Wie kaum ein anderes Land verbindet Mexiko und speziell die Region Yucatán Natur, Kultur, Geschichte und Kulinarik. Die Halbinsel wird geformt von den drei Bundesstaaten Quintana Roo, Campeche und Yucatán.

In diesem Beitrag verraten wir dir wie du dich optimal auf deinen Trip nach Mexiko vorbereiten kannst und worauf du achten musst.

1. Reiseplanung

Reisedauer – was ist ideal für die Yucatán Halbinsel?

Das hängt natürlich in erster Linie davon ab was du sehen möchtest.

Das ist unsere Reiseroute:
Isla Mujeres: 3 Nächte
Cozumel/Playa del Carmen: 3 Nächte
Tulum: 4 Nächte
Bacalar: 2 Nächte
Valladolid: 3 Nächte
Isla Holbox: 4 Nächte

Wir sind drei Wochen unterwegs und empfinden den Zeitraum gut ohne sich selbst zu sehr stressen zu müssen. Wer etwas weniger Zeit hat, kann es auch in etwa zwei Wochen schaffen. Hierfür kann man nach belieben auf den einen oder anderen Spot verzichten – Cozumel und Isla Holbox könnten aus unserer Sicht beispielsweise ausgelassen werden. Mérida, Campeche und San Cristóbal de las Casas hätten wir uns hingegen sehr gerne angesehen.

Wie touristisch ist Yucatán eigentlich?

Die Halbinsel Yucatán ist definitiv die touristischste Region Mexikos und besonders beliebt bei Nordamerikanern – vor allem die Ostküste liegt hoch im Kurs. Hier gibt es überall Souvenirläden und diverse Stände wo Taschen, Decken und andere Mitbringsel erstanden werden können.

Aber hier die erfreulichen Nachrichten: Wir sehen (mit Ausnahme von Isla Mujeres) nirgendwo Scharen von Touristen – eher im Gegenteil. Wir sind genau im Jänner, kurz nach Neujahr in Mexiko und uns kommt es eher verlassen vor. Die meisten Restaurants, Hotels, Bars und sogar Ausflug-Spots sind nicht ausgelastet.

Ich bin mir nicht sicher ob das lediglich an der Jahreszeit liegt oder ob der Tourismus aufgrund der Algenplage schlichtweg ausbleibt.

2. Wissenswertes & Highlights

Diesen Punkt finde ich immer besonders spannend, weil es immer eine Frage der Erwartungshaltung ist. Die Spots auf die ich mich am meisten freue, begeistern mich letztlich am wenigsten – vielleicht weil die Erwartungen zu hoch angesetzt waren.

Die „Lagune der sieben Farben“ von Bacalar erinnert fast ein wenig an die Malediven – so schön schimmert das Wasser in den unterschiedlichen Blautönen. Dieser Spot gehört definitiv zu meinen liebsten Orten auf dem Roadtrip durch Yucatán. Die kleine Kolonialstadt Valladolid begeistert durch ihre eindrucksvollen Cenoten, verlassene Maya Ruinen und das tolle Zentrum. Tulum ist eine der beliebtesten Destinationen an der Riviera Maya, gekennzeichnet von traumhaft weißen Karibik-Stränden. Den schönsten Strand sehen wir auf Isla Mujeres an der „Playa Norte“.

Die gehypte Isla Holbox erweist sich als ziemlicher Reinfall und ist für mich die größte Enttäuschung unserer Yucatán Rundreise.

Lokale SIM-Karte oder WiFi?

Ich empfehle die Anschaffung einer lokalen SIM-Karte, da man damit auch Google Maps gratis nutzen kann und flächendeckend Empfang hat. Die gängigsten Anbieter sind „Movistar“, „Telcel“ sowie „AT&T“. „Telcel“ hat die breiteste Netzabdeckung im Vergleich zu seinen Konkurrenten.

Die SIM-Karten können am Kiosk oder alternativ im 24/7-Shop „OXXO“ gekauft werden. Je nach Dauer und MB/GB kostet diese zwischen $150-$500 (€7,50-€25,00).

Eignet sich Mexiko wenn man mit einem Baby/Kleinkind unterwegs ist?

Wir selbst sind mit unserem 6 Monate altem Baby in Mexiko und können es empfehlen. Es gibt keine Probleme, man kann überall mit dem Auto zufahren. Die Mexikaner sind darüber hinaus sehr kinderfreundlich. In unseren Unterkünften bekommen wir auch überall ein kostenloses Babybettchen dazu.

