Namibia mit Kindern: Guide & Reisetipps mit Baby & Kleinkind

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Sagenhaft viel unberührte Natur: Wilde Tiere, gigantische Sanddünen, faszinierende Wüsten, unendliche Weiten – das ist Namibia! Es ist ein Land für Abenteurer und Reisende, die etwas erleben wollen. Wir bereisen Namibia mit unseren Kindern – genaugenommen sind wir drei Wochen lang mit Baby und Kleinkind unterwegs. Unser Sohn ist während der Reise 3 Jahre, das Baby knapp 10 Monate alt. In diesem Beitrag verraten wir dir unsere Reisetipps und Infos zur Vorbereitung deiner Namibia Reise. Außerdem haben wir zahlreiche praktische Reisetipps für dich. Im letzten Abschnitt findest du eine Übersicht unserer Kosten, damit du weißt, wie viel Geld du für eine Reise durch Namibia benötigst.

Wir wollen uns in diesem Artikel auf die wesentlichen Infos und Reisetipps für Namibia konzentrieren. Wir haben den Beitrag daher so gestaltet, dass du problemlos zu den einzelnen Abschnitten und Reisetipps für Namibia springen kannst. Eine Übersicht der Themen findest du im Inhaltsverzeichnis.

1. Namibia Reisetipps: Was du vor deiner Reise nach Namibia wissen solltest

Warum nach Namibia reisen?

Namibia ist eines der schönsten Länder, die wir bisher bereist haben. Doch was genau gibt es zu sehen? Die Natur steht eindeutig im Fokus.

  • Abenteuer Wüste & Landschaft: Namibia ist das Land der endlosen Weiten und der atemberaubenden Landschaften. Du siehst hier die mitunter höchsten, ältesten und vor allem spektakulärsten Sanddünen der Welt. Besonders eindrucksvoll ist das gesamte Sossusvlei Gebiet (im Namib Naukluft Nationalpark) mit seinen orangefarbenen, leuchtenden Sterndünen. Als Höhepunkt kannst du die mächtige Düne „Big Daddy“ erklimmen. Die Sterndüne ist eine der höchsten Dünen der Welt und erreicht bis zu 380m. Namibias bekanntestes Fotomotiv ist die faszinierende Tonpfanne Deadvlei, wo tote Kameldornbäume wie Skelette stehen. Am Sandwich Harbour treffen die malerischen Dünen der Namib Wüste direkt auf den atlantischen Ozean – ein wahrhaftes Naturspektakel. Außerdem erleben wir in Namibia die mitunter schönsten Sonnenuntergänge weltweit.
  • Wildtiere & Pflanzen: Oryx-Antilopen, Springböcke, Zebras und Co – du siehst die Überlebenskünstler der Tierwelt in freier Wildbahn. Im Etosha Nationalpark (und anderen Wildtierparks) kannst du viele weitere Tiere, wie die „Big Five“ sichten. Zudem gibt es in den Wüstengebieten viele eindrucksvolle Bäume und Pflanzen, die sich perfekt an das Wüstenklima angepasst haben, um zu überleben.
  • Adrenalin-Kick: Du willst Action? Dann ist Namibia das richtige Reiseziel für dich. Sandboarden, mit dem ATV (steht für „all terrain vehicle“) durch eine unberührte Dünenlandschaft düsen, Heißluftballon fahren, Game Drives – Möglichkeiten gibt es zu genüge. Namibia ist auf jeden Fall etwas für alle, die einen Adrenalin-Kick suchen.

Für wen ist Namibia das richtige Reiseziel?

Wir würden sagen: Namibia ist ein perfektes Reiseziel für Abenteurer und Individualreisende. Warum? Weil Namibia wild und teils sehr unberührt ist. Die große Auswahl an außergewöhnlichen Lodges spricht außerdem für einen Romantikurlaub, Honeymoon oder Babymoon. Außerdem kannst du Namibia ohne Weiteres schwanger bereisen. Das Land ist kein Gelbfiebergebiet. Auch der Zika-Virus kommt nicht vor. (Unsere Reisetipps für Namibia mit Kindern, kannst du im nächsten Abschnitt des Artikels lesen.)

