Lange weiße Sandstrände der Karibik, versteckte Cenoten, Maya-Ruinen und das hervorragende Essen locken jährlich viele Touristen auf die Yucatan Halbinsel. Wir erzählen in diesem Beitrag was für uns die Hot Spots sind, welche Stopps auf deinem Roadtrip nicht fehlen sollten und welche Orte du getrost auslassen kannst.

1. Roadtrip durch Yucatán

Unsere Reise beginnt in Cancún, der Stadt mit dem größten internationalen Flughafen auf der Yucatán Halbinsel.

Hier ist unsere Route im Detail:

Isla Mujeres: 3 Nächte
Cozumel/Playa del Carmen: 3 Nächte
Tulum: 4 Nächte
Bacalar: 2 Nächte
Valladolid: 3 Nächte
Isla Holbox: 4 Nächte

2. Isla Mujeres

Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte

Da uns Cancún als Stadt nicht empfohlen wurde, fahren wir gleich nach Ankunft weiter Richtung Puerto Juárez, wo wir die Fähre Richtung Isla Mujeres nehmen. Direkt beim Hafen ist ein 24/7 „OXXO“, wo ich mir auch gleich eine SIM-Karte besorge.

Die Fähre Ultramar ist sehr modern ausgestattet und fährt bis spät in die Nacht jede halbe Stunde auf die Insel. Die Betriebszeiten der Fähre Richtung Isla Mujeres sind von 05:00 Uhr früh bis 23.30 Uhr. Zurück nach Cancún geht es zwischen 05.30 Uhr morgens und 24:00 Uhr – ebenfalls alle 30-Minuten. Es gibt verschiedene Pakete in Kombination mit einem Bus nach Playa del Carmen und sogar ein weiteres Kombi-Tickets mit der Insel Cozumel.

Uns persönlich gefällt es auf der Isla Mujeres sehr gut. Der Sand an der „Playa Norte“ ist weiß und weich wie Puderzucker und das Wasser glasklar, türkis schimmernd. Eine Bar neben der anderen lädt dazu ein Margaritas zu trinken und den Strand entlang zur Musik zu tanzen.

Ein tolles Restaurant ist das North Garden, welches sich direkt an der Playa Norte befindet. Auf der selben Straße, einige Meter weiter, essen wir bei Beachin‘ Burritos den besten Burrito auf der Insel. Das Mango Cafe Isla ist empfehlenswert für ein gutes, reichhaltiges Frühstück.

Wie lange empfiehlt es sich zu bleiben? Wir selbst bleiben drei Nächte dort und empfinden den Zeitraum ideal um erstmals in Mexiko anzukommen.

3. Cozumel

Empfohlener Aufenthalt: 2 Nächte

Unser zweiter Stopp in Yucatán ist südlich in der Nähe von Playa del Carmen. Da wir nicht direkt dort übernachten wollen, fällt unsere Wahl auf die Insel Cozumel, die sich nur 30 Minuten östlich von Playa del Carmen befindet.

Auch hier nutzen wir die Fähre Ultramar, da die Boote sehr modern sind und zudem meist stündlich fahren. Direkt am Hafen mieten wir uns ein Auto über enjoycarhire beim Mietwagenanbieter Alamo. Cozumel ist nämlich etwas größer und somit ist nicht alles leicht zu Fuß erreichbar. Vermutlich reicht auch ein Roller, aber da wir mit einem kleinen Baby unterwegs sind, kommt diese Option für uns nicht in Frage.

Cozumel wird vor allem von Kreuzfahrtschiffen angefahren – der Hafen zählt du den meist frequentierten in der Karibik. Wir sind allerdings kurz nach Neujahr auf der Insel und es ist erstaunlich ruhig, um nicht zu sagen einsam.

San Miguel de Cozumnel hat eine schöne Altstadt im Kolonialstil und ist einen Besuch wert um die kleinen Gassen zu erkunden. Außerdem findet man eine tolle Auswahl an Restaurants und Cafés. Mein liebstes Frühstückslokal ist das Maple Bakehouse. Wer eher etwas für Zwischendurch sucht, kann das Quatro Tacos probieren. Hier essen wir die besten Tacos auf unserer Yucatan Reise. Für Mittag- oder Abendessen empfehlen wir das Restaurant Colores Y Sabores. Die besten Mojitos gibt es in der The liquor Box, das sich etwas nördlicher vom Eingang des Punta Sur Parks befindet.

