Kuba Reiseroute Havanna

Kuba Reisebericht: Reiseplanung, Tipps & ein ehrlicher Erfahrungsbericht

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Kuba ist einzigartig: Die Insel ist eine wahrhafte Perle in der Karibik. Als größte karibische Insel hat sie neben historischen Kolonialstädten, paradiesischen Stränden, malerische Landschaften auch zahlreiche kulturelle Highlights zu bieten. Zwei Wochen sind wir kreuz und quer durch die karibische Insel gereist. Welche Stopps uns in Kuba am meisten begeistert haben, erfährst du in diesem Reisebericht. Wir wollen dir in diesem Blogbeitrag so viel Einblick wie möglich in das Land geben und ehrlich über die gesamte Rundreise durch Kuba berichten – sowohl über positive als auch negative Erfahrungen. Am Ende findest du eine Kostenaufstellung, um eine Idee zu haben wie viel eine Reise nach Kuba in etwa kostet.

Falls du nur einen fotografischen Reisebericht über Kuba sehen möchtest, findest du hier den Link: Foto Highlights

Wissenswertes über die größte karibische Insel Kuba

Kuba Reisebericht: Das erwartet dich

Eine Reise nach Kuba ist gleichzeitig eine Zeitreise in die Vergangenheit – genaugenommen in die 50er oder 60er Jahre. Es scheint fast so, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Als einziges sozialistische Land in Mittelamerika, beeindruckt Kuba vor allem mit den rustikalen Gebäuden, Pflastersteinstraßen und die wunderschönen Oldtimer. (Auf die Schattenseiten des Sozialismus in Kuba, wollen wir weiter unten im Reisebericht genauer eingehen.)

Selten haben wir so ein schönes Land wie Kuba bereist. Außerhalb der Städte ist das Land sehr naturbelassen und dennoch gepflegt. Das Land selbst ist wirklich sehenswert. Die Strände sind paradiesisch schön, soweit das Auge reicht. Das Wasser ist kristallklar und schimmert Türkis; die Strände weiß und fein wie Puderzucker. Wenn du das Paradies suchst, dann bist du hier genau richtig. Es gibt unzählige Strandabschnitte, die menschenleer sind. Nur direkt vor den Bars und Hotels liegen Menschen und sobald man sich ein paar Meter davon wegbewegt, wird es einsam. Egal wie toll die Fotos sind, die man im Internet über Kuba findet – sie spiegeln bei Weitem nicht die Wirklichkeit wieder.

Grundsätzlich kann man das ganze Jahr über nach Kuba reisen. Wir waren im Februar dort, da es das Monat mit den wenigsten Regentagen sein soll.

Kuba ist ein sehr sicheres Land. Man kann auch nachts problemlos durch die Straßen gehen, ohne das Gefühl der Unsicherheit zu haben.

Der Sozialismus hat Kuba stark geprägt. Überall hängen politische Plakate mit sozialistischen Aussagen. Vieles ist trotz des Tourismus noch typisch kommunistisch. Am ersten Tag wurde uns das Wasser und der Strom von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr abgedreht. Auf diese Situation in Kuba wollen weiter unten im Reisebericht genauer eingehen.

Reisedauer: Wie viel Zeit sollte man für Kuba einplanen?

Das hängt natürlich in erster Linie davon ab was du sehen möchtest.

Tipp: Wenn du…

  • weniger als 10 Tage Zeit hast, dann empfehlen wir dir maximal drei Stopps – beispielsweise Havanna, Vinales und Trinidad.
  • Wir empfinden eine Dauer von etwa 14-18 Tagen ideal, um die schönsten Plätze der karibische Insel Kuba zu erkunden.
  • Wenn du sogar drei Wochen in Kuba verbringst, dann hast du ausreichend Zeit auch den Osten des Landes zu bereisen.

Wir selbst sind genau zwei Wochen in Kuba und empfinden den Zeitraum für zu kurz. An fast jedem Spot hätten wir nachträglich gerne etwas mehr Zeit verbracht – außer in Havanna, da war die Zeitspanne absolut ausreichend.

Für wen ist Kuba als Reiseziel geeignet?

Flitterwochen, Romantikurlaub oder doch lieber ein Familientrip? Für wen ist Kuba das geeignete Reiseland? Die Antwort für uns ist klar: Kuba ist das ideale Reiseziel für Abenteurer und Aktivurlauber. Die Insel ist im Vergleich zu anderen Regionen in Mittelamerika nämlich nicht ganz so einfach zu bereisen – zumindest nicht, wenn du nicht ausschließlich einen All-Inclusive Urlaub machen möchtest.