Namibia ist ein Land, das du problemlos auf eigene Faust erkunden kannst (und sogar solltest). Die touristische Infrastruktur vor Ort ist trotz der kaum asphaltierten Straßen ideal für einen Roadtrip – so individuell wie es für dich passt. Unsere Tipps für Selbstfahrer-Reiserouten, findest du in einem separaten Artikel auf unserem Blog.

Namibia ist kein Reiseziel für Badeurlaube. Die Wassertemperaturen an der 1.500 Kilometer langen Atlantikküste, erreichen ganzjährig nur 12-14 Grad.

Sicherheit in Namibia

Namibia zählt zu den sichersten Ländern Afrikas. Hier musst du dir, im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern, keine Sorgen um die allgemeine Sicherheit machen. Wir haben uns im ganzen Land sicher gefühlt und hatten während unserer dreiwöchigen Reise keine unangenehmen Erlebnisse – weder in ländlichen Gebieten, noch in den Städten.

Dennoch liest man gelegentlich von Raubüberfallen und Diebstählen, in die auch Touristen involviert sein können. Selbstverständlich ist eine gewisse Vorsicht immer wichtig. Wertgegenstände solltest du niemals unbeaufsichtigt herumliegen lassen.

Wie viel Zeit benötige ich für Namibia?

Für Namibia brauchst du viel Zeit. Grob gesprochen bleiben die meisten Reisenden zwischen zwei und vier Wochen im Land. Eine 14-tägige Rundreise ist durchaus möglich. Diese ist dann aber mit einem durchaus straffen Programm verbunden, sofern du kein Highlight verpassen möchtest. Entspannter ist es auf jeden Fall in drei Wochen. Dieser Zeitraum reicht aus, um die Highlights des Landes zu sehen: Kalahari Wüste, Fish River Canyon, Kolmannskuppe, Sossusvlei, Swakopmund und Etosha Nationalpark. Wenn du außerdem den Nordwesten, beispielsweise das Damaraland oder den grünen Nordosten Namibias, genannt Sambesi (ehemals Caprivizipfel), erkunden möchtest, solltest du insgesamt etwa drei bis vier Wochen einplanen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass du nie länger als 3-5 Tage an einem Ort bleibst. Namibia lebt von der Vielfalt und Abwechslung.

Wir selbst bleiben 20 Tage in Namibia. Da wir mit Baby und Kleinkind reisen, sind wir verhältnismäßig langsam unterwegs. Lüderitz und den Fish River Canyon lassen wir ganz aus, da uns das (mit den Kindern) leider zu viele Autostunden entfernt ist. Sambesi und das Damaraland, möchten wir bei unserer nächsten Reise nach Namibia unbedingt besichtigen.

Wenn du möchtest, kannst du Namibia auch mit Südafrika verbinden und einen längeren Roadtrip machen. Unsere Südafrika Reisetipps, findest du hier: Südafrika Quick Guide, Reiseplanung & nützliche Tipps.

Unsere Reiseroute im Detail

Windhoek ist der Ausgangpunkt unserer Reise. Eine Übernachtung in Namibias Hauptstadt Windhoek ist unserer Meinung nach nicht zwingend nötig, wenn es nicht sein muss. Die Stadt hat nicht viel zu bieten, eignet sich allerdings gut als Startpunkt für deine Rundreise durch Namibia. Alternativ kannst du

Windhoek (Tenbergen Pension): 1 Nacht (nur wenn wirklich erforderlich)
Kalahari Wüste (Gondwana Kalahari Anib Lodge): 2 Nächte (1 Nacht ist ausreichend)
Sossusvlei (We Kebi Safari Lodge): 3 Nächte
Solitaire (Gondwana Desert Grace oder Agama Lodge): 2 Nächte
Walfischbucht/Swakopmund (Desert Breeze Lodge): 5 Nächte
Spitzkoppe (Übernachtung in Omaruru Guesthouse): 1 Nacht (wir empfehlen 1-2 Nächte direkt in Spitzkoppe)
Okaukuejo ( 3-5 Nächte)
Waterberg (Übernachtung in Otjiwarongo): 1 Nacht (optional)
Windhoek: 1 Nacht (optional)

Wann ist die beste Reisezeit für Namibia?

