstadt Kyotos entfernt. Hier reiht sich ein Restaurant neben dem anderen; es gibt reichlich Auswahl an lokalen Köstlichkeiten. Besonders beliebt und daher unbedingt zu empfehlen ist Yakiniku, wo Fleisch auf einem speziellen Grill nach japanischer Art zubereitet wird. Unsere Wahl fällt auf das Restaurant Pontocho Yakiniku Yamakawa Honten, welches wir absolut weiterempfehlen können. Im oberen Bereich des Restaurants gibt es große Tische und es ist total schick eingerichtet. Bestellt wird via Tablet. Hier sollte man unbedingt auch ein paar Stückchen Wagyu Beef (oder gar Kobe Beef) probieren. Wagyu sowie Kobe Rind sind stark marmoriert und von Fett durchzogen.

Rund um den Kamogawa Fluss ist es abends sehr belebt. In vielen Bars werden hochwertige Japanische Whiskeys angeboten. Die wichtigsten japanischen Whiskeys sind: Suntory (hier im Speziellen Yamazaki beziehungsweise Hibiki) und Nikka. Eine beliebte Diskothek ist der World Club, wo mit internationalem Publikum das Tanzbein geschwungen wird.

Fushimi Inari-Taisha

Die bekannteste der vielen Sehenswürdigkeiten in Kyoto ist der Shintō-Shrine Fushimi Inari-Taisha. Dieser ist weltberühmt für seine 1000 Torii, die den Weg zum Berg Inari rahmen. Ob es wirklich 1000 sind, haben wir nicht nachgezählt. Der Besuch ist rund um die Uhr möglich und kostenlos. Man braucht etwa zwei gute Stunden zur Spitze des Mount Inari, der auf 233m liegt. Zu Beginn des Pfads ist es gerammelt voll, doch mit steigenden „Höhenmetern“ reduziert sich die Anzahl der Besucher. Gegen Ende sind wir die einzigen zwei auf dem Weg hinauf zum Berg. Den besten Ausblick auf die Stadt Kyoto hat man bereits nach etwa 45 Minuten. Die meisten Besucher gehen von da aus nicht weiter zur Spitze des Berges, sondern drehen hier um.

Arashiyama im Westen Kyotos

Der bekannte Bamboo Forest in Arashiyama gehört auch zu den wichtigsten Attraktionen und Highlights der Stadt. Ich habe jedoch mehrfach gelesen, dass der besagte „Wald“ etwas gehypt ist und eher einer kurzen Allee gleicht. Aus Zeitgründen lassen wir einen Besuch hier ohnehin aus.

Wer hingegen einen weniger frequentierten Bambuswald sehen möchte, sollte unbedingt den Tempel Otagi Nenbutsu-ji besichtigen. Etwas versteckt, auf der hinteren Seite des Tempels, liegt der wohlgemerkt menschenleere Bambuswald. Die Tempelanlage ist ein richtiger Geheimtipp.

Der Stadtteil Arashiyama ist bekannt für seine aussichtsreichen Bootsfahrten am Hozugawa Fluss. Diese sind eine der touristischen Hauptattraktionen in Kyoto und locken jährlich über 300.000 Besucher an. Tickets hierfür gibt es auf der offiziellen Seite des Hozugawa River Boat ride oder auf discoverkyoto.com.

Wer möchte, kann die Flussfahrt mit einer idyllischen Zugfahrt des Sagano Romantic Train verbinden. Der Zug kann auch ohne Bootsfahrt genutzt werden und wird nur von diesem Betreiber aus angeboten. Tickets sollten vorab gebucht werden, da vor allem zur Sakura-Zeit die Fahrten relativ schnell ausgebucht sind.

Nähere Details dazu könnt ihr auch auf der Seite der Kyoto Station nachlesen.

Nara: Shikahirsche und gewaltige Tempel

Von Kyoto aus kann man einen Tagestrip nach Nara machen, welche sich etwa eine Stunde entfernt befindet.

Diese Stadt ist bekannt für seine frei herumlaufenden Hirsche – mehr als 1.000 davon leben hier. Sie gelten in Japans weit verbreiteter Religion, dem Shintoismus, als heilige Götterboten. Aber Vorsicht: Sie sind nicht nur heilig, sondern auch überaus gierig. Sobald Essen ins Spiel kommt, können die sonst so zahmen Tiere, regelrecht rabiat werden. Vor Ort kann man spezielle Hirschkekse, die zur Fütterung der Wildtiere vorgesehen sind, kaufen. Die Sikahirsche sind meist aber ohnehin an anderen Mahlzeiten interessiert und zupfen nicht selten an den Jacken mancher Besucher. Wir beobachten wie ein paar gefräßige Hirsche ihre Köpfe wild in die Taschen der Touristen stecken, um hier etwas Essbares zu ergattern. Die Leute versuchen vergebens die Tiere zu verscheuchen und laufen schließlich kreischend davon. Wer entspannt essen möchte, sollte dies unbedingt mit genügend Abstand zu den Hirschen machen.

