Marokko stand schon länger auf unserer Bucket-List, besonders auch weil ich viel positives über Marokko gehört hatte von Freunden, die schon dort waren. Allein die Fotos haben mich so begeistert, dass ich es unbedingt mit eigenen Augen sehen wollte.

Am Ende des Beitrags gibt es eine Kostenaufstellung, sowie eine persönliche Bewertung mit Dingen, die uns gut gefallen haben und Dingen, die uns nicht so gut gefallen haben. 

Marokko kann man das ganze Jahr über bereisen, allerdings sind die Sommermonate für unsere europäischen Verhältnisse doch sehr heiß. Wir sind im April nach Marokko gereist, wo es den ganzen Tag angenehme 30 Grad hatte. Die Hitze ist jedoch sehr trocken, es fühlt sich nicht so heiß an.

Da wir leider nur 8 Tage zur Verfügung hatten und uns diesmal nicht stressen wollten, haben wir uns entschieden nur Marrakesch und die Wüste in Merzouga zu bereisen.

Marrakesch

Marrakesch hat einen ganz besonderen Charme und Flair. Die kleinen Gassen sind total verwinkelt und manchmal verbirgt sich ein tolles Restaurant oder Café genau in einem kleinen Innenhof oder einer Seitengasse. Wir haben uns öfter gefragt ob wir überhaupt richtig waren.

Wichtig ist es sich angemessen zu kleiden, denn Marokko ist nicht ganz so liberal, wie mancher zu glauben mag. Ich hatte immer lange Kleidung an, zu kurze Kleidung wird dort nicht besonders gerne gesehen.

Was uns gefallen hat

Etwas sehr besonderes in Marokko sind die sogenannten Riads mit den speziellen Innenhöfen, in denen sich meistens ein Springbrunnen oder ein Pool befindet. Jedes Riad ist individuell und man könnte 1001 Nächte in den vielen Riads verbringen, ohne sich zu langweilen. Es zahlt sich nicht aus ein sehr teures Riad zu buchen, da die Unterschiede wirklich minimal sind und es eine extrem hohe Auswahl an sehr guten Riads zu einem günstigen Preis gibt. Ein sehr beliebtes Riad-Hotel ist das „La Mamounia“, welches für seine schönen Säulen bekannt ist. Eine Übernachtung ist allerdings etwas kostspielig, aber durchaus leistbar. Wir haben uns während unseres Aufenthalts für zwei andere Unterkünfte entschieden und ich bereue die Auswahl nicht.

 

Die Souks sind auch ein besonderes Erlebnis, man findet wirklich alles, egal ob man es braucht oder nicht. Wir haben den Tipp bekommen möglichst früh zu den Souks zu gehen, da es gegen Nachmittag immer stressiger wird und die Händler aufdringlich werden.

Was uns nicht gefallen hat

Marrakesch ist eine Stadt, wo überall viele Menschen, Fahrräder und Mopeds fahren, überall ist was los. Besonders um den Hauptplatz Djemaa el-Fna versammeln sich gerne Menschenmassen. Es gibt Schlangenbeschwörer die ihre Kobra zur Musik tanzen lassen, küssen oder fotografieren lassen (gegen Geld wohlgemerkt). Jeder der an diesem Platz vorbeigeht, wird unweigerlich dazu überredet werden irgendwo etwas zu Essen oder zu Trinken oder etwas zu kaufen. Die Händler und Verkäufer sind wirklich sehr aufdringlich und teilweise richtig aggressiv. Jeder versucht etwas Profit aus dem Tourismus zu schlagen, manchmal auf unverschämte Art und Weise. Man erwartet sich Trinkgeld für Leistungen, die nicht erwünscht waren, beispielsweise dafür, dass jemand einem den Weg zu Riad zeigt, obwohl man ausdrücklich Hilfe abgelehnt hat.

In den Souks sind die Händler besonders anstrengend und man wird angebettelt in die Geschäfte hineinzugehen. Der Preis ist reine Verhandlungssache, sobald man jedoch nach dem Preis einer Ware fragt, wird davon ausgegangen, dass man diese auch kaufen möchte. Es empfiehlt sich nur dann anzufragen, wenn man wirklich die Absicht hat etwas zu kaufen. Und auch dann empfiehlt es sich nicht zu viel Interesse zu zeigen, denn sonst zahlt man womöglich das dreifache.