Namibia liegt südlich vom Äquator, daher sind die Jahreszeiten genau umgekehrt zu unseren europäischen. Der Sommer geht von Dezember bis März. In diesen Monaten wird es unerträglich heiß, mit Temperaturen von über 40 Grad. In Namibia gibt es durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr. Es regnet nur zwischen Dezember und April. In den anderen Monaten fällt kaum Niederschlag.

Die Hauptreisezeit für Namibia-Reisen ist während des Winters (also im europäischen Sommer). Als Hochsaison gelten Juli und August. In diesen Monaten sind verhältnismäßig viele Touristen unterwegs. Die Nebensaison geht von April-Mai, beziehungsweise von August-Oktober. Das ist die beste Reisezeit.

Wir reisen im Juni durch Namibia. In den meisten Unterkünften sind wir sogar die einzigen Gäste. Auch auf den Straßen herrscht im Juni kaum Verkehr.

Reisezeit: Was wir vorher gerne gewusst hätten

Was wir vor der Reise nicht wussten: Das Klima ist sehr rau. Die Nächte sind im Winter (je nach Region) extrem kalt. Teils kühlt es nachts auf bis zu Null Grad ab! Die meisten Unterkünfte sind kaum isoliert und das Heizen ist daher schwierig. Richtig kalt ist es bei uns glücklicherweise nur in der Kalahari Wüste und in Windhoek. An allen anderen Orten brauchen wir abends nur dünne Jacken.

Tagsüber ist es auch im Winter trotzdem warm – je nach Region liegt die durchschnittliche Temperatur zwischen 25-31 Grad. Das ist zwar angenehm, dennoch kannst du Poolanlagen in Hotels in den Wintermonaten nicht nutzen. Das Wasser in den Pools wärmt sich, trotz der vielen Sonnenstunden, kaum auf.

Im Wüstengebiet brennt die Sonne zeitweise sogar durch unsere Kleidung hindurch. Das ist vor allem für unser Baby unangenehm. Trotz eines Sonnenschutzfaktors von 50+ trocknet dessen Haut an den Beinen stark aus. Uns Erwachsenen trocknen die Lippen aus. Wir empfehlen dir ein Babyöl und eine Lippenpflege (Vaseline oder ähnliches) von Zuhause mitzubringen.

Bei einer erneuten Reise nach Namibia, würden wir den Winter meiden und stattdessen den Frühling oder Herbst nutzen. Empfehlenswert ist auf jeden Fall die Nebensaison, da es nachts nicht so kalt ist.

Packliste Namibia: Welche Kleidung brauche ich für Namibia?

Die Packliste hängt stark von deiner gewählten Reisezeit ab. Wenn du während des Winters durch Namibia reist, brauchst du auf jeden Fall auch wärmere Sachen. Ein Wollpullover, eine warme Jacke und dicke Socken sollten nicht fehlen. Für die Kinder benutzen wir abends (in manchen Regionen) sogar Daunenjacken und Thermo-Schlafanzüge.

Für tagsüber empfehlen wir dir luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung. Du musst für alle vier Jahreszeiten gleichzeitig packen.

Welche Sprache(n) spricht man in Namibia? Kommunikation vor Ort!

Die offizielle Landessprache ist Englisch. Unser Eindruck ist allerdings, dass Englisch weniger die Muttersprache, sondern eher die Zweitsprache der meisten Einwohner Namibias ist. Daher würden wir nicht behaupten, dass alle Einheimischen gut Englisch sprechen, es reicht aber aus um sich (ein wenig) zu verständigen. Etwa 45% der Einwohner sprechen Oshivambo.

In vielen Regionen des Landes wird außerdem Deutsch und Afrikaans gesprochen. Witzig ist, dass viele Einheimische oft typisch deutsche Vornamen haben. Der Barkeeper in einer unserer Lodges heißt Hermann, die Rezeptionistin heißt Gertrud.

2. Namibia mit Kindern: Reisetipps für Familien

Namibia mit Kindern? Ist Namibia das richtige Reiseziel für Familien mit (kleinen) Kindern?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Daher müssen wir hier ein wenig ausholen.

Warum nach Namibia mit Kindern?

