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Japan Kuriositäten – 10 verrückte Fakten, die du nicht wusstest

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In ein anderes Land zu reisen, bedeutet auch die jeweilige Kultur kennenzulernen. In Japan gibt es kulturell, kulinarisch und gesellschaftlich unglaublich viel zu entdecken – vor allem für uns Europäer. Manche von euch haben vielleicht den einen oder anderen unserer Blogbeiträge über Japan gelesen und kennen schon ein paar verrückte Kuriositäten über dieses Land. Tatsächlich aber gibt es einige Fakten über Japan, die das Land nochmal besonders von anderen Ländern unterscheiden. In diesem Beitrag erzählen wir dir konkret von 10 verrückten Besonderheiten, die du über Japan garantiert noch nicht wusstest.

Falls du mehr über Japan lesen möchtest, findest du in diesem Bereich auf unserem Blog mehr darüber: Japan Blog – Reiseberichte über das Land der aufgehenden Sonne.

1. In Japan gibt es keine Mülleimer – und trotzdem ist es überall sauber

Kommen wir gleich auf die erste der Kuriositäten in Japan zu sprechen – Japan ist unglaublich sauber und gepflegt. Man sieht keinen Müll auf den Straßen herumliegen, es gibt nicht mal klebende Kaugummis auf den Gehsteigen. Hier fällt speziell auf: In ganz Japan gibt es kaum Mülleimer auf den Straßen. Selbst auf Bahnhöfen und öffentlichen Toiletten gibt es keine Abfalleimer. Du fragst dich jetzt bestimmt wie das dann mit der Müll-Entsorgung in Japan funktioniert, richtig? Die meisten Japaner nehmen ihren Müll tatsächlich mit nach Hause und entsorgen ihn dort.

Warum das so ist? Der Grund dafür ist ein tragisches Ereignis in Tokio und geht in das Jahr 1995 zurück. Es gab mehrere terroristische Giftgasanschläge auf öffentliche Abfalleimern. Bei den Anschlägen wurde das Nervengift Sarin verwendet. Dabei wurden insgesamt etwa 6.000 Menschen verletzt; 13 starben sogar.

Danach wurden sukzessive nahezu alle Mülleimer in ganz Japan abgebaut und auch nicht wieder angebracht. Vereinzelt findet man bei manchen Zugstationen noch welche, aber es sind wirklich nur ganz wenige. Ich kann an einer Hand abzählen wie viele Abfalleimer wir, während unserer dreiwöchigen Rundreise, in ganz Japan gesehen haben.

2. Toilettenschuhe statt Hausschuhe & Hightech WCs

Wir kennen ja alle Hausschuhe. Die meisten von uns nutzen diese gerne im Winter, wenn die Böden in den Wohnungen etwas kälter sind. Schuhe werden in Japan grundsätzlich vor der Wohnung ausgezogen, da sie als unrein gelten. Man möchte den Wohnraum niemals mit Straßenschuhen betreten. Auch in manchen Restaurants ist es nicht unüblich gebeten zu werden die Schuhe auszuziehen.

In Japan gibt es grundsätzlich keine Hausschuhe. Nein, Japaner verwenden hingegen spezielle Toilettenschuhe, die sie nur während des Aufenthalts am WC tragen. Wenn du also Pantoffeln in deinem Hotel findest, sind diese ziemlich sicher für die Toilette bestimmt und nicht für das restliche Hotelzimmer.

Apropos WCs, nun kommen wir auch schon auf die nächste der Kuriositäten in Japan zu sprechen: Hier gibt es richtige Hightech Toiletten. Beheizte Klobrillen und inkludierte Bidets für ein sauberes Gesäß. Der Wasserstrahl ist angenehm warm und man kann sogar den Druck des Wassers einstellen. Zum Übertönen von etwaigen Geräuschen gibt es zudem interessante Klänge wie Vogelgezwitscher. Zugegeben, bei den vielen Zeichen und Knöpfen ist es nicht immer einfach zu verstehen welche Funktion der jeweilige Knopf hat. Am besten man probiert alle aus.

Was wir im Übrigen richtig cool finden: Vor jeder öffentlichen Toilette in Japan findet man einen „Toilettenplan“ – eine Art Grundriss der WC-Anlage, auf dem Waschbecken, Behindertentoiletten und Wickelräume eingetragen sind. Sowas könnten wir doch glatt in Europa auch einführen.

Und wusstest du, dass wasserdichte Handys in erster Linie entwickelt wurden, weil die meisten Japaner ihre Mobiltelefone sogar mit unter die Dusche nehmen?! Tja, in Japan gibt es tatsächlich nichts, was es nicht gibt.