Unterkünfte

Das Riad Utopia Suites war unser absoluter Favorit! Das Riad ist modern, hat einen großen Pool und das Frühstück wird direkt am Pool oder auf der Dachterrasse serviert. Das Personal ist überaus freundlich und entgegenkommend. Als wir uns (beide) leider am letzten Tag den Magen verdorben haben, hat sich das Personal auch besonders gut um uns gekümmert und wir konnten unser Zimmer, ohne Aufpreis, bis Mittag behalten. Man kann im Riad auch zu Abend essen, was nach einem langen Tag in den Souks von Marrakesch durchaus angenehm sein kann. Preislich ist es absolut okay, das Preis-Leistung-Verhältnis passt.

Die Lage ist in der Medina von Marrakesch und absolut zentral. Wir haben dies über www.hotels.com gebucht. Hier der Link, falls jemand Interesse an der Unterkunft hat: Riad Utopia Suites.

 

Unser zweites Riad war etwas rustikaler und auch wunderschön. Überall durftet es nach Jasmin und die Atmosphäre ist richtig angenehm. Das Frühstück wird auf der Dachterrasse serviert. Auch hier ist das Personal sehr freundlich und unterstützend. Die Lage ist mitten im Zentrum der Medina von Marrakesch. Anbei der Link: Riad Anjar.

 

Reise in die Wüste

Ursprünglich wollten wir eine Rundreise um Marokko machen, aber da die Zeit sehr knapp war haben wir uns für eine dreitägige Wüstenreise entschieden. Die Reise selbst haben wir über eine Internetplattform gebucht. Die Wüstenreisen werden bereits ab einem Preis von EUR 150,00 angeboten, wobei alle relativ ähnlich sind.

Was uns gefallen hat

Der Weg in die Wüste geht über das Atlasgebirge und dauert insgesamt etwa zwölf Stunden (reine Fahrtzeit). Die Natur ist wunderschön und sehr abwechslungsreich. Die Straßenverhältnisse sind teilweise ziemlich schlecht, daher dauert die Reise auch recht lang.

Der erste Stop war bei Ouarzazate, wo etliche Filme, darunter auch der Gladiator, gedreht wurden.  Danach ging es weiter Richtung Merzouga, wobei wir die erste Nacht in einem Hotel am Weg verbrachten. Das Hotel war in unserem Reisepackage dabei.

 

Erst am Nachmittag des zweiten Tages erreichten wir die Wüste. Hier wurden uns Kamele zugeteilt und wir gingen langsam in die Wüste hinein. Je näher wir der Wüste waren, desto mehr freuten wir uns alle auf das Erlebnis die Wüste zu sehen und eine Nacht in der Sahara verbringen zu können.

Ich habe schon einige Wüsten gesehen, doch die Sahra ist außergewöhnlich. Es ist richtig beeindruckend. Der Sand ist extrem orange-gelb, die Sandberge sind teilweise bis zu zwölf Metern hoch. Ich war so beeindruckt, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann wie

Auch wenn die Autofahrt sehr lang ist, es zahlt sich auf jeden Fall aus die Wüste gesehen zu haben. Ich würde die lange Reise nochmals in Kauf nehmen um die Wüste so hautnah erleben zu können.

 

Was uns nicht gefallen hat

Die Wüste würde ich mir gerne nochmal ansehen, aber ich würde definitiv eine andere Tour buchen. Obwohl diese als „dreitägige Wüstensafari“ betitelt wurde, waren wir effektiv nur etwa 14 Stunden in der Wüste.

Es wurden unzählige, unnötige Stopps gemacht an Orten, die wir nicht sehen wollten und überall waren bereits mindestens drei andere Busse voller Touristen. Ich hatte das Gefühl auf einer richtigen Verkaufstour zu sein. Überall wollte man uns handgemachte Teppiche, Tücher, Geschirr… verkaufen. Die Händler sind darüber hinaus auch sehr aufdringlich und wollen um jeden Preis etwas verkaufen. Die Guides, die uns betreut haben, waren sehr unmotiviert und nicht besonders freundlich.