Gehen wir zunächst auf die Vorteile ein: Zwischen Namibia und der mitteleuropäischen Zeitzone (Österreich/Deutschland) gibt es in den Sommermonaten keine Zeitverschiebung. Im Winter (Oktober-April) beträgt der Zeitunterschied +1 Stunde.

Namibia ist sehr entwickelt. Sogar abseits der größeren Städte gibt es in den Geschäften genügend Baby- und Kindersachen. Du findest unzählige Kinderbekleidungs- und Spielzeuggeschäfte vor Ort. In Windhoek stoßen wir in einem Einkaufzentrum auf einen tollen Indoor-Spielplatz und eine kindergerechte Spielhalle.

Die Einheimischen sind außerdem unglaublich kinderfreundlich. In sämtlichen Unterkünften bekommen wir gratis Babybettchen; in Restaurants gibt es überall Hochstühle. Zeitweise übernehmen die Angestellten in den Unterkünften sogar kurzfristig die Kinderbetreuung, sodass wir ruhig Abendessen können.

Ein weiterer Vorteil ist der angenehme Flug über Deutschland. Die Fluglinie Eurowings Discover (eine Tochter der Lufthansa) fliegt über Nacht nach Windhoek und zurück. Für uns ist das großartig, da wir bei Langstreckenflügen bevorzugt Nachtflüge nehmen. (Achtung: Die Fluglinie Eurowings Discover bietet leider keine kostenlosen Decken an. Nimm dir eine Decke von Zuhause mit, da es im Flugzeug wirklich kühl ist.)

Nachteile einer Namibia Reise mit Kindern

Trotz der erwähnten positiven Aspekte, kommt jetzt ein großes „Aber“: In Namibia musst du viele weite Strecken mit dem Auto fahren. Wir lassen bewusst Highlights aus, um die Anzahl an langen Autofahrten zu reduzieren. Insgesamt kommen wir in drei Wochen dennoch auf über 3.000 km. Im Schnitt dauert jede Autofahrt etwa 4 Stunden. Die langen Autofahrten sind für kleine Kinder und Babys leider anstrengend, das haben wir selbst etwas unterschätzt. Längere Zwischenstopps und zusätzliche Übernachtungen kannst du kaum einbauen, da oft hunderte Kilometer lang nichts kommt als nur Wüste.

Ein weiterer Nachteil ist: Die Aktivitäten vor Ort sind für kleine Kinder eher beschränkt. Öffentliche Spielplätze gibt es eigentlich nur in Windhoek und Swakopmund. (Dafür ist Swakopmund eine tolle Stadt für die ganze Familie. Hier kannst du auch mit ganz kleinen Kindern viel unternehmen.)

Ob Namibia das richtige Reiseziel für dich und deine Familie ist, hängt letztlich davon ab wie gerne du (beziehungsweise deine Familie) mit dem Auto fährst. Wir würden es wie folgt zusammenfassen: Namibia ist toll und ideal geeignet für ältere Kinder, hingegen suboptimal für Familien mit Kleinkindern und Babys. Wir wollen Namibia auf jeden Fall nochmals besichtigen, wenn die Kinder etwas älter sind.

Unsere Reisetipps für Namibia mit Kindern

Sollte dich das Gelesene nicht abgeschreckt haben und du möchtest (wie wir) trotzdem mit einem Baby und/oder Kleinkind nach Namibia reisen, haben wir hier weitere Reisetipps für dich zusammengefasst.

