Die Seychellen sind eine der beliebtesten Honeymoon-Destinationen. Ich möchte in diesem Reisebericht auf unsere Erfahrungen während der Reise eingehen und nützliche Tipps geben für die, die auch dieses Reiseziel in Erwägung ziehen. Dieser Reisebericht fokussiert sich allerdings hauptsächlich auf die Inseln Praslin und La Digue, da wir dort die meiste Zeit verbracht haben.

Grundsätzlich können die Seychellen das ganze Jahr über bereist werden. Wir haben uns für den Oktober entschieden, da es recht windstill sein soll und es verhältnismäßig wenige Regentage gibt.  

Was die Sicherheit angeht, sind die Seychellen ein SEHR sicheres Reiseziel, wir hatten kein einziges Mal das Gefühl der Unsicherheit, egal um welche Uhrzeit wir unterwegs waren. Rund um die Gegend von Cot d’Or bzw. Anse Volbert soll es jedoch in Folge von Drogenmissbräuchen verhäuft zu Diebstählen, Übergriffen und Gewalttaten kommen. Es ist daher ratsam hier ein wenig vorsichtiger zu sein und seine Wertgegenstände nicht frei herumliegen zu lassen.

Auf den Seychellen auch leben keine gefährlichen Tiere, keine Affen und kaum streunende Hunde.

Landschaftlich sind die Seychellen sehr naturbelassen, was die Inseln wiederum sehr besonders macht. Auf den Stränden gibt es kaum Bars und Cafes, vereinzelt gibt es Tagesstände mit Fruchtcocktails etc, jedoch kaum Toiletten-Anlagen – ich habe auf keinem Strand eine solche Anlage gesehen.

Sprachlich gibt es kaum Barrieren, da die meisten Menschen „gut“ Englisch oder Französisch sprechen. Die Menschen selbst würde ich nicht unbedingt als freundlich bezeichnen, teilweise haben wir uns sogar etwas über deren unfreundliche Art geärgert. Nicht selten verdrehen die Angestellten im Hotel die Augen, wenn man etwas fragt oder beim Frühstück um Dinge wie Salz/Pfeffer bittet. Im Restaurant kann es auch mal vorkommen, dass man erst nach dem dritten Mal Fragen das gewünschte Salz bekommt. Einmal wurden wir von einer Angestellten mit den Worten „What you want?“ angesprochen, als wir um ein Glas gebeten hatten.

Aktivitäten

Tagsüber gibt es diverse Touren zu anderen Inseln in der Umgebung. Schnorchel- und Tauchtrips werden selbstverständlich auch überall angeboten. Ansonsten halten sich die Möglichkeiten der Aktivitäten eher in Grenzen. Die Seychellen eigenen sich von diesem Standpunkt aus betrachtet eher als Entspannungsurlaub. Wer wirklich Action und Aktivurlaub sucht, ist hier eher falsch.

Das Leben auf den Seychellen beginnt mit Sonnenaufgang und endet nahezu mit Sonnenuntergang. Nightlife und Entertainment am Abend gibt es so gut wie gar nicht. Die meisten Restaurants schließen spätestens um 22:00 Uhr, danach hat man kaum noch die Möglichkeit etwas zu unternehmen. Vereinzelt kann man dann nur noch an einer Hotelbar etwas trinken.

Preisniveau

Preislich sind die Seychellen natürlich etwas höher als Österreich/Deutschland, was hauptsächlich daran liegt, dass vieles importiert werden muss. Einheimische zahlen jedoch überall die selben Preise wie die Touristen, weshalb man sich nicht ausgebeutet fühlt.

Eine Übernachtung im durchschnittlichen Guesthouse (mit guter bis sehr guter Bewertung) kommt auf etwa € 100/Nacht/Zimmer. Selbstverständlich gibt es bei Hotels jedoch preislich keine Obergrenze.

Das Wasser im Supermarkt kostet überall ca. € 1, ein Bier etwa € 1,5. Im Restaurant kommt ein Wasser auf ca. € 3-6, ein Bier auf € 5.

Restaurants sind durchschnittlich ca. 30% teurer als bei uns in Österreich/Deutschland. Einen guten gegrillten Fisch bekommt man schon um €15, wobei Praslin etwas günstiger ist als La Digue. Eine sehr gute Alternative bieten lokale Take Aways, wo es hauptsächlich authentische kreolische Gerichte wie Fisch Curry, Fischsteak, Vegetarisches Curry, Wok Nudeln etc. gibt. Das Essen ist immer frisch. Wer jedoch nach 19:00 Uhr kommt, hat kaum noch die gesamte Auswahl, da es nur eine begrenzte Anzahl der Gerichte gibt. In Restaurants kann man bis ca. 21:00 Uhr essen, danach leert es sich relativ schnell und um spätestens 22:00 Uhr wird alles geschlossen. Danach ist (selbst an Wochenenden) nichts los.