Die meisten Touristen in Kuba sind PaareBackpacker, Individualreisende oder Tagestouristen von Kreuzfahrtschiffen – und zwar aus jeder Altersklasse. Erstaunlicherweise gibt es auch sehr viele ältere Menschen, die Kuba besuchen. Vereinzelt sehen wir auch Familien mit Kindern (vor allem in den All-Inclusive Hotels), das ist dennoch eher die Ausnahme.

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt: Kuba ist unseres Erachtens nach leider nicht die beste Reisedestination, falls du mit kleinen Kindern unterwegs bist. Es gibt in Kuba (und auch in den Unterkünften) nur sehr wenig Baby-Ausstattung: Reisebabybettchen, Babynahrung, Windeln und andere Utensilien, die man benötigt, findet man vor Ort so gut wie gar nicht. Ich habe in keinem einzigen Geschäft Windeln, Feuchttücher oder Babynahrung gesehen. Wenn du daher mit einem Kleinkind nach Kuba fliegst, ist es ratsam diese Dinge selbst mitzubringen.

Für Familien mit (kleinen) Kindern empfehlen wir außerdem keinen Kinderwagen mitzuführen. Zwar sind die meisten Straßen in den kubanischen Städten okay, aber dennoch nicht für Kinderwägen geeignet, da viele Wege aus Pflastersteinen bestehen.

Wenn du allerdings einen All-Inclusive Urlaub in einem Ressort mit deiner Familie planst, dann ist Kuba dafür das absolut richtige Reiseziel. In dieser Hinsicht empfinden wir Kuba als eine weitaus bessere Wahl als beispielsweise Yucatán in Mexiko. Warum? Weil Kuba in Punkto Landschaft, Natur, Strand und vor allem Sicherheit Mexiko weit überleben ist. Außerdem ist Kuba nicht ganz so touristisch wie die gesamte Region Yucatáns.

Reiseroute: Unsere Rundreise durch Kuba im Detail

In diesem Reisebericht gehen wir auf die einzelnen Stopps auf unserer Rundreise durch Kuba ein. Dabei erzählen wir dir darüber, was uns besonders gut gefallen hat und auf was wir bei einer erneuten Reise verzichten würden.

Havanna: 2 Nächte
Vinales: 2 Nächte
Trinidad: 2 Nächte
Cayo Santa Maria: 2 Nächte
Havanna: 2 Nächte
Cayo Largo: 3 Nächte

Es gibt übrigens keinen Ort, den wir retrospektiv betrachtet, nicht nochmals besuchen würden. Vermutlich würden wir eine ähnliche Reiseroute wählen und an jedem besuchten Ort etwas länger bleiben.

Unterkünfte in Kuba: Casa Particulares statt Hotels

Etwas Wissenswertes hinsichtlich der Unterkünfte: In Kuba sind Hotels sehr kostspielig – die Preise für ein Zimmer sind tatsächlich absurd hoch. Ein Zimmer kommt auf €200-400 pro Nacht! Man würde meinen für diesen Preis eine Luxus-Suite zu bekommen, in Wirklichkeit sind die Hotels jedoch sehr mager ausgestattet und alles andere als modern.

Was sich hingegen in Kuba etabliert hat, sind sogenannte „Casa Particulares“. Das Konzept ist ähnlich wie bei Airbnb: Hierbei wohnt man bei Privatpersonen in einem frei verfügbaren Zimmer, das die Besitzer speziell für Touristen eingerichtet haben. Es gibt aber auch „Casas“, die wie ein gewöhnliches Hotel oder Guesthouse geführt werden, mehrere Zimmer haben und oft auch ein Restaurant dabei haben. Eine Übernachtung in einer Casa Particular kostet etwa €25-35 pro Person.

Mittlerweile sind viele Casas bereits auf Booking.com oder Airbnb gelistet. Du kannst auch ganz einfach die Besitzer über Tripadvisor, Facebook oder andere Medien kontaktieren.

Wir haben unsere gesamte Rundreise durch Kuba vorab geplant und hauptsächlich in „Casa Particulares“ geschlafen, da die Hotels in Kuba unser Budget deutlich gesprengt hätten. Manche Gastgeber waren sehr freundlich und haben uns auch nützliche Tipps für die Reise gegeben. Wir hatten allerdings auch Casa Besitzer, die eher unfreundlich waren und nicht mit uns ins Gespräch kommen wollten. Dort würden wir nicht nochmals übernachten.