Was finde ich vor Ort?
  • Du findest alle Kinder- und Babyutensilien ausreichend vor Ort: angefangen von Feuchttüchern über Windeln bis hin zu Säuglingsnahrung. Größere Supermärkte, beispielsweise die Supermarktkette „Spar“, führen sogar die bekannten Baby-Marken Pampers oder Huggies. Wenn du nur wenig Platz in deinem Koffer hast, empfehlen wir dir diese Dinge dort zu besorgen.
  • Einen Baby- bzw. Kindersitz für das Auto bekommst du beim lokalen Mietwagenvertreiber gegen eine Pauschalgebühr von ca. 25€ pro Sitz. Das Equipment ist qualitativ hochwertig.
Was sollte ich von Zuhause mitbringen?
  • Wenn du möchtest, kannst du eine Tragehilfe mitnehmen. Die Babytrage ist im Sossusvlei Gebiet auf jeden Fall notwendig. Die Wanderung zum Deadvlei ist ohne Trage (zumindest mit sehr kleinen Kindern) schwierig. Für die restlichen Regionen in Namibia brauchst du nicht zwingend eine Tragehilfe. Eine Kraxe ist nicht notwendig, da du in Namibia normalerweise nur wenige Wanderungen machst.
  • Optional kannst du einen Kinderwagen/Buggy mitbringen. Wir verwenden den Kinderwagen hauptsächlich bei der An – und Abreise sowie in den Städten Swakopmund und Windhoek. Dennoch würden wir nicht behaupten, dass ein Kinderwagen zwingend nötig ist.
  • Reisemedikamente für Kleinkinder: Was wir grundsätzlich auf jeder Reise dabei haben sind Fieberzäpfchen (Nureflex/Mexalen), Wundsalbe (Inotyol/Bepanthen), Lippenpflege, Babyöl, Nasentropfen aus Kochsalzlösung, Hustensaft. Außerdem solltest du etwas gegen Durchfall und Erbrechen dabei haben.
  • Bring ebenso einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor für dein Kind von Zuhause mit. Das Wüstenklima ist derart rau, dass du dich unbedingt auch unter der Kleidung einschmieren solltest. (Empfehlung: Sonnencreme von Weleda speziell für Babys und Kleinkinder.)

In Namibia passierte es uns zum ersten Mal im Ausland, dass wir ein Krankenhaus aufsuchen mussten, da unser Baby plötzlich mehrmals erbrochen hat. Um es abklären zu lassen, waren wir in der Mediclinic Swakopmund. Hier wurden wir schnell und gut behandelt. Die Untersuchung kostete € 77, mit der Möglichkeit bei einem weiteren Notfall sofort wiederzukommen.

3. Transport in Namibia: Mit dem Mietwagen durch das Land

Namibia lässt sich bestens als Selbstfahrer mit dem Mietwagen erkunden. Der Weg ist das Ziel, denn: Eine Reise durch Namibia ist unweigerlich mit vielen, langen Autofahrten auf Schotterstraßen verbunden. Die Distanzen zwischen den Stopps sind sehr groß. Die kürzeste Autofahrt von einem Spot zum nächsten dauert ungefähr drei Stunden.

Die meisten Reisenden mieten sich einen Geländewagen, wenn sie durch Namibia reisen – so auch wir. Tatsächlich finden wir, dass ein SUV mit viel(!) Bodenfreiheit für Namibia durchaus notwendig ist. Solltest du nur die klassische Touristen-Route fahren, benötigst du keinen Allradantrieb. Abseits der typischen Touristenpfade, ist dieser aber unbedingt erforderlich. Einen normalen PKW würden wir dir für Namibia keinesfalls empfehlen.

Wir nutzen während der Reise hauptsächlich Google Maps. Alternativ kannst du auch die App Maps-me im Offline Modus nutzen. Unserer Erfahrung nach ist sie aber nicht ganz so zuverlässig.

Was kostet ein SUV in Namibia?

Mietautos in Namibia sind nicht günstig. Ein erstklassiger Geländewagen mit Allrad kommt auf mindestens € 100,-/Tag, sprich € 2.100 für 3 Wochen!

Wir reservieren unser Auto vor der Reise über Checkfelix.com und bezahlen „nur“ € 1.475,- für 3 Wochen. Für diesen Preis bekommen wir einen Toyota Rav4, ohne Allrad. Im Preis inkludiert ist nur die Miete. Der Selbstbehalt im Schadensfall beträgt € 1.000. Für zusätzlich € 10/Tag können wir den offenen Selbstbehalt absichern, sodass wir im Falle eines Schadens nichts bezahlen müssen. Die Kindersitze kosten zusätzlich € 55,- zusammen.

Wenn du zeitig buchst, findest du auf der Webseite Namibia2Go gute Angebote. Wahlweise gibt es Geländewagen mit Campingausrüstung und Dachzelt. Diese Ausrüstung brauchst du nur, wenn du wirklich auf Campsites (und nicht in Lodges) übernachten möchtest.

Wie sind die Straßenverhältnisse in Namibia?

In Namibia herrscht Linksverkehr, du musst dich also umstellen, wenn du dort mit dem Auto fährst.