1. Praslin

Empfohlener Aufenthalt: 5-6 Nächte

Am besten man bucht sich einen Flug von Mahe nach Praslin, da es günstige Flüge gibt und man sich die zweistündige Fährenfahrt erspart. Zudem ist der Hafen in Mahe nicht beim Flughafen, daher muss man noch mit dem Gepäck durch die Insel fahren. Günstige Flüge findet man über www.checkfelix.com oder www.kiwi.com um ca. EUR 50,- pro Person pro Strecke. Wir haben den Flug direkt im Anschluss an unsere Ankunft in Mahe genommen, um uns später eine anstrengende Weiterreise zu ersparen.

In Praslin haben wir uns ein Mietauto genommen, welches wir vorab durch unsere Unterkunft reserviert hatten. Es empfiehlt sich hier etwas vorsichtig zu sein und das Auto gut zu fotografieren um später etwaige Diskussionen zu vermeiden. Das Fahren auf der linken Straßenseite ist (zumindest für mich) kein Problem.

Strände

Praslin haben wir als eher ruhig empfunden. Sie ist definitiv die am wenigsten touristische Insel, der drei bekanntesten Inseln Mahe, Praslin und La Digue. Wir hatten den Eindruck, dass es Samstag noch etwas ruhiger war als an den anderen Tagen. Sonntag scheint überall etwas mehr los zu sein, da auch die Einheimischen frei haben.  Generell kann man jedoch sagen, dass alle Strände auf den Seychellen nicht überfüllt sind.

Besonders beeindruckend empfinde ich den Strand Anse Georgette. Das Wasser ist, vor allem vormittags, atemberaubend schön. Ich glaube es ist der schönste Strand, den ich jemals gesehen hab und für mich ein absolutes Highlight auf den Seychellen. Was mir außerdem sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass der Strand komplett unberührt, naturbelassen und frei von jeglichem Müll ist. Toilettenanlagen und andere Fazilitäten gibt es hier jedoch nicht. Grundsätzlich kann der Strand aber mit Kindern und sogar einem Kinderwagen besucht werden.

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Anse Georgette
Anse Georgette
Anse Georgette

Das einzig Mühsame ist die Diskussion beim Eingang des Hotels Lemuria, da man durch die Hotelanlage gehen muss um zum Strand Anse Georgette zu gelangen. Da Anse Georgette aber ein öffentlicher Strand ist, darf einem der Eintritt auch nicht verweigert werden. Wir sind ohne Reservierung hingegangen und hatten auch keinerlei Probleme.

Es gibt übrigens auch einen Wanderweg zwischen Anse Georgette und Richtung Anse Lazio, der etwa eine Stunde dauert. Von Anse Georgette aus führt der Weg direkt über den Berg, vorbei an einem Haus mit drei kleinen Hunden (die ziemlich laut bellen, aber glücklicherweise nicht beißen). Danach kommt ein längeres Waldstück und anschließend ein recht steiniger, jedoch kurzer Weg zur Anse Lazio.

Anse Lazio war mein zweites persönliches Highlight. Auch dieser Strand ist atemberaubend schön und ein absolutes Muss. Wer ganz in der Früh kommt, kann auch das Glück haben Haie oder Wasserschildkröten zu sehen.

Anse Lazio

Außer der beiden Strände Anse Georgette und Anse Lazio gibt es auch zahlreiche kleinere nette Strände, die man dann oft ganz für sich alleine hat. Wir sind öfter einfach mal in eine ruhige Gasse eingebogen und waren anschließend stundenlang alleine an dem Strand. Natürlich lassen sich diese Strände nicht mit den anderen beiden vergleichen, aber dennoch sind sie sehr schön.

Restaurants

Besonders empfehlenswert ist das Hotel und gleichzeitige Restaurant Les Lauriers. Es gibt ein großes Salat-Buffet und darüber hinaus reichlich Auswahl an verschiedenen Fischfilets, Steaks, Spareribs etc. Der Thunfisch ist exzellent und förmlich auf der Zunge zergangen. Ich hätte am liebsten jeden Abend dort Essen gegessen, weil es wirklich ausgezeichnet und abwechslungsreich ist. Ich würde allerdings empfehlen zu reservieren, da das Restaurant sehr gefragt ist.

Ein anderes, auch sehr gutes Restaurant, ist das La Goulue. Dieses Lokal ist etwas günstiger, hat aber dennoch reichlich Auswahl an tollen Speisen. Eine Hauptspeise kostet etwa zwischen 10-15€.

Es gibt aber auch einige Take Aways, wo man wirklich günstig und gut essen kann.