3. Love Hotels – Stundenhotels als Rückzugsorte & Kuschel-Cafés für Singles

Love Hotels?! Genauer gesagt Stundenhotels! Diese gibt es überall im Land mit verschiedensten Designs: Modern, romantisch und oft auch unglaublich kitschig, mit speziellen Themen wie beispielsweise Hello Kitty oder Superhelden.

Das klingt erstmals absurd, ist aber in Japan eine wirklich gängige Praxis. Da japanische Apartments sehr klein sind und obendrein dünne Wände haben, werden Stundenhotels gerne als Rückzugsorte genutzt. Junge Pärchen, die noch bei ihren Eltern wohnen oder auch Paare, die ungestört Zweisamkeit genießen wollen, besuchen diese Hotels. Die wenigsten Besucher mieten hier ein Zimmer um eine Affäre zu verheimlichen.

Love Hotels können stundenweise oder auch für die gesamte Nacht gemietet werden und sind oft günstiger als herkömmliche Hotels. Der Preis schwankt je nach Uhrzeit und Dauer – es ist sogar möglich ein Zimmer für lediglich 30 Minuten zu mieten. Die Bezahlung erfolgt üblicherweise vorab auf sehr diskrete Art und Weise. Kunde und Rezeptionist sehen sich dabei nicht direkt von Angesicht zu Angesicht, sondern werden durch ein Milchglas getrennt. Dieses hat lediglich eine kleine Öffnung für die Hände. Der Eintritt ist nur für Personen über 18 Jahren erlaubt.

Wer keinen Partner hat, kann in ein „Kuschel-Café“ gehen. Alleinstehende Personen, die sich nach körperlicher Nähe (ohne sexuelle Interaktion) sehnen, können in derartigen Cafés, gegen Bezahlung, einen Partner zum Kuscheln mieten. Das Konzept gibt es für sowohl für männliche als auch weibliche Singles. 2012 wurde das kuriose Konzept entwickelt und das erste Kuschel-Café in Japan eröffnet. Viele derartige Cafés gibt es in Japan jedoch nach wie vor nicht.

4. Themencafes: Maid Cafés, Cat Cafés und andere Kuriositäten

Du hast bestimmt schon von Kuriositäten wie Maid Cafés und anderen Themen Cafés in Japan gehört. Wie bereits anfangs erwähnt, gibt es in Japan nichts, was es nicht gibt. In Maid Cafés (oder Butler Cafés) trägt das Servicepersonal ein auffälliges Kostüm. Für männliche Kunden gibt es Kellnerinnen verkleidet als Dienstmädchen, Krankenschwester und ähnliches. In den Cafés muss man allerdings zusätzlich zu den bestellten Getränken und Speisen, eine Service Charge von mehreren hundert Yen bezahlen.

Außerdem gibt es in Japan eine weitere Attraktion: Streichelcafés in allen Variationen. An unserem ersten Tag in Tokio, landen wir bei der Suche nach einem Kaffee, zufällig in einem Hamster Café. Die freundliche Kellnerin erklärt uns daraufhin sofort das Konzept und zeigt uns die Preisliste.

Diese Art von Kaffeehäusern gibt es in Tokio kreuz und quer verteilt über die ganze Stadt. Dabei gibt es ganz interessante Konzepte wie Katzen Cafés, Hamster Cafés, Eulen Cafés, Igel Cafés und sogar Reptiliencafés. Die Tiere dürfen für eine bestimmte Zeit angegriffen und gestreichelt werden, während man im Café sitzt, einen Snack genießt und entspannt. Wer die Tiere nicht streicheln möchte, kann sie auch nur ansehen. Abgerechnet wird meistens pro 10, 20 oder gar 30 Minuten.

5. Japaner essen selten Sushi

Eine der überraschendsten Erkenntnisse für uns ist: Japaner essen selten Sushi! Was?! Vorab zu unserer Reise hatte ich immer die Vorstellung, dass in Japan viel Sushi gegessen wird. Tatsächlich aber verzehren die Japaner Sushi meist nur zu besonderen Anlässen – etwa einmal im Monat oder gar seltener. Außerdem: Sushi ist in Japan sehr teuer, man bezahlt durchschnittlich €2-4 pro Stück. Dennoch sollest du in Japan unbedingt authentisches Sushi probieren. Geschmacklich lässt es sich kaum mit unseren Sushi, das wir in Europa kennen, vergleichen.

Was wir übrigens auch gelernt haben: Japanerinnen essen während der Schwangerschaft kein Sushi.

In Wirklichkeit bilden Ramen (Suppen) die Basis der japanischen Küche. Diese findet man auch an jeder Straßenecke. Es gibt unzählige Ramen-Bars.