Um jeglichen Stress hinsichtlich der Babynahrung zu vermeiden, entscheiden wir uns dazu dieses von Zuhause mitzubringen. Das ist zwar ein ziemlicher Aufwand, der sich aber dennoch bewährt. Zusätzlich zu den Hipp-Gläschen wird das Baby gestillt und wir haben auf der gesamten Reise kein einziges Mal ein gesundheitliches Problem mit ihm. Windeln, Feuchttücher und andere Pflegeprodukte können auch vor Ort gekauft werden.

Hier gilt: Am besten man nimmt wirklich nur das notwendigste mit. Wir bringen allerdings unseren eigenen Autositz (mit Adapter als Kinderwagen benutzbar) aus Europa mit, da wir bei unserer vorherigen Reise schlechte Erfahrungen mit dem ausgeliehenem Zusatz-Equipment gemacht hatten.

3. Strände

Mexiko ist bekannt für seine wundervollen Karibik Strände. Die schönsten Strände an der Riviera Maya sehen wir in Tulum und auf der Isla Mujeres. Hier ist der Sand weiß und weich wie Puderzucker und das Wasser glasklar und türkis.

Am wenigsten gefallen uns die Strände auf der Isla Holbox. Überall am Strand liegt haufenweise Seegras, das ziemlich übel stinkt – teilweise sind es meterhoche Berge an Braunalgen. Nur vor den Luxushotels werden sie auf die Seite geräumt. Aber auch ohne Seegras sind die Strände unterdurchschnittlich, vor allem wenn man sie mit den anderen Stränden in Yucatán vergleicht. 

Apropos Algenplage: Wie schlimm ist das Seegras denn tatsächlich? Je nachdem wo man sich befindet, kann es mehr oder weniger Braunalgen geben. Allgemein ist jedoch zu sagen, dass Mexiko extrem stark von der Plage betroffen ist. Die guten News: Rund um Tulum ist es allerdings nicht so schlimm. Hier werden die Algen auch regelmäßig entfernt. Am schlimmsten betroffen ist Holbox.

4. Kosten

Yucatán ist vermutlich die teuerste Region Mexikos und preislich durchaus mit europäischen Verhältnissen vergleichbar. Die hochpreisigsten Spots sind definitiv Isla Holbox und Tulum.

Auf Isla Holbox sind speziell die Unterkünfte kostspielig. Das Reservieren einer Liege ist übrigens meist nur in Kombination mit einem überdurchschnittlich teuren Mittagessen möglich.

Tulum ist besonders bekannt für seine (fast schon) absurden Preisverhältnisse. Der Eintritt für ein stinknormales Event beträgt tatsächlich zwischen 150-400 US-Dollar! Tagsüber muss man mit einer Konsumation von mindestens 50 US-Dollar pro Person rechnen, wenn man eine Liege in einem Beach Club reservieren möchte. Ein Abendessen kann schon 150 US-Dollar kosten.

Isla Mujeres, Cozumel, Valladolid und Bacalar sind etwas preiswertere Destinationen auf Yucatán. Hier bekommt man für relativ wenig Geld einen guten Standard geboten.

Selbstverständlich kann man in Punkto Unterkünfte und beim Essen auch wesentlich weniger ausgeben. Hier eine Aufstellung der Kosten pro Person für drei Wochen:

Flug Wien-Cancun (inkl. Aufpreis für Babybettchen): € 750,-
Hotels (20 Nächte à € 114,-/Nacht): € 1.140,-
Mietwagen: € 216,-
Flughafentransfer: € 25,-
Fähre + Shuttle Combi-Ticket: € 56,-
Bargeld (Essen, Bars, Cafés, …): € 850,-
GESAMT: € 3.037,-

Bargeld oder Kreditkarte?

Obwohl ich vorab die Information hatte, dass es in Mexiko überall möglich wäre mit Kreditkarte zu zahlen, kann ich diese Aussage nicht bestätigen. Gerade für Restaurants, Tankstellen, Shops etc. solltest du immer Bargeld dabei haben, da oft zusätzliche Gebühren anfallen oder eine bargeldlose Zahlung manchmal gar nicht möglich ist. Abheben bei Geldautomaten klappt allerdings meistens problemlos. In den Unterkünften können wir überall mit unserer Mastercard zahlen.

5. Transport: Mietauto oder Bus?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Prinzipiell sind beide Optionen sehr gut.

Wir entscheiden uns dafür mit einem Mietwagen durch Mexiko zu fahren, da wir flexibel sein wollen und mit dem Baby nicht auf den Bus angewiesen sein wollten. Dennoch ist der Bus eine ausgezeichnete Möglichkeit in Mexiko zu herumzureisen. Der beliebteste Anbieter ist der sogenannte ADO“ Bus, der ein sehr gut ausgebautes Streckennetz hat.