Da wir ein Mietauto haben, fahren wir gleich am ersten Tag eine Runde um die Insel und bleiben überall stehen wo es uns gefällt. Der schönste Strand Cozumels liegt auf der Ostseite, genau in der Mitte der Insel. Dort gibt es einen langen Abschnitt mit einem sehr weiten Sandstrand. Der Spot, der uns am besten gefällt heißt Playa San Martin. Etwas weiter nördlich liegt der Beach Club Punta Morena. Hier gibt es haufenweise Hängematten und die gesamte Anlage ist auch sehr gepflegt. Die anderen Beach Clubs sind sehr in die Jahre gekommen. Generell wirkt die Insel abseits der touristischen Spots sehr verlassen – fast schon einsam. Auf dem Strand Playa San Martin ist außer uns weit und breit niemand.

Wir empfehlen maximal zwei Nächte auf Cozumel zu bleiben. Alternativ kann man selbstverständlich in Playa del Carmen übernachten und auch nur einen Tagestrip nach Cozumel unternehmen. Auch das würde ausreichen, da die Insel zwar nett ist, allgemein jedoch nicht sehr viel zu bieten hat. Aus unserer Sicht kann Cozumel grundsätzlich auch ausgelassen werden.

4. Tulum

Empfohlener Aufenthalt: 4-5 Nächte

Vor unserer Reise habe ich unglaublich viel Gutes über Tulum gehört. Jeder, der dort war, schwärmt regelrecht davon. Tulum ist eine der beliebtesten Destinationen an der Riviera Maya, gekennzeichnet von traumhaft weißen Karibik-Stränden.

Tulum ist geteilt zwischen Tulum Pueblo und Tulum Beach. Tulum Pueblo ist das Ortszentrum, das sich ein paar Kilometer weit weg vom Strand entfernt befindet. Hier findet man „günstigere“ Unterkünfte und Restaurants (die wohlgemerkt preislich trotzdem sehr gesalzen sind). Das Zentrum besteht aus einer 4-spurigen Straße, die zudem sehr stark befahren ist. Richtig gemütlich ist es hier nirgendwo. Wir suchen ein nettes Lokal um uns auf einen Drink hineinzusetzen, allerdings vergebens, da uns rein gar nichts anspricht. Auch die Restaurants wirken nicht einladend, um dort zu speisen.

Tulum Beach ist das absolute Gegenteil davon. Es beschreibt die Hotelzone entlang einer langen Küstenstraße, an der sich Restaurants, Läden und Hotels reihen. Tulum Beach ist wohl das was man als die „most instagrammable place“ bezeichnen würde – ein regelrechtes Paradies für Influencer und jene die es werden wollen. Jede Ecke wirkt wie aus einem Instagram Feed; hier vergisst man tatsächlich, dass man sich in Mexiko befindet. Auch preislich ist das Niveau extrem hoch. Hier haben sich teilweise absurde Preise etabliert. Der Eintritt für ein stinknormales Dienstags-Event beträgt tatsächlich für Frauen 150 US-Dollar und für Männer 200 US-Dollar! Tagsüber muss man mit einer Konsumation von mindestens 50 US-Dollar pro Person rechnen, wenn man eine Liege in einem Beach Club reservieren möchte. Ein Abendessen kann schon 150 US-Dollar kosten. Ich habe tatsächlich in keinem der vielen Geschäfte ein Kleid für unter 300 US-Dollar gefunden. Anfangs glauben wir sogar, dass die Preise in Mexikanische Pesos angeschrieben sind, es sind allerdings überall US-Dollar.

Ein tolles Restaurant ist das Bal Nak: Das Ambiente wirkt wie aus einem romantischen Film. Für ein tolles Dinner ohne Nachspeise zahlen wir allerdings 90 EUR. Eine tolle Bar ist das Tora Tulum – hier wird gegessen und gleichzeitig wild gefeiert bis in die Morgenstunden. Das Lokal selbst ist sehr geschmackvoll eingerichtet.