Was Marokko einzigartig macht

Die unglaublichen Riads

Nirgends, wirklich nirgends auf der Welt habe ich bisher eine so große Auswahl an gut bewerteten Unterkünften gesehen wie in Marokko. Und jedes ist einzigartig. Hinter jeder massiven Tür, steckt ein kleines Paradies. Zugegeben, das Essen ist überall gleich, aber jedes ist so individuell und liebevoll eingerichtet. Ich empfehle mindestens zwei verschiedene zu probieren, wenn es die Zeit erlaubt. Wir hätten am liebsten noch viel mehr Riads probiert.

Der Preis

Marokko ist für uns Europäer ein recht günstiges Reiseziel, man kann sich alles leisten ohne auf jeden Cent schauen zu müssen. Man bekommt auch schon für wenig Geld etwas Gutes geboten.

Die Handarbeiten in den Souks

Als wir durch die Souks schlenderten, erreichten wir einen Teil wo Holzlöffel geschnitzt, Taschen genäht und Decken gewebt wurden. Und alles was tatsächlich Handarbeit. Es ist wirklich interessant zu sehen wie die Leute mit ihren eigenen Händen etwas herstellen. Viele verkaufen sehr ähnliche Dinge, man findet aber auch tolle Einzelstücke.

Was in Marokko besonders nervt

Die aufdringlichen Händler

Egal wo man in Marokko ist, es geht nur ums Geschäft. Jeder versucht seinen persönlichen Nutzen aus dem Tourismus zu ziehen. Die Händler wollen um wirklich jeden Preis etwas verkaufen, egal was. Wenn man interessehalber nach dem Preis fragt, hat man schon verloren. Überall, wirklich überall, muss man verhandeln.

Diese aggressive Verkaufspolitik hat eine richtige Strategie, denn wenn die Händler anfangen beleidigt zu sein, weil man nichts kauft, dann wollen sie dass wir aus Mitleid etwas kaufen, was die meisten tatsächlich auch machen.

Wenn man keine Lust auf das ganze verhandeln hat, dann sollte man die Märkte und Souks lieber meiden oder sich generell ein anderes Reiseziel suchen.

Man kann niemandem vertrauen

Auch in unseren Hotels wurde davon abgeraten Männer auf der Straße nach dem Weg zu fragen oder mit fremden Männern ins Gespräch zu kommen. Ganz allein die Tatsache, dass einem davon abgeraten wird nervt etwas, denn gerade im Urlaub will ich mich frei fühlen. Wenn dann beispielsweise ein Händler sagt „good price“ und dabei lächelt, dann gehe ich automatisch davon aus, dass das ein schlechter Deal ist.

Der Stress

Vor allem Marrakesch ist eine besonders stressige und laute Stadt. Die Straßen sind eng wie Gehsteige, jedoch voller Menschen und gleichzeitig fahren haufenweise Fahrräder, Mopeds und manchmal auch Autos durch. Ich weiß auch nicht, wie das genau möglich ist ohne dabei überfahren zu werden, aber es ist so. Nach einem ganzen Tag in den Straßen von Marokko, waren wir wirklich froh im Hotel zu sein. Es war ein richtiger Zufluchtsort bei dem ganzen Stress draußen auf der Straße. Obwohl wir sehr gerne verschiedene Restaurants ausprobieren, haben wir uns in Marrakesch an zwei Tagen bewusst dazu entschieden im Hotel zu Abend zu essen, weil wir uns den Stress auf der Straße ersparen wollten.

Kosten in Marokko

Alles pro Person:

  • Flug: EUR 300
  • Unterkünfte für 5 Nächte: EUR 325
  • Wüstentour für 2 Nächte: EUR 120
  • Diverses: EUR 100
  • SUMME: EUR 845

Zusammenfassung

Unterkünfte

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Landschaft

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Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

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Kommunikation

Erdkugel_4x

 

Sicherheit

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Essen

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