Aktuell gibt es in Namibia nur eine Autobahn. Abgesehen davon hat das Land viele asphaltierte Hauptstraßen. Die meisten Straßen sind jedoch Schotterstraßen. Zwar sind tiefe Schlaglöcher keine Seltenheit, dennoch sind die meisten Straßen in einem guten Zustand. Die Schotterpisten sind sehr breit und frei von Sichthindernissen wie Bäumen. Somit hast du als Fahrer eine relativ weite Sicht.

Auf den Straßen Namibias herrscht wenig bis kein Verkehr. Uns passiert es mehrmals, dass wir auf einer mehrstündigen Fahrt keinem einzigen Auto begegnen. Bei einer Panne bist du höchstwahrscheinlich auf dich alleine gestellt.

Die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt ungefähr 80km/h. Viel schneller solltest du auf den Schotterstraßen nicht fahren, um Reifenschäden zu vermeiden. Steinschläge und Reifenplatzer kommen in Namibia regelmäßig vor.

Denke daran regelmäßig zu tanken, vor allem außerhalb der Städte. Am besten du tankst bei jeder Gelegenheit, denn nicht alle Tankstellen haben immer ausreichend Benzin lagernd.

4. Unterkünfte in Namibia – unsere Reisetipps

Wie bereits erwähnt, eignet sich Namibia unserer Meinung nach gut für Honeymooners. Das liegt unter anderem an den schönen Unterkünften vor Ort. Hier hast du eine große Auswahl mit unterschiedlichen Preiskategorien.

Hier unsere Tipps für Unterkünfte in Namibia:

  • Klassische All-Inclusive-Resorts und riesige Hotelketten suchst du hier vergeblich. Namibia ist kein Land für Massentourismus. Stattdessen findest du hier viele stylische Lodges und Boutique Hotels. Die meisten dieser Unterkünfte sind unglaublich geschmackvoll eingerichtet. Lodges sind Ferienhäuser für Naturerlebnisse – ein Klassiker in Afrika. Diese befinden sich meist direkt im Naturschutzgebiet, oft auch mitten in der Wüste. Wir empfehlen dir auf deiner Reise mindestens ein Mal in einer (Game) Lodge zu übernachten. Preislich liegen die Lodges bei etwa €100-€200 pro Nacht.
  • Die meisten Touristen bereisen Namibia allerdings mit einem Dachzelt auf dem Geländewagen. Hierbei übernachtest du auf speziellen Camping Plätzen, die du vor Ort reichlich findest. In Namibia regnet es ohnehin selten, daher ist das Dachzelt eine wirklich gute Option das Land zu bereisen – sofern du gerne campst. Beliebt ist in Namibia außerdem das „Glamping“. Der Ausdruck ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern „Glamour“ und „Camping“ und steht für eine Art des Luxus Campings. Da wir mit Kleinkind und Baby durch Namibia reisen, fällt die Option des Campings beziehungsweise Glampings für uns weg. Bei einer erneuten Reise, könnten wir uns aber gut vorstellen Namibia mit einem Dachzelt zu bereisen, sobald die Kinder etwas älter sind.

5. Essen und Trinken: Lokale Spezialitäten

Um ehrlich zu sein: Namibia ist nicht unbedingt ein Land, das bekannt ist für seine kulinarischen Highlights. Spontan fallen uns kaum authentische Speisen ein, die wir nur mit Namibia in Verbindung bringen. Allgemein würden wir sagen, dass das Essen in Namibia aber durchaus gut ist. Es gibt vor Ort viele Restaurants, die hauptsächlich internationale Speisen anbieten. Wichtig zu wissen: Das Essen ist allgemein gesprochen sehr fleischlastig.

Die größte Auswahl an Restaurants gibt es in Windhoek und in Swakopmund. In Swakopmund findest du viele deutschsprachige Restaurants. Hier sind die Speisekarten in deutscher Sprache, auch die Bedienung spricht meist Deutsch.