Internet & Social Media

Das Gute ist: In Kuba kannst du komplett abschalten und die Außenwelt ein wenig vergessen. Denn hier hast du so gut wie keinen Zugang zum Internet. Vereinzelt ist es möglich in gewissen Hotels ein paar Minuten Internetzugang zu kaufen. Das ist allerdings sehr teuer und zahlt sich nicht unbedingt aus. Genieße in diesem Fall das „Social Detoxing“ für die Zeit, die du in Kuba bist.

Die Kulinarische Enttäuschung: Das langweilige Essen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Kuba ist nicht unbedingt für seine Küche bekannt und es ist definitiv nicht das Reiseziel, wo du kulinarische Highlights erleben wirst! Das Essen in Kuba ist tatsächlich nicht besonders gut. Ich würde fast behaupten, dass Kuba das Land ist wo wir mitunter am schlechtesten gegessen haben. Es gibt immer (und überall) das gleiche: Hühnchen mit Bohnen und Reis – alles recht geschmacklos und fad. Vielleicht liegt es daran, dass sie das Essen nicht ausreichend würzen, jedenfalls schmeckt alles gleich, also gleich schlecht. Es zahlt sich daher nicht unbedingt aus teuer Essen zu gehen.

In unzähligen Restaurants zahlt man für Fisch, in Havanna – direkt am Ozean, etwa 20€. Fisch und Seafood ist verhältnismäßig teuer, was wir nicht nachvollziehen können, denn schließlich ist Kuba eine Insel.

Transport in Kuba

Ursprünglich hatten wir unsere Rundreise mit dem beliebten Viazul Bus geplant. Da dieser für unsere erste Strecke ausgebucht war, haben wir genau vor der Busstation einen Fahrer eines sogenannten „Taxi collectivo“ gefunden, der uns direkt von unserer Casa um 08:30 Uhr morgens abgeholt hat. Der Vorteil ist, dass man viel Zeit spart, da der Viazul Bus unglaublich langsam ist. Beispielsweise dauert eine Fahrt von Vinales nach Trinidad mit dem Bus etwa 9 1/2 Stunden, mit dem Taxi collectivo sind es ca. 5 Std. Darüber hinaus erspart man sich auch den mühsamen Weg zur Busstation.

Die Fahrer selbst waren, entgegen unserer Erwartung, immer pünktlich vor der Türe – wir haben nicht auf sie warten müssen. Wichtig ist erstens die eigene Adresse genau anzugeben und zweitens die Telefonnummer des Fahrers anzufragen, sodass man für Rückfragen und Bestätigung ggf. anrufen kann. Schlussendlich haben wir den Viazul Bus kein einziges Mal genutzt, da die Taxis angenehmer waren. Die Kosten halten sich in Grenzen: Wir haben insgesamt € 120 für Havanna – Vinales – Trinidad – Cayo Santa Maria – Havanna gezahlt.

1. Stopp: Havanna – Eine Zeitreise in die 60er Jahre

Empfohlener Aufenthalt: 3-4 Nächte (wir selbst bleiben 4 Nächte)

Der erste Stopp auf unserer Rundreise durch Kuba war die Hauptstadt. Havanna versprüht ein ganz besonderes Flair. Überall sieht man knallbunte Oldtimer wie beispielsweise Cabrio Chevrolets, Cadillac, Plymouth, Pontiac und viele andere. Die alten Autos sind wirklich traumhaft schön und spektakulär, man hat das Gefühl eine Zeitreise in die 50er oder 60er Jahre zu machen. Ich hätte stundenlang nur Autos fotografieren können, so begeistert war ich. Oft habe ich mich gefragt wie es überhaupt möglich ist, dass diese Autos noch fahren. Eine kleine Spritztour mit einem Cabrio aus den 50er/60er Jahren kostet pro Stunde ca. 25-30 CUC (etwa € 25), sofern man etwas Verhandlungsgeschick besitzt. Wir empfehlen dir unbedingt eine kurze Rundfahrt mit so einem Auto zu machen.

Die Altstadt ist allgemein sehr gepflegt und die Hauptplätze sind schön im Kolonialstil mit rustikalen Gebäuden. Ich habe auch kaum Müll herumliegen sehen. Vor allem am Abend ist die Stimmung entspannt. Man findet überall nette Restaurants, wo das Essen zwar nur durchschnittlich gut schmeckt, die Stimmung hingegen sehr romantisch und idyllisch ist. Die Bars Floridita“ und „La Bodeguita del Medio“ sind besonders beliebt, da Ernest Hammingway sie zu besuchen pflegte. Man kann durchaus dort den einen oder anderen Cocktail trinken, ich persönlich empfinde sie jedoch als reine Touristenattraktion.