Trotzdem is Tulum sehr schön. Hier befindet sich auch eine der meistbesuchten Maya-Stätte Yucatáns. Allerdings sind diese bei weitem nicht so beeindruckend wie andere Maya Ruinen der Region.

Für die Autofahrer ist allerdings Vorsicht geboten beim Parken. Die Parksituation in Tulum ist die reinste Katastrophe. Hier werden oft Autos abgeschleppt, die nicht unbedingt falsch geparkt sein müssen – das wissen wir aus eigener Erfahrung. Unglücklicherweise ist der Kindersitz für unser Baby im Auto, sodass wir auf dieses Auto angewiesen sind. Hier machen wir auch gleich Bekanntschaft mit der korrupten Polizei in Mexiko; das ganze kostet uns satte 250 EUR – eine teure Angelegenheit für ein Vergehen, das man nicht begangen hat. Da es kaum Schilder gibt, die die Parkzonen eingrenzen, ist es ohnedies schwierig zu verstehen wo man gesetzeskonform parken kann. Am besten man parkt immer bei dem jeweiligen Hotel bzw. Beach Club wo man bleiben möchte.

Rund um Tulum befinden sich auch einige Cenoten, die bei einem Besuch in der Gegend nicht fehlen sollten. Die beliebtesten sind die Gran Cenote, Cenote Dos Ojos, Cenote Carwash sowie Cenote Calavera. Manche von ihnen eignen sich zum Tauchen, andere sind eher beliebte Schwimmorte.

Wir sind insgesamt vier Nächte in Tulum und empfinden den Zeitraum für angemessen. Der große Nachteil ist das allgemein hohe Preisniveau der gesamten Region, sodass ein längerer Aufenthalt sehr teuer werden kann.

5. Bacalar

Empfohlener Aufenthalt: 2-3 Nächte

Bacalar ist eine kleine Stadt im Süden von Quintara Roo, wo sich die gleichnamige Lagune Bacalar befindet. Laut Beschreibungen schimmert diese „Lagune der sieben Farben“ in unterschiedlichen Blautönen. Ich kann es kaum erwarten es mit meinen eigenen Augen zu sehen. Und tatsächlich, der See wirkt als wären wir mitten im Karibischen Meer. Ich bin begeistert. Dieser Spot gehört definitiv zu meinen liebsten Orten auf Yucatan.

Wer keine Unterkunft mit direktem Seezugang hat, kann auf einen öffentlichen Badeplatz ausweichen. Ich empfehle das Strandbad „Cenote Cocalitos„. Hier kann man für einen geringen Eintrittspreis den ganzen Tag in der Hängematte oder Schaukel im Wasser entspannen und faulenzen.

Bootstouren werden im Zentrum an jeder Ecke angeboten. Leider haben wir bei unserem Ausflug etwas Pech mit dem Wetter. Sobald wir ins Boot steigen, ziehen dunkle Wolken auf und das Gewitter erwischt uns genau am Canal de los Piratas.

Das Örtchen selbst ist zwar klein, aber sehr nett. Das Zentrum ist äußerst bescheiden; es besteht lediglich aus einem kleinen Hauptplatz mit einigen Restaurants, Obst- und Marquesita-Ständen. Gleich am Eck im Zentrum ist ein exzellenter Taco Laden, Mr. Taco. Entgegen meiner Erwartungen, ist die Stadt aber touristischer als anfangs angenommen. Das stört uns jedoch überhaupt nicht.

Wir bleiben leider nur zwei Nächte hier. Rückblickend hätte ich gerne eine weitere Nacht dort verbracht.

6. Valladolid

Empfohlener Aufenthalt: 3-4 Nächte

Unser nächster Stopp ist die kleine Kolonialstadt Valladolid. Eine Stadt, die auf den ersten Blick nicht viel zu bieten hat. Der Eindruck täuscht allerdings, denn hier kann man viel erleben: Eindrucksvolle Cenoten, verlassene Maya Ruinen und eine tolle Altstadt.

Achtung! Valladolid liegt in der Zeitzone GMT-6 und somit ergibt sich eine Zeitverschiebung von einer Stunde zu Cancun bzw. Playa del Carmen.