Ähnlich wie in Südafrika, ist Steak eine beliebte lokale Speise. Wir würden behaupten, dass Steak durchaus das Nationalgericht in Namibia ist. Neben den klassischen Rinder Steak ist auch Game Steak sehr beliebt – du findest Springbock Antilope oder Oryx regelmäßig auf den lokalen Speisekarten. Wenn du gerne Fleischgerichte isst, empfehlen wir dir unbedingt ein Mal ein Game Steak zu probieren. Geschmacklich unterscheidet es sich stark vom klassischen Rind. Tipp: Bestelle das Game Streak immer Medium Rare oder Medium, da es sonst zu trocken ist.

Für das Service in Restaurants ist es üblich etwa 10% Trinkgeld auf die Gesamtrechnung zu geben.

Restaurant-Tipp

Windhoek: Cape Town Fish Market
Swakopmund: Old Steamer & Altstadt Restaurant

6. Krankheiten, Impfungen & Medizinische Versorgung in Namibia

Die medizinische Versorgung ist generell gesprochen gut. In den Wüstengebieten gibt es jedoch kaum Krankenhäuser. Die Krankenversorgung in Windhoek, Swakopmund und Otjiwarongo sind hingegen mit den europäischen Standards vergleichbar. Hier gibt es Standorte der Mediclinic, wo du dich notfalls behandeln lassen kannst.

Impfungen & Reiseapotheke

Wir empfehlen dir vorab zu deiner Reise ein Tropeninstitut aufzusuchen. Dort wirst du ausreichend über nützliche Impfungen beraten. Für die Einreise ins Land gibt es grundsätzlich keine vorgeschriebenen Impfungen. (Wenn du direkt über ein Gelbfieber Gebiet einreist, brauchst du einen Nachweis über eine gültige Gelbfieberimpfung.) Empfohlen werden ansonsten die gängigen Reiseimpfungen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (ACWY).

Abgesehen davon solltest du in deiner Reiseapotheke immer Medikamente zur Behandlung von üblichen Reisekrankheiten wie Kopfschmerzen oder Margen-Darm-Infektionen dabei haben. Außerdem ist es ratsam Mittel zur Linderung von Juckreiz mitzunehmen, falls es zu Insektenstichen kommt.

Malaria & Dengue-Fieber

Namibia ist zum Teil ein Malaria Gebiet. Das gute jedoch: Nur der nördlichste Teil Namibias gilt als (mäßiges) Malaria Risikogebiet. Der Rest des Landes, darunter Windhoek, die Küste Namibias sowie die Namib Wüste, sind malariafreie Gebiete. Bei Reisen durch Malaria Risikogebiete, wird Besuchern die Einnahme von Malariaprophylaxe empfohlen.

Malaria wird durch Anopheles-Mücken übertragen. Aktiv sind diese in den Dämmerungsstunden und in der Nacht. Tagsüber besteht keinerlei Gefahr. Die Mücken stechen gerne in Fußgelenke oder auch die Kopfhaut. Lange, helle Kleidung und Socken (auch bei großer Hitze) sind daher ein idealer Schutz. Ebenso solltest du deinen Kopf immer schützen.

Während der Trockenzeit und im Winter existiert das Problem kaum. Im Wüstengebiet sind sowieso nahezu keine Gelsen.

Zum Thema Dengue-Fieber in Namibia gibt es zu wenige Daten. Es wird ein geringes Risiko vermutet.

7. Was kostet eine Reise nach Namibia?

Die lokale Währung ist der Namibia-Dollar. Er entspricht 1:1 dem südafrikanischen Rand. Aktuell liegt der Wechselkurs bei € 1 = N$ 15.

Namibia ist kein günstiges Reiseziel und alles andere als low-budget. Das Preisniveau ist relativ hoch, vergleichbar mit dem europäischen. (Südafrika ist weitaus günstiger als Namibia.) Besonders der Flug, das Mietauto und die Unterkünfte gehen ordentlich ins Geld. Wenn du mit SUV samt Dachzelt durch Namibia reist, kannst du dir das Geld für die Unterkünfte natürlich komplett sparen.

Kostspielig sind außerdem die Ausflüge. Der Tagesausflug nach Sandwich Harbour kostet uns €100 pro Person.

Da in den meisten Lodges das Frühstück und Abendessen inkludiert ist, geben wir verhältnismäßig wenig Geld für das Essen vor Ort aus.

Kosten im Detail

Hier findest du eine Übersicht unserer Ausgaben pro Person für insgesamt 3 Wochen.