In Havanna gibt es ganz viele Künstler, die ihre schönen Gemälde verkaufen. Manche Bilder wirken so echt, man würde meinen es seien Fotos. Auf den Zeichnungen werden oft klassische Oldtimer Autos abgebildet.

Überall in Havanna bekommst du ausgezeichnete Mojitos mit dem weltweit bekannten Havanna Rum! Am besten du probierst verschiedene Bars und Restaurants aus – die Cocktails sind überall köstlich.

Der einzige Nachteil: Leider ist die gesamte Altstadt ziemlich touristisch. Es gibt unzählige Souvenirläden, wo man Bilder von Che Guevara etc. kaufen kann. In fast allen Restaurants spielen Live Bands „Oye como va“ für Touristen und gehen anschließend mit einer Schüssel durch, um Spenden zu sammeln. Die Altstadt wirkt daher nicht unbedingt authentisch. Kaum einer akzeptiert die lokale Währung CUP von Touristen, auch wenn die Preise in CUP angeschrieben sind. Restgeld wird auch grundsätzlich nicht zurückgegeben, selbst wenn man nur eine Flasche Wasser kauft.

Was ich leider als mühsam empfand, waren die Taxifahrer. Egal wie kurz die Strecke auch ist, alles wird als „sehr weit“ betitelt, sodass man unter 5 CUC ohnehin nicht mitgenommen wird. Gängig ist auch, dass Taxifahrer angeben kein Wechselgeld zu haben und einem dadurch zwingen wollen mehr zu bezahlen als ursprünglich ausgemacht war. Beispielsweise macht man sich für eine Strecke 8 CUC aus. Gibt man dem Fahrer 10 CUC, sagt er, er hätte kein Restgeld, sodass man ihm die 10 CUC lassen muss. Ich empfehle dir Kleingeld dabei zu haben.

Lohnt es sich Havanna zu besichtigen?

JA, auf jeden Fall! Wir würden wir die Erfahrung keineswegs missen wollen. Denn die Stadt hat definitiv etwas einzigartiges an sich. Der Sozialismus hat auch seine Spuren hinterlassen und es ist sehr interessant dies mit eigenen Augen zu sehen. Wichtig ist nur, die Erwartungen einfach realistisch anzusetzen.

2. Stopp: Valle de Vinales

Empfohlener Aufenthalt: 3-4 Nächte. Wir selbst waren 2 Nächte hier und empfanden es leider viel zu kurz.

Rund um Vinales gibt es die meisten Tabakplantagen Kubas. Beim Kauf von Zigarren ist jedoch Vorsicht geboten, denn hier werden viele Fälschungen verkauft. Besonders die Zigarrenmarken Cohiba, Partagas, Romeo y Julieta und Montecristo werden gerne gefälscht und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Wenn du also sichergehen möchtest, dass die verkauften Zigarren tatsächlich den Marken entsprechen, die sie abbilden, dann solltest du diese nur in einem zertifizierten Geschäft kaufen. Allerdings: Auch in Kuba sind Zigarren NICHT günstig, denn Qualität hat auch hier seinen Preis.

Vinales ist ein Tal in der Provinz Pinar del Rio. Die Landschaft sieht wie gezeichnet aus, umgeben von wunderschönen, grünen Hügeln. Mich erinnert die Landschaft an den Film Jurassik Park bzw. an ein Land wo früher Dinosaurier lebten.

Das Dorf ist sehr nett und da jedes Haus gleichzeitig eine Casa ist, findet man auch bestimmt eine Unterkunft. Man muss also nicht zwingend etwas vorab reservieren, da es ausreicht viel Auswahl gibt.

Besonders schön ist die Aussicht vom Restaurant „El Balcon del Valle„, wo man mit dem Taxi oder zu Fuß hinkommt. Das Restaurant ist sehr nett und das Personal freundlich und bemüht. Preislich ist es absolut okay, man zahlt sogar weniger als in den meisten Restaurants an der Hauptstraße.

Wer einen Strandtag einlegen möchte, kann einen Abstecher auf die Inseln Cayo Jutia oder Cayo Levisa machen. Diese liegen etwa zwei Stunden von Vinales entfernt. Es gibt täglich Taxi collectivos, die einem hin und zurück bringen. Der Ausflug kostet etwa 20€ pP, wobei der Fahrer den ganzen Tag auf die Gruppe wartet. Die Taxis kann man direkt über den Casa Besitzer reservieren.

Direkt neben der Kirche gibt es einen Oper Air Club – „Casa de la musica“, wo die ganze Nacht getanzt wird. Einheimische und Touristen tanzen hier miteinander und haben Spaß.