Valladolid ist wohl das was man sich als die klassische mexikanische Stadt vorstellt. Eine große Kathedrale ziert den hübschen Hauptplatz (auch genannt „Zocalo“), zahlreiche Stände an denen unterschiedlichste Snacks verkauft werden: Marquesitas, Crêpes, Eis, Churros, und vieles mehr. Bei Sonnenuntergang kommt Stimmung auf und es sammeln sich immer mehr Leute am Hauptplatz der Stadt. Eine Gruppe von verkleideten Tänzern fiebert lautstark dem Sonnenuntergang entgegen – gemeinsam tanzen jung und alt zu traditioneller mexikanischer Musik.

Die Wechselstube Centro Cambiario Efectivo auf der Calle 40 # 203 bietet den besten Wechselkurs für Euro und US-Dollar gegen Mexikanische Pesos in ganz Valladolid. Hier kann man übrigens Geld wechseln ohne seinen Reisepass vorzuweisen.

Die Stadt hat auch eine große Anzahl an Restaurants und Cafes zu bieten. Besonders empfehlenswert finden wir das Ix Cat Ik Mayan Cuisine, wo es authentische Maya-Gerichte gibt. Bei einer Art Führung erklärt uns der Chef wie die Speisen zubereitet werden und Gewürze auf traditionelle Art gewonnen werden. Eine weitere Empfehlung von uns gibt es für das Restaurant El Atrio del Mayab. Der Innenhof ist sehr gemütlich und auch das Essen ist überaus gut. Das beste – und leider auch hochpreisige – Eis gibt es bei Wabi Gelato. Das Eis wird hausgemacht und die Auswahl an Sorten ist zwar überschaubar, jedoch wirklich exzellent und einzigartig im Geschmack.

Von Valladolid aus kann man zahlreiche Cenoten besichtigen. Überall ist ein kleiner Eintrittspreis zu bezahlen. Dieser variiert in der Regel zwischen 80-140 Pesos (umgerechnet ca. 4-7 €) pro Person, je nach Beliebtheit. Die Eintrittspreise in Valladolid sind übrigens wesentlich günstiger als in Tulum.

Cenote Zaci befindet sich mitten in der Stadt von Valladolid. Wer also nicht viel Zeit, oder kein eigenes Auto hat, kann diese auch zu Fuß besichtigen. Besonders eindrucksvoll sind die Cenoten Samula und Xkeken. Sie haben aufgrund ihrer Lage in den geschlossenen Tropfsteinhöhlen etwas absolut mystisches an sich. Wenn die Sonne hinein scheint wirkt es fast wie ein Scheinwerfer, der auf das Wasser gerichtet ist. Wir haben Glück und sind nahezu alleine dort. Die am meisten fotografierte Cenote heißt Suytun. Diese Cenote eignet sich meiner Meinung nach nicht zum Schwimmen, dafür ist sie überaus fotogen. Hier will jeder das „perfekte Instagram Foto“ schießen. Als wir ankommen, sind lediglich zwei weitere Personen da und wir genießen die magische Stille. Die Cenote Ik Kil lassen wir bewusst aus, da diese eine Massenabfertigung ist und von großen Reisebussen im Zuge von Chichen Itza Touren angefahren wird.

Am meisten beeindruckt mich die Cenote San Lorenzo Oxman. Hier gefällt es uns richtig gut und wir bleiben etwa den ganzen Nachmittag über vor Ort. Für die ganz mutigen unter uns (ich zähle leider nicht dazu) gibt es sogar eine Liane von der aus man sich ins Wasser schwingen kann. Diese Cenote befindet sich auch mitten im Dschungel, man sollte also Mückenspray mitnehmen.

Mit dem Baby wechseln wir und natürlich immer ab. Wenn einer von uns im Wasser ist, passt der andere auf den Kleinen auf. Natürlich können wir nie gleichzeitig schwimmen, aber das ist kein Problem. Erstaunlicherweise sind wir nicht die Einzigen Touristen mit Baby bei den Cenoten.