Neben den Sikahirschen ist die größte Sehenswürdigkeit in Nara der Todaiji Tempel im Nara Park. Der gewaltige Tempel ist das weltweit größte Holzgebäude. Der Park selbst ist auch sehr nett. Hier sehen wir während unseres Besuchs gleich drei Brautpaare; scheinbar ist der Ort also auch ein beliebter Foto-Spot für Hochzeitsshootings. Darüber hinaus begeistert uns Nara nicht sonderlich. Tempel und Schreine gibt es in Kyoto ohnehin in Hülle und Fülle, weshalb wir einen Besuch in Nara nur bedingt empfehlen können. Wer nicht genügend Zeit hat, kann einen Besuch hier auch auslassen.

2. Kosten für Kyōto

Kyoto zählt zu den hochpreisigsten Regionen Japans. Speziell die Unterkünfte sind sehr kostspielig – vor allem für die verhältnismäßig kleinen Zimmer. Hier muss man relativ zeitig im Voraus eine Unterkunft reservieren, denn vor allem während der Hochsaison sind die Zimmer entsprechend ausgebucht.

Hier eine Übersicht der Kosten pro Person für vier Nächte (fünf Tage):

Hotel (€49 pro Person): € 195,00
Taxi (2 Taxifahrten nachts): € 12,00
Öffentliche Verkehrsmittel – Kombi Ticket U-Bahn-Bus: € 12,00
Essen: € 91,00
Karaoke (2 Stunden): € 14,00
Eintritte, sonstige Aktivitäten: € 32,00
Gesamt: € 356,00

Bargeld oder Kreditkarte?

Gerade für Restaurants, Shops etc. wird Bargeld bevorzugt bzw. ist oftmals nur eine Barzahlung möglich. Das Abheben bei Geldautomaten klappt jedoch immer problemlos. In den Unterkünften können wir hingegen mit unserer Kreditkarte bezahlen.

3. Zusammenfassung Kyōto

Hier eine kleine Kurzfassung darüber, wie uns Kyoto insgesamt gefällt. Das traditionelle Japan begeistert uns – auch abseits der Tempel und Schreine. In Kyoto gibt es darüber hinaus trotzdem genügend zu entdecken.

Was die Unterkünfte angeht, so ist die Auswahl an preiswerten Hotels relativ überschaubar, daher muss man rechtzeitig buchen. Hier variieren die Preise stark, wobei Kyoto zu den hochpreisigsten Regionen Japans gehört. Das Preisniveau ist hier allgemein mit Europa vergleichbar beziehungsweise sogar etwas höher.

Trotz zahlreicher Kommunikationsbarrieren, kann man sich mit den richtigen Apps gut weiterhelfen. Englisch wird, auch in besonders touristischen Regionen, kaum gesprochen.

Kyoto ist genauso sicher wie der Rest Japans. Hier kann man seinen Geldbeutel oder Tasche im Restaurant unbeaufsichtigt liegen lassen und wird diese genau gleich vorfinden. Japaner haben sehr viel Respekt vor den persönlichen Gegenständen anderer Menschen.

In Punkto Infrastruktur ist Kyoto auch top ausgestattet, denn hier kommt ihr öffentlich so gut wie überall hin – zumindest tagsüber. Nachts ist man oft gezwungen ein Taxi zu nehmen, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren. Daher gibt es hierfür Punkteabzüge.

Auch kulinarisch steht Kyoto anderen Regionen Japans um nichts nach und lässt das Feinschmecker-Herz höher schlagen. Hier kann nahezu überall gut gespeist werden. Ein absolutes Muss ist Yakiniku Grill nach japanischer Art und sollte bei einem Besuch im Kyoto nicht fehlen.

Landschaft

Bewertung 6 Kugeln

Auswahl an Unterkünften

Bewertung 5 Kugeln

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Bewertung 4 Kugeln

Sicherheit

Bewertung 6 Kugeln

Infrastruktur (Straßen etc.)

Bewertung 4 Kugeln

Aktivitäten

Bewertung 6 Kugeln

Kulinarik – Essen & Trinken

Bewertung 6 Kugeln

Habt ihr Japan und speziell Kyoto bereits besichtigt? Welche Sehenswürdigkeiten in Kyoto haben euch begeistert?

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