Unser Tipp: Wir empfehlen dir die Natur auf eigene Faust zu erkunden! Am besten man borgt sich ein Fahrrad aus oder geht zu Fuß. Die beliebten Pferdetouren kann man sich unserer Meinung nach getrost sparen, wir waren alles andere als begeistert. Die Tour hat sich als absoluter Reinfall erwiesen. Alle Touren gehen genau zu den selben Spots, abseits der schönen Landschaft, wo anschließend versucht wird den Touristen Rum oder Zigarren anzudrehen. Als wir dann sagten, wir wollen nur die Natur bewundern, wurden wir an einen Aussichtspunkt gebracht, wo der Aussicht leider nicht ganz so gut war.

3. Stopp: Trinidad

Empfohlener Aufenthalt: 2-4 Nächte
Unterkunft: Hostal Las Margargaritas

Trinidad war der 3. Stopp auf unserer Rundreise durch Kuba. Wir selbst waren 2 Nächte hier und haben den Zeitraum als etwas zu kurz empfunden. Rund um Trinidad ist die Natur und Umgebung sehr schön. Du kannst also problemlos mehrere Tage hier mit Aktivitäten füllen.

Die Stadt Trinidad ist außergewöhnlich – insbesondere die Innenstadt hat durch die alten Gebäude und Pflastersteine einen ganz besonderen Flair. Man sieht hier alle möglichen Verkehrsmittel: Oldtimer, Fahrräder, Pferde und sogar Kutschen. In der Altstadt von Trinidad gibt es unzählige Möglichkeiten Restaurants auszutesten, die zwar nur durchschnittlich gutes Essen haben, aber dafür ein schönes Ambiente bieten.

Unser Tipp: Besuche unbedingt die Casa de la Música im Zentrum der Stadt, bei der langen Treppe. Hier kann bis in die frühen Morgenstunden wild Salsa und anderes getanzt werden!

Der einzige (große) Nachteil hier: Vor allem in der Altstadt wimmelt es von Touristen. Überall sind Italiener, Franzosen und generell leider Touristenmassen. Sobald man die Innenstadt verlässt, ist es leider nicht mehr ganz so gepflegt – die Straßen wirken regelrecht heruntergekommen.

Der Strand Playa Ancon ist absolut überbewertet. In jedem Reiseführer wird dieser als Traumstrand beschrieben. Der Strand selbst ist nichts besonderes, auch der Weg hin (mit dem Fahrrad) lohnt sich nicht. Du kannst rund um Trinidad viel mehr erleben. Unser Tipp: Lasse einen Besuch beim Strand Playa Ancon aus und schaue dir lieber die Altstadt an oder unternehme etwas anderes in Trinidad.

Unser Tipp: In Trinidad hatten wir eine ganz tolle Unterkunft, das sogenannte „Hostal Las Margargaritas„. Der Ausblick auf den Innenhof war sehr schön und das Zimmer selbst groß und gepflegt. Es gab sogar einen Fön, was in Kuba absolut unüblich ist. Dies war eigentlich die einzige richtig nette Casa, wo wir uns nach einem langen Tag gefreut haben, wieder nach Hause zu kommen.

4. Stopp: Cayo Santa Maria

Empfohlener Aufenthalt: 3 Nächte
Unterkunft: Playa Cayo Santa Maria

Wir selbst waren leider nur 2 Nächte hier und haben es als viel zu kurz empfunden.

Der Strand ist top top top. Das Wasser ist unglaublich toll, der Sandstrand wunderschön und weiß. Die Farbe des Wassers ist fast surreal türkis, also wirklich traumhaft. Ich habe meinen Augen fast nicht trauen können, dass es sogar besser als auf den Fotos ist. Sobald man sich ein paar Meter weg von der jeweiligen Hotelanlage platziert, hat man den Strand für sich alleine. Ich wäre gerne länger auf Cayo Santa Maria geblieben und hätte mir gewünscht eventuell etwas anderes zu kürzen, weil es das erste Mal in Kuba war, wo wir uns wirklich im Urlaub gefühlt haben.

Man kann dort nur in einem All Inclusive Clubhotel übernachten, was nicht unbedingt die Romantik im Urlaub fördert. Aus dem Hotel „auszubrechen“ erweist sich darüber hinaus als äußerst schwer, da es kaum Taxis gibt, die sich dort hin verirren. Trotzdem war es nach den Casas wirklich angenehm wieder mal in einem Hotel zu übernachten.

Selbst im Februar ist Schönwetter nicht immer Vorprogrammiert. An einem Morgen hat es kurz geregnet, jedoch nur für 2o Minuten, danach hatten wir wieder den ganzen Tag Sonnenschein.