Falls ihr euch für ein Mietauto entscheidet, dann ist das definitiv die bequemste Weise durch Yucatán zu reisen.

Bzgl. des Mietautos können wir euch nur davon abraten ein Auto bei America Car Rental zu mieten. Dieser Anbieter ist leider nicht seriös und (sofern ihr überhaupt ein Auto dort bekommt) müsst ihr vermutlich einiges draufzahlen an Zusatzprodukten.

Vorsicht bei der Rückgabe vom Mietauto am Flughafen in Cancun: Hier gibt es keine Tankstelle wo man mit Kreditkarte bezahlen kann – alle wollen nur Bargeld akzeptieren.

6. Essen und Trinken

Wer gerne eine Vielfalt an authentischen Gerichten hat, der ist in Mexiko genau richtig.

Egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendessen: Was bei keiner Mahlzeit fehlen darf sind Nachos mit Guacamole. Obwohl ich Nachos für gewöhnlich nicht mag, schmecken sie in Mexiko ganz anders als bei uns in Europa.

Der ultimative Klassiker der mexikanischen Küche sind Weizentortillas in unterschiedlichsten Variationen – Tacos, Salbutes, Quesadillas, Burritos und Enchiladas. Tacos sind Tortillas gefüllt mit Fleisch, Fisch, Garnelen oder auch Vegetarisch und natürlich mit reichlich Salat. Diese werden mit verschiedenen scharfen Saucen serviert. Vorsicht hier: Entgegen meiner Erwartung ist die grüne Sauce meistens die schärfste und die ist wirklich extrem scharf! Zugeklappte Weizentortilla mit Käse gefüllt und überbacken, genannt Quesadillas, sind speziell zum Frühstück beliebt. Burritos sind gerollte Tortillas aus Weizenmehl, die üblicher Weise mit Faschiertem, Bohnen, Tomaten, Salat, Mais und Avocado gefüllt sind. Enchiladas werden gerollt, sind meist mit Faschiertem gefüllt, überbacken mit Käse und garniert mit Sauce.

Mein Lieblingsgericht ist Sopa de Lima: Eine Limetten-Hühnersuppe mit Tortillastückchen.

Rund um die Hauptplätze „Zocalo“ der jeweiligen Ortschaften werden an zahlreichen Ständen unterschiedlichste Snacks verkauft: Marquesitas, Crêpes, Eis, Churros, und vieles mehr. Darüber hinaus gibt auf Yucatán haufenweise Hotspot Cafés, wo man sich durch hippe Gerichte durchkosten kann.

Das mexikanische Nationalgetränk ist eindeutig Tequila – als Shot nach dem Essen oder als Longdrink in Form eines Margaritas oder anderen Cocktails.

Es ist üblich für das Service in Restaurants und Hotels Trinkgeld auf die Gesamtrechnung zu geben. Es wird allerdings SEHR VIEL Trinkgeld erwartet – wer weniger als 20% gibt, bekommt nicht mal ein „Danke“ geschweige denn ein Lächeln vom Personal. Das ist auf Dauer ziemlich mühsam und darüber hinaus sehr kostspielig.

Hier ein paar Restaurant Empfehlungen für die jeweiligen Spots:

Isla Mujeres: Ein tolles Restaurant ist das North Garden, welches sich direkt an der Playa Norte befindet. Auf der selben Straße, einige Meter weiter, gibt es bei Beachin‘ Burritos den besten Burrito auf der Insel. Das Mango Cafe Isla ist empfehlenswert für ein gutes, reichhaltiges Frühstück.

Cozumel: Mein liebstes Frühstückslokal ist das Maple Bakehouse. Wer eher etwas für Zwischendurch sucht, kann das Quatro Tacos probieren. Hier haben wir eine der besten Tacos auf Yucatan gegessen. Für Mittag- oder Abendessen empfehlen wir das Restaurant Colores Y Sabores. Die besten Mojitos gibt es in der The liquor Box.

Tulum: Hier gibt es eine Vielzahl an Restaurants und Bars, die alle preislich sehr hoch sind. Besonders ansprechend finden wir das Bal Nak, da Ambiente wie aus einem romantischen Film wirkt. Für ein tolles Dinner ohne Nachspeise zahlen wir allerdings 90 EUR. Eine tolle Bar ist das Tora Tulum – hier wird gegessen und gleichzeitig wild gefeiert bis in die Morgenstunden. Das Lokal selbst ist sehr geschmackvoll eingerichtet.

Bacalar: Gleich am Eck im Zentrum ist ein exzellenter Taco Laden, Mr. Taco.