Nach reichlicher Recherche entscheiden wir uns dazu die bekannte Maya Stätte Chichen Izta nicht zu besichtigen. Die Ruinen von Palenque sollen sehr beeindruckend sein. Leider liegen diese nicht auf unserer Route und da wir mit unserem kleinen Baby nicht zu weite Autostrecken fahren wollen, müssen wir bedauerlicherweise darauf verzichten. Stattdessen fällt unsere Wahl auf die archäologische Maya Ruine Ek-Balam, welche ein Geheimtipp unter den Ruinen in Yucatán sein soll. Diese befindet sich ca. 30 km weit weg von Valladolid – mitten im Dschungel von Yucatán. Der Eintritt ist mit umgerechnet etwa € 20 (ca. $ 430) relativ hochpreisig. Im gesamte Areal ist es erlaubt die Ruinen zu betreten und man darf (im Gegensatz zur Pyramide von Chichen Itza) zur Akropolis hinaufsteigen. Die Pyramide ist gewaltig und beherbergt etwa 70 kleine Räumen in sich. Das Hochsteigen ist auf jeden Fall die Anstrengung wert und man wird mit einer imposanten Aussicht über den gesamten Dschungel belohnt. Der kulturelle Abstecher entpuppt sich sogar als einer DER Höhepunkte unserer gesamten Reise durch Yucatán – vielleicht auch weil wir die Einzigen Touristen hier sind und den authentischen Ort in vollen Zügen genießen können. Anschließend kühlen wir uns in der angrenzenden Cenote X’Canche ein wenig ab.

Insgesamt bleiben wir drei Nächte in Valladolid und empfinden den Zeitraum absolut ideal. Unsere Unterkunft Colonte Hotel Origen können wir getrost weiterempfehlen. Hier fühlen wir uns rundum wohl – es ist ein wahrhaft kleines Juwel mitten in der Stadt. Auch das inkludierte Frühstück ist wirklich ausgezeichnet.

7. Isla Holbox

Empfohlener Aufenthalt: 2 Nächte (wenn überhaupt)

Unser letzter Stopp auf der Halbinsel Yucatán ist die Isla Holbox – ausgesprochen „Holbosch“. Die Insel liegt etwa zwei Stunden nördlich von Valladolid, nahe der Stadt Chiquilá. Die Anfahrt verläuft gut über eine lange Straße mit nur zwei Fahrstreifen. Das einzig mühsame sind die unzähligen Bodenschwellen, sogenannte „tope“, die obendrein oft nicht markiert sind und leicht übersehen werden können. In Chiquilá angekommen könnt ihr euer Auto dort (für die gesamte Dauer eures Aufenthalts auf Holbox) parken. Auf der ganzen Straße bis zum Hafen hin gibt es bewachte Parkanlagen. Hier empfehle ich euch nicht die Erstbeste Parkmöglichkeit zu nehmen, sondern eine zu wählen, die relativ weit vorne beim Hafen gelegen ist, denn sonst muss man die Koffer den ganzen weiten Weg hinschleppen.

Es gibt zwei Fähren, die im halbstündigen Takt auf die Insel Holbox hin und zurück fahren.

Holbox: Jener Spot von dem tatsächlich jeder schwärmt. Hier soll das Paradies auf Erden liegen – völlig entspannt und unfassbar authentisch… ein Ort um die Seele baumeln zu lassen. Voller Vorfreude und hohen Erwartungen freue ich mich auf unsere letzte Station und dem „ultimativen Geheimtipp“. So werden wir gleich bei der Ankunft von der Realität eingeholt. Die Insel ist zwar autofrei und ohne asphaltierte Straßen, jedoch überfüllt mit Golfcars, die mit ihren laut ratternden Motoren ziemlich viel Lärm machen.

Die größte Enttäuschung sind für mich die Strände. Holbox liegt nämlich nicht im Karibischen Meer, sondern im Golf von Mexiko. Hier ist das Wasser weder türkis oder blau, sondern grün. Darüber hinaus ist es trüb und eignet sich auch nicht zum Schnorcheln; man würde vermutlich ohnehin nicht viel sehen. Überall am Strand liegt haufenweise Seegras, das ziemlich übel stinkt – teilweise sind es meterhoche Berge an Braunalgen. Nur vor den Luxushotels werden die Algen auf die Seite geräumt. Aber auch ohne Seegras sind die Strände unterdurchschnittlich, vor allem wenn man sie mit den anderen Stränden in Yucatán vergleicht. Ich habe buchstäblich kein einziges Mal das Bedürfnis ins Wasser zu gehen um zu schwimmen. Tatsächlich gibt es viel zu viel Hype um die Insel. Ich muss gestehen, dass ich diesen Trend nicht nachvollziehen kann. Uns begeistert sie nicht und wir würden auch nicht nochmals wiederkommen. Das Paradies sieht, jedenfalls für uns, anders aus.