5. Stopp: Cayo Largo del Sur

Empfohlener Aufenthalt: 3-4 Nächte
Unterkunft: Hotel Pelícano

Cayo Largo del Sur ist unser letzter Stopp auf der Rundreise durch Kuba. Es ist eine Insel, die im Süden von Kuba liegt. Die Hinreise ist jedoch etwas schwierig, da es aktuell nur der Luftweg möglich ist. Es gibt leider keine Fähre hin. Zudem ist der Flug leider ziemlich kostspielig. Gebucht haben wir das ganze über Solways Cuba, da es sonst keine Möglichkeit gibt Cayo Largo zu erreichen.

Zunächst waren wir uns nicht sicher ob sich der Trip nach Cayo Largo des Sur wirklich auszahlt. Die Hotelanlage war okay, wir hatten uns in dieser Hinsicht etwas mehr erwartet, vor allem weil die Hotels in Kuba preislich sehr hoch sind. Als wir dann das Wasser hinter den Palmen erblickten, war es ein richtiger Wow-Moment. Wir waren sprachlos. Das Wasser hat türkis gefunkelt und der Strand war weiß wie Puderzucker. Und das beste daran: Es waren kaum Menschen am Strand. Sobald man sich einige Meter von den drei Bars am Strand wegbewegt hatte, waren da kaum noch Menschen. Wir hatten hat den Strand buchstäblich für sich alleine.

Auf manchen Seiten hatten wir gelesen, dass Cayo Largo del Sur wie Varadero sei. Wir haben diese Erfahrung jedoch nicht gemacht. Bei uns war der Strand buchstäblich leer. Wir sind an einem Tag vom Strand Playa Sirena zu unserem Hotel gegangen, was ca. eine Entfernung von 8km waren. Auf dem ganzen Weg sind wir keinem einzigen Menschen begegnet, es war wirklich herrlich.

Wirklich viel unternehmen kann man auf Cayo Largo del Sur nicht. Muss man aber auch nicht, denn diese Insel ist wirklich ein Ort um zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Wenn du das Paradies auf Erden suchst, dann wirst du es mit Sicherheit dort finden.

Rückblickend hätten wir uns gewünscht länger dort zu bleiben. Cayo Largo ist eine Perle in der Karibik und unser persönlicher Geheimtipp. Die Insel ist definitiv eine Reise wert! Wir selbst waren 3 Nächte auf Cayo Largo del Sur und haben es trotzdem als zu kurz empfunden.

Wie der Sozialismus Kuba geprägt hat & warum das Land einzigartig ist

Der Sozialismus in Kuba: Die bittere Realität

In Kuba leben etwa 65% weiße Menschen, fast 27% Mischlinge und etwa 9% schwarze Menschen. Kuba gilt als das Land mit dem geringsten Anteil an Migranten – nur 0,1% sind Zuwanderer. Die Kubaner selbst sind freundlich, herzlich und oft auch sehr hilfsbereit.

Als Tourist empfindet man die bunten Fassaden, rustikalen Häuser und schönen Oldtimer als romantisch und schön. Die traurige Realität ist jedoch, dass Lebensumstände der Bevölkerung alles andere als romantisch sind. Viele Häuser sind einsturzgefährdet, da sie nicht restauriert werden. Alle Geschäfte, die wir gesehen haben, waren mehr oder weniger leer und hatten nur wenige Waren in den Regalen. Man bekommt kaum Dinge des täglichen Bedarfs. Shampoos, Duschgels, Toilettenpapier werden hinter der Theke abgesperrt und zu völlig überteuerten Preisen verkauft. Tampons habe ich überhaupt nicht gesehen. Zudem ist importierte Ware extrem teuer. Wir waren sehr verwundert als wir gesehen haben, dass eine Tafel Milka-Schokolade umgerechnet 10€ kostet. Lebensmittel sind sehr knapp, die Menschen stehen oft lange Schlange um Dinge wie Eier, Milch und Brot zu besorgen.

Das traurige dabei: In den All-Inclusive Hotels findet man hingegen alles – und zwar in unbegrenzten Mengen. Hier wird zudem täglich extrem viel Essen weggeworfen.