Valladolid: Auch diese Stadt hat auch eine große Anzahl an Restaurants und Cafes zu bieten. Sehr empfehlenswert sind die Restaurants Ix Cat Ik Mayan Cuisine und El Atrio del Mayab, wo es authentische Maya-Gerichte gibt. Das beste Eis gibt es bei Wabi Gelato.

Holbox: Den besten Kaffee gibt es im Clandestino Cofe Shop. Für ein authentisches Abendessen ist das Restaurante Viva Zapata sehr empfehlenswert. Wer gerne Italienisch isst, kann das Casa Nostra Roof Restaurant probieren. Wenn es günstig sein soll, dann ist das TacoQueto eine ausgezeichnete Wahl.

7. Sicherheit

Wie sicher ist Mexiko, speziell Yucatán?

Das erfreuliche ist: Yucatán ist die sicherste Region Mexikos. Selbstverständlich gibt es dennoch Gegenden, die sehr gefährlich sein können. Ich persönlich schätze Yucatán nicht gefährlicher ein als andere Länder in der Karibik. Es kann ohnehin überall etwas passieren…

Mexikos korrupte Polizei

Ist die Polizei in Mexiko tatsächlich so korrupt wie man sagt?

JA, LEIDER.

Ich muss sagen, wir hatten grundsätzlich nie wirklich Pech auf Reisen. Meistens hat (bis auf ein paar Kleinigkeiten) alles hingehaut. Mexiko ist allerdings das erste Land wo wir erleben, was es bedeutet, dass die Polizei korrupt ist. Es ist auch das einzige Land, wo wir vorsichtig sind, sobald wir einem Polizisten begegnen – ein seltsames Gefühl. Hier muss man praktisch jederzeit davon ausgehen, aufgehalten und anschließend abgezockt zu werden. Aber das Gute ist: Die Polizei will nur euer Geld.

Falls ihr angehalten werdet, empfehle ich den Führerschein getrennt von der Geldbörse mit dem Bargeld aufzubewahren, um zu verhindern, dass die Polizei den Geldbeutel überhaupt sieht. Generell sollte man nicht mehr als S250 Pesos (ca 12€) Bargeld bei sich haben; den Rest sollte man woanders verstecken.

Man kann sich auch einen internationalen Führerschein ausstellen lassen. Diesen könnt ihr bequem vor eurer Reise besorgen. Falls es tatsächlich Probleme mit der Polizei gibt und ihr gezwungen seid den Führerschein auszuhändigen, dann am besten diesen abgeben. Ihr könnt diesen dann bei einer Polizeistation abholen – oder auch dort lassen, schließlich handelt es sich nicht um den in österreichischen bzw. deutschen Führerschein. Im Normalfall wird der Polizist ohnehin anbieten die Strafe direkt bei ihm zu bezahlen.

8. Zusammenfassung

Hier eine kleine Kurzfassung darüber wie Mexiko bzw. Yucatán uns gefallen hat. Die gesamte Region ist abwechslungsreich und vielseitig; es ist für alle etwas dabei: Natur, Kultur, Kulinarik…

Die Strände sind sehr schön, aber nichtsdestotrotz eher nur durchschnittlich verglichen zu anderen Orten in der Karibik. Die einzigen Spots, die wirklich traumhafte Strände haben sind Isla Mujeres und Tulum.

Was die Unterkünfte anbelangt, so gibt es reichlich Auswahl an preiswerten Hotels und Apartments. Hier variieren die Preise start, wobei Tulum und Holbox definitiv die teuersten Regionen sind. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist allgemein dennoch deutlich höher als beispielsweise Kuba oder andere Inseln in der Karibik.

Kommunikationsbarrieren gibt es grundsätzlich kaum welche, da überall (zumindest ausreichend) englisch gesprochen wird.

Die Sicherheit ist generell ein schwieriges Thema. Yucatán gilt als sicherste Region Mexikos, dennoch gibt es Gegenden, die sehr gefährlich sein können. Ich persönlich schätze Yucatán nicht gefährlicher ein als andere Länder in der Karibik. Es kann ohnehin überall etwas passieren…

In Punkto Infrastruktur – was die Qualität der Straßen angeht, so ist diese im Allgemeinen gegeben, jedoch sind nicht alle Wege asphaltiert und teils auch in schlechtem Zustand. Die Bodenschwellen, von denen es unzählige gibt, sind oft nicht markiert. Daher gibt es hierfür Punkteabzüge.

Kulinarisch ist Mexiko allerdings ein Feinschmecker-Paradies, denn hier kann nahezu überall gut gespeist werden.

Hier zusammengefasst die Bewertung der einzelnen Punkte.

Landschaft

Auswahl an Unterkünften

Strände

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Sicherheit auf Yucatán

Infrastruktur (Straßen etc.)

Aktivitäten

Kulinarik – Essen & Trinken