  • Flug: € 676 (3x = € 2.028 gesamt)
  • Unterkünfte: € 1.264
  • Mietwagen: € 737,5 (€ 1.475 gesamt)
  • Kindersitze für Kleinkind & Baby: € 27,5 (€ 55 gesamt)
  • Tanken: € 158 (€315 gesamt)
  • Essen & Restaurants: € 446 (€ 892)
  • Sandwich Harbour Tour & Quad Adventures: € 150
  • Aktivitäten & Game Drives: € 65
  • SIM-Karte: € 13 (€ 26 gesamt – wir kaufen nur eine)
  • SUMME: € 3.537 (€ 7.814 gesamt)

8. Sonstige Reisetipps für Namibia: Internet, Reisestecker & andere Infos

Internet & Lokale SIM-Karte

In Namibia hast du in allen Unterkünften und zusätzlich in vielen Restaurants Zugang zu kostenlosem Internet. Allerdings macht es dennoch Sinn eine lokale SIM-Karte zu haben. Du bist verhältnismäßig viel mit dem Auto unterwegs und brauchst sowohl ein gutes Navi als auch die Möglichkeit im Notfall jemanden kontaktieren zu können.

Eine lokale SIM-Karte kostet umgerechnet etwa 25€. MTC ist der bekannteste Internetanbieter vor Ort. Du kannst dir die SIM-Karte am Flughafen zulegen.

Du kannst dir an jeder Tankstelle MTC Airtime kaufen und per SMS aufladen. Das ist die kostengünstigste Variante, um laufend Internetempfang zu haben.

Namibia Reisestecker

Du benötigst für Namibia den gleichen Stromstecker wie für Südafrika. In den meisten Unterkünften gibt es aber zusätzlich die europäischen Stecker. Wir haben nur einen Stecker dabei, was für uns ausreichend ist.

9. Zusammenfassung & Bewertung Namibia – Unsere Reisetipps im Überblick

In diesem Abschnitt findest du unsere Zusammenfassung und Bewertung unserer Reise durch Namibia.

Landschaft

Kurz gesagt: Namibia ist phantastisch! Die endlosen Weiten und die unberührte Natur sind einmalig. Wer Abenteuer sucht und wilde Tiere sehen möchte, ist hier richtig.

Bewertung Erdkugeln Punkte

Aktivitäten

Langweilig wird es in Namibia bestimmt nicht werden. Neben den Safari Pirschfahrten und den beeindruckenden Wüsten, kannst du in Namibia viele actionreiche Aktivitäten machen, wie beispielsweise mit dem ATV durch eine unberührte Dünenlandschaft düsen oder Heißluftballon fahren.

Die Aktivitäten mit kleinen Kindern sind in Namibia jedoch etwas begrenzt.

Bewertung Erdkugeln Punkte

Auswahl an Unterkünften

Du hast in Namibia eine gute Auswahl an Unterkünften in verschiedenen Preisklassen. Lodges kommen auf ungefähr € 100-€ 200 pro Nacht. Aufgrund der hochpreisigen Lodges gibt es Punkteabzüge. Weitaus günstiger ist es wenn du dir einen Geländewagen mit Dachzelt nimmst und unter freiem Himmel schläfst.

Bewertung Erdkugeln Punkte

Kulinarik: Essen & Trinken

Das Essen in Namibia ist gut. Meist werden internationale Gerichte oder Steaks angeboten. Punkteabzüge gibt es, weil das Essen fleischlastig ist.

Bewertung Erdkugeln Punkte

Kosten / Preis-Leistungs-Verhältnis

Namibia ist teuer. Eine dreiwöchige Reise durch das Land kostet € 2.500-€3.500. Teuer ist vor allem das Mietauto und die Unterkünfte. Auch die Aktivitäten vor Ort sind kostspielig.

Bewertung Erdkugeln Punkte

Das waren unsere Namibia Reisetipps in einem Artikel zusammengefasst. Denkst du auch daran Namibia mit Kindern zu besichtigen? Oder hast du Namibia bereits bereist? Falls du noch andere Reisetipps für Namibia hast, kannst du sie gerne in den Kommentaren schreiben. Dort kannst du auch gerne offene Fragen adressieren.

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