Man könnte sagen: „Aber in anderen armen Ländern ist die Situation doch ähnlich, oder etwa nicht?“ Ja, das mag durchaus stimmen. Wir haben schon viele arme Länder bereist, doch in Kuba ist diese Situation speziell auf das politische System, dem Sozialismus, zurückzuführen. Tatsächlich ist es so, dass die Bevölkerung vor Ort sehr unter den Folgen der Politik leidet. Für die Kubaner selbst ist es beispielsweise nicht ganz so einfach auf die Cayos einzureisen und dort Urlaub zu machen. Diese Regionen sind grundsätzlich den Touristen vorbehalten. Abgesehen davon können sich viele einen Urlaub im eigenen Land ohnehin nicht leisten.

Der Tourismus & die hohen Kosten

Kubaner lieben es zu tanzen und haben das Rhythmusgefühl förmlich im Blut. Ich hatte aber irgendwie die Erwartung, dass wir in Kuba viele Menschen sehen würden, die auf den Straßen tanzen und eine Lebensfreude ausstrahlen, die sie mit anderen teilen wollen. Das ist auch gleichzeitig das interessante mit den Erwartungen, denn ich muss gestehen, dass ich in gewisser Weise enttäuscht war, dies nicht zu erleben. Denn die Wahrheit ist: Kaum einer tanzt auf den Straßen und Live Musik gibt es hauptsächlich in „Casas de la musica“ (Clubs) oder in Restaurants in Verbindung mit Spenden.

Hier kommen wir auch schon zur Schattenseite des Tourismus: Dadurch dass „normale“ Jobs in Kuba sehr schlecht bezahlt werden (40-60€ pro Monat) und die Bevölkerung damit kaum überleben kann, haben die Menschen keine Motivation einem „vernünftigen“ Job nachzugehen. Als Taxifahrer hingegen, muss man eine monatliche Lizenz zahlen und zusätzlich dazu lediglich 10% des gesamten Umsatzes an den Staat abgeben. Dadurch gibt es ein großes Überangebot an Taxifahrern, da es ein lukratives Geschäft ist. Ähnlich verhält es sich mit den Casa Besitzern: Fast jeder hat in seiner Unterkunft ein Zimmer als „Casa Particular“ eingerichtet und verlangt zwischen 25-35€ pro Nacht von einem Gast. Ich glaube, dass keiner der Casa Besitzer, bei denen wir übernachtet haben, sonst einen anderen Job hatte.

Als Tourist fühlt man ein wenig ausgebeutet. In einem Land wo ein Arzt 40-60 CUC (äquivalent zu € 40-60) monatlich verdient, zahlt man als Reisender alleine 35 CUC ( € 35) für eine Nacht in einer Casa, ohne Frühstück, ohne Internet, ohne ein schönes Zimmer und manchmal sogar ohne warmes Wasser. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt hier leider nicht. Wer also wirklich auf Sparschiene ist, sollte sich zwei Mal überlegen ob ihm Kuba eine Reise wert ist.

Der Transport in der Stadt sowie die Unterkünfte und Restaurants sind preislich auf europäischem Niveau, die Qualität ist es allerdings nicht. Das ist eindeutig zu viel für das, was man geboten bekommt. Wir hatten den Eindruck, dass jeder ein Stückchen vom „Tourismus-Kuchen“ haben wollte. Fast schon so, dass Kubaner nur am „leicht verdienten Geld mit Touristen“ interessiert seien. Touristen scheinen in ihren Augen reich zu sein, wenn sie es sich leisten können so weit zu reisen. Teilweise kann ich die Einstellung der Kubaner natürlich nachvollziehen, aber es ist trotzdem nicht angenehm als wandernder Geldbeutel behandelt zu werden.

Trinkgeld & Wechselgeld: Hier ist Vorsicht geboten

In Kuba ist wirklich nichts kostenlos. Noch nicht mal das Lächeln der Kubaner ist umsonst, wenn man das mal so sagen kann. Man muss als Tourist für alles bezahlen. In Kuba wird, für jedes noch so kleine Service, Trinkgeld erwartet. Das ist auf Dauer nicht nur mühsam, sondern kostspielig. Im Hotel gibt es für jeden Mitarbeiter Trinkgeld, sogar für das Personal, das einem den Tisch zuweist oder Wasser bringt. Das ist hauptsächlich auf die vielen Kanadischen Touristen zurückzuführen, die hier sehr großzügig und teilweise absurd viel Trinkgeld geben.

Beim Wechselgeld sollte man immer vorsichtig sein, denn einige Reisende haben ihr Wechselgeld anstatt in Pesos Convertibles in der fast wertlosen Moneda Nacional bekommen. Auch beim Bezahlen im Restaurant ist Vorsicht geboten, da hier oft mit Tricks gearbeitet wird. Viele stellen keine Rechnungen aus, sondern nennen oft nur einen Betrag oder verrechnen Getränke, die man nicht konsumiert hat.