Obendrein bemerkt ist Holbox auch noch sehr teuer. Das Preisniveau ist hier deutlich höher als in anderen Regionen Yucatans.

Was uns hingegen gut gefällt ist der Flair, denn hier ist tatsächlich alles entspannt. Viel unternehmen kann man meiner Meinung nach nicht – muss man aber auch nicht. Hier kann man den ganzen Tag faulenzen.

Das Ortszentrum ist relativ klein und besteht lediglich aus einem kleinen Hauptplatz und ein paar Straßen rund herum. Was hier aber wirklich beeindruckend ist, ist die Street Art Kunst: Wahrhafte Kunstwerke sind hier mit einer bemerkenswerten Liebe zum Detail an den Wänden vorzufinden. Mein Favorit ist das Mädchen mit dem Hut. Dieses Meisterwerk ist vermutlich das Wahrzeichen der Street Art von Holbox.

Hier empfiehlt es sich einfach durch die Straßen zu schlendern und die Stadt zu erkunden. Den besten Kaffee gibt es im Clandestino Cofe Shop. Für ein authentisches Abendessen ist das Restaurante Viva Zapata sehr empfehlenswert. Wer gerne Italienisch isst, kann das Casa Nostra Roof Restaurant probieren. Wenn es günstig sein soll, dann ist das TacoQueto eine ausgezeichnete Wahl. In der Boutique Lolita Holbox erhalten wir einen guten Wechselkurs für EUR-MXN.

Wir bleiben vier Nächte auf Holbox, was ich definitiv als zu lang empfinde. Wenn überhaupt, dann würde ich zwei Nächte empfehlen.

8. Zusammenfassung

Hier eine kleine Kurzfassung darüber wie Mexiko bzw. Yucatán uns gefallen hat. Die gesamte Region ist abwechslungsreich und vielseitig; es ist für alle etwas dabei: Natur, Kultur, Kulinarik…

Die Strände sind sehr schön, aber nichtsdestotrotz eher nur durchschnittlich verglichen zu anderen Orten in der Karibik. Die einzigen Spots, die wirklich traumhafte Strände haben sind Isla Mujeres und Tulum.

Was die Unterkünfte anbelangt, so gibt es reichlich Auswahl an preiswerten Hotels und Apartments. Hier variieren die Preise start, wobei Tulum und Holbox definitiv die teuersten Regionen sind. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist allgemein dennoch deutlich höher als beispielsweise Kuba oder andere Inseln in der Karibik.

Kommunikationsbarrieren gibt es grundsätzlich kaum welche, da überall (zumindest ausreichend) englisch gesprochen wird.

Die Sicherheit ist generell ein schwieriges Thema. Yucatán gilt als sicherste Region Mexikos, dennoch gibt es Gegenden, die sehr gefährlich sein können. Ich persönlich schätze Yucatán nicht gefährlicher ein als andere Länder in der Karibik. Es kann ohnehin überall etwas passieren…

In Punkto Infrastruktur – was die Qualität der Straßen angeht, so ist diese im Allgemeinen gegeben, jedoch sind nicht alle Wege asphaltiert und teils auch in schlechtem Zustand. Die Bodenschwellen, von denen es unzählige gibt, sind oft nicht markiert. Daher gibt es hierfür Punkteabzüge.

Kulinarisch ist Mexiko allerdings ein Feinschmecker-Paradies, denn hier kann nahezu überall gut gespeist werden.

Hier zusammengefasst die Bewertung der einzelnen Punkte.

Landschaft

Auswahl an Unterkünften

Strände

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Sicherheit (Yucatán)

Infrastruktur (Straßen etc.)

Aktivitäten

Kulinarik (Essen)