2. La Digue

Empfohlener Aufenthalt: 5-6 Nächte
Unterkunft: Maison Charme De L’ile

La Digue hat ein ganz besonderes Flair, da dort alles recht klein ist. Man kommt problemlos mit dem Fahrrad überall hin, da die ganze Insel etwa zwei Straßen hat. Achtung: Alle Fahrräder sind ohne Licht ausgestattet. Es gibt auch kaum eine Straßenbeleuchtung, d.h. oft muss man nachts im Stockdunklen fahren ohne etwas zu sehen. Ich empfehle eine Stirnlampe mitzunehmen, oder die Taschenlampe am Handy zu benutzen.

Einen Tag lang nutzten wir als Tagesgäste die Hotel Fazilitäten im schönen Resort Le Domaine de L’Orangeraie um uns zu entspannen. Der Eintrittspreis hierfür beträgt nur ein paar EUR; einen Konsumzwang gibt es keinen.

Strände

Generell ist die Insel recht hoch frequentiert, da viele Tagestouristen kommen um den bekannten Strand Anse Source d’Argent zu sehen. Der Strand ist auch tatsächlich etwas Besonderes und aus gutem Grund die größte Attraktion auf den Seychellen. Die Granitfelsen sind gigantisch und unglaublich beeindruckend. Was mir besonders gut gefällt, ist der Durchgang zum Strand, neben dem riesigen Gestein. Wir haben uns den Strand allerdings nur ein einziges Mal angesehen, da er für die Verhältnisse auf den Seychellen, recht überlaufen ist. Am Anse Georgette hingegen waren wir nahezu den ganzen Tag alleine am Strand.

La Digue hat neben dem Anse Source d’Argent noch weitere schöne Strände zu bieten. Petite Anse, Anse Cocos und die Grand Anse sind wirklich tolle Strände auf der östlichen Seite der Insel. Der Fahrradweg an die Ostseite der Insel führt über ein längeres Waldstück von etwa 15 Minuten, wo es gegen Ende recht steil wird.

Von den erwähnten Stränden hat uns Petite Anse am besten gefallen, da wir hier den Strand auch fast für uns alleine hatten. Es gibt einige Schattenplätze und kleine „Hütten“ aus Bambus. Es ist allerdings Vorsicht geboten, da alle drei erwähnten Strände nicht zum Schwimmen geeignet sind. Die Wellen sind teilweise sehr hoch und man kann leicht von einer Strömung gefasst werden. Laut Berichten sterben regelmäßig Menschen dort, da viele diese Warnungen leichtfertig ignorieren. Wir waren an der Petite Anse einige Male im Wasser, sind jedoch nicht weit hinaus geschwommen.

Der schönste Strand auf La Digue ist Anse Marron. Dieser ist schwer zu erreichen und der Weg dahin ist auch nicht so einfach, daher ist es am besten man bucht eine Tour. Wir haben die Tour mit „Robert“ gemacht. Er ist sehr bekannt auf der Insel und man kann ihn direkt im Hotel-Restaurant Le Repaire buchen. Eine Tagestour nach Anse Marron kostet etwa 40€ p/P. Inkludiert ist auch ein Früchte-Mittagessen.

Anse Marron bietet einen tollen natürlichen Pool, umgeben von riesigen Felsen. Das Wasser ist glasklar bis zum Grund. Außer den Leuten, die mit uns die Tour gemacht haben, waren sonst keine Menschen an dem Strand, was wirklich angenehm war. Auch dort ist alles sehr naturbelassen, es gibt selbstverständlich keine Toilettenanlagen oder Bars.

Anse Marron
Anse Marron

Restaurants

In La Digue erscheint mir die Auswahl an Restaurants etwas beschränkt. Die beiden besten Restaurants sind das Hotel-Restaurant Le Repaire und das Take Away Mi Mum’s.

Das Le Repaire ist spezialisiert auf Pizza. Die Qualität ist exzellent, preislich ist es allerdings sehr gehoben. Man muss etwa mit 20-25€ pro Pizza rechnen!

Das Mi Mum’s ist ein ausgezeichnetes, lokales Take Away. Man kann aber auch dort vor Ort essen. Die Preise belaufen sich auf etwa 3€ pro Speise. Wer also eher auf Sparschiene ist, kann einige Abende auch im Mi Mum’s essen. Ich glaube wir waren etwa 3-4 Mal dort und haben dennoch immer unterschiedliche Speisen gehabt.

3. Kosten

Alles pro Person für zwei Wochen:

Flug:                         € 550
Unterkünfte:      € 705
Inlandsflüge:        € 55
Mietauto:              € 113
Bargeld:                € 500
GESAMT:           € 1.923

4. Zusammenfassung

Auswahl an Unterkünften

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Landschaft

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Strände

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Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

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Kommunikation

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Sicherheit

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Infrastruktur (Transportmöglichkeiten etc.)

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Aktivitäten

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Kulinarik (Essen)

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