Und dann kommt das Problem, dass Wechselgeld grundsätzlich nicht zurückgegeben wird, egal was man kauft, auch wenn es nur eine Flasche Wasser ist. Warum genau das so ist, haben wir auch nicht verstanden.

Warum Kuba trotzdem einzigartig ist und wir sofort wieder hinreisen würden

Zugegeben, die letzten Absätzen werben nicht unbedingt für eine Reise nach Kuba. Aber: Auch trotz der teils ernüchternden Erfahrungen, würden wir Kuba sofort wieder bereisen. Das Land ist einzigartig, die Natur unglaublich vielfältig und die Strände atemberaubend schön.

Wie eingangs erwähnt ist eine Reise nach Kuba fast ein Zeitreise in die Vergangenheit. Die ganzen klassischen Oldtimer fahren noch ganz „normal“ auf den Straßen Havannas und anderen Städten.

Wenn du außerdem menschenleere Traumstrände suchst, bist du hier genau richtig: Das Wasser ist kristallklar, türkis, der Sand ist weiß – genau so würden wir das Paradies beschreiben.

Kosten für Kuba

Kuba ist kein günstiges Reiseziel. Wir wollten dennoch auf nichts verzichten und haben sogar einen Inlandsflug nach Cayo Largo gemacht, da wir uns das unbedingt anschauen wollten.

Bargeld ist unglaublich wichtig, da man in Kuba kaum Geld abheben kann. Wir hatten vorab genügend Bargeld mitgenommen, um Probleme zu vermeiden.

Hier eine genaue Aufstellung unserer Kosten pro Person für zwei Wochen:

  • Flug Wien-Havanna: EUR 600
  • Flug + Hotel Cayo Largo: EUR 500 (3 Nächte)
  • Hotel Cayo Santa Maria: EUR 200 (2 Nächte)
  • Übernachtungen in Casas: EUR 145 (8 Nächte)
  • Frühstück in Casas: EUR 40
  • Abendessen: EUR 120
  • Transport innerhalb des Landes: EUR 120
  • Taxis Havanna Stadt: EUR 35
  • Taxis Flughafen Havanna: EUR 35
  • Spritztour Cabrio: EUR 30
  • Zigarren: EUR 75
  • Diverses: EUR 140 (Snacks, Trinkgeld, etc.)
  • SUMME: EUR 2.040

Bewertung Kuba

Ist Kuba eine Reise wert?

Ja ja ja! Ich wäre gerne etwas länger geblieben. Wer sich traumhafte Strände erwartet und eher entspannen möchte, wird definitiv nicht enttäuscht werden. In dieser Hinsicht hat Kuba unsere Erwartungen weitaus übertroffen. Wer kulturelles Interesse an Kuba hat, sollte seine Erwartungen etwas zurückschrauben. Dennoch ist Kuba eine Reise wert, weil es einzigartig ist. Ich werde bestimmt irgendwann wieder hin reisen. Wir hoffen unser (sehr ehrlicher) Reisebericht über Kuba hat dir gefallen und freuen uns über eure Kommentare.

Bewertung insgesamt

Sicherheit

Erdkugel_6x

Landschaft

Erdkugel_6x

Strände

Erdkugel_6x

Infrastruktur innerhalb des Landes

Infrastruktur in Havanna

Erdkugel_3x

Kommunikation

Erdkugel_3x

Kultur / Menschen

Preisniveau / Preis-Leistungs-Verhältnis

Erdkugel_3x

Essen

Kuba Reisebericht Bewertung

6 comments

  1. Hallo, das ist der perfekte Bericht für unsere Reiseplanung. Ich fliege Ende November mit einer Freundin nach Kuba und wir haben fast die gleiche Strecke geplant.

    Kannst du mir verraten, wie gut kommt man von Cayo Santa Maria nach Havanna? Klappt das gut mit dem Taxi und wie lange dauert die Fahrt?

    LG Julia

    1. Hallo Julia,

      Wir hatten einen Bus gebucht von Cayo Santa Maria nach Havanna, aber es geht auch mit einem Taxi. Das sollte ganz gut klappen, muss man allerdings vorher ausmachen, da die Taxis nur zum Hotel fahren dürfen, solange sie dort jemanden abholen! 🙂

      Viel Spaß auf Kuba! Genießt es. 🙂

    1. Hallo Sonja!

      Man kann es eigentlich nicht direkt vergleichen. Je nachdem wieviel Zeit ihr habt… Cayo Santa Maria ist eigentlich einfacher zu erreichen, in dem Fall macht es vl mehr Sinn für euch?

      Lg
      Alina

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