6. Früchte als Luxusgüter in Japan

Lust auf Früchte? Das kann in Japan ziemlich kostspielig werden. In bestimmten Obst-Boutiquen findet man schön verzierte Früchte zu sündhaft teuren Preisen. Sie gelten in Japan als beliebte Geschenke zu besonderen Anlässen. Erdbeeren werden in Japan sogar gerne anstelle von Pralinen verschenkt. Das Obst sieht derartig perfekt aus – es hat keine einzige Delle. Fast könnte man meinen, es sei nicht echt. Früchte in Japan zählen für uns zu den absoluten Kuriositäten!

Das ist bei diesen Preisen wenig verwunderlich: Eine Melone für fast €90 und €100 für eine Tasse Erdbeeren? Oder eine einzeln verpackte Erdbeere für stolze 12€? Wow! So etwas absurdes habe ich tatsächlich nirgendwo sonst auf der Welt gesehen. Halte bei deinem Besuch in Japan (und speziell in Tokio) unbedingt Ausschau nach derartigen Frucht-Boutiquen.

Und auch abseits dieser Frucht-Boutiquen ist das Obst in Japan sehr hochpreisig. Ein Apfel kommt auf mindestens 2€. Bananen sind die günstigsten Früchte, die wir in Japan finden. Der Preis beläuft sich auf etwa 1,2€ – pro Stück. Erdbeeren findet man fast ausschließlich einzeln verpackt zu mindestens 3€ pro Stück. Auf einem lokalen Markt finden wir verschiedene Fruchtboxen, die etwa alle jeweils €20 kosten – teilweise bestehen sie aus nur sechs Orangen oder einem kleinen Fruchtmix..

Falls du dich jetzt fragst warum genau Obst in Japan derart überteuert ist, dann ist das relativ leicht zu beantworten: Japan importiert verhältnismäßig wenige Lebensmittel aus dem Ausland, weshalb hier eine gewisse Knappheit herrscht. Darüber hinaus ist die landwirtschaftliche Nutzfläche sehr begrenzt, da ein Großteil, sprich etwa 70% der Fläche Japans aus Bergen (bzw. Gebirgen) besteht. Der Fokus der japanischen Bauern liegt hier nicht auf Massenproduktion und Quantität, sondern auf Qualität. Man möchte möglichst makelloses Obst verkaufen, das nicht nur perfekt aussieht, sondern auch ausgezeichnet schmeckt.

7. Fake Food in der Auslage der Restaurants

Die Bevölkerung in Japan besteht zu 99% aus Japanern. Aber: Trotz Speisekarten, die nur auf japanisch verfasst sind, musst du dir um das Essen wirklich keine Sorgen machen. Vor nahezu jedem Restaurant werden sämtliche Gerichte der Speisekarte in der Auslage aus Plastik ausgestellt. Darunter steht meistens auch der Preis ausgeschrieben. Das sogenannte „Fake Food“ ist für uns eine der interessantesten Kuriositäten in Japan.

Der japanische Ausdruck dafür ist „Shokuhin-Sanpuru“ und bedeutet übersetzt „Lebensmittelbeispiel„. Die Imitate werden aus Wachs oder Kunststoff hergestellt. Die perfekte Nachahmung erfordert viel Fingerspitzengefühl und ist durchaus harte Arbeit. Eine derartige Ausbildung dauert etwa drei Jahre. Einzelne Traditionsbetriebe, wie beispielsweise Ganso Sample-Ya, bieten sogar spezielle Kurse für Interessierte an, wo man erfährt wie genau eine Speise nachgebildet wird.

Das perfekt imitierte Fake Food ist inzwischen so gut, dass es sich optisch kaum noch von echten Speisen unterscheiden lässt. Man bekommt ein Gericht serviert, das haargenau so aussieht, wie das ausgestellte Kunststoffimitat. Besonders viel Raum für Sonderwünsche gibt es zwar nicht, aber immerhin weiß man genau, was man erwarten kann. Wir, als Touristen finden das ziemlich praktisch.

8. Getränke, Essen & Erotikware – aus dem Automaten

Eine der nächsten Kuriositäten in Japan sind die vielen Automaten. Rund 5,5 Millionen Automaten soll es in Japan insgesamt geben. An diesen Automaten erhält man beispielsweise Getränke, die sogar heißen Kaffee zur Auswahl haben. Da wir sowas aus Österreich nicht kennen, sind wir schlichtweg begeistert. Diese Getränkeautomaten findet man regelrecht an jeder Ecke – und das im ganzen Land.

Für ein schnelles Essen zwischendurch gibt es unzählige Automaten, bei denen man auch warme Gerichte bekommt. Oder Ramen-Automaten, bei denen man verschiedene Suppen und andere Hauptspeisen per Knopfdruck bestellen kann. Serviert wird das Essen allerdings von einem Koch.

Außerdem findet man auf den Straßen sogar Erotik-Automaten für Mann und Frau. Was hier genau verkauft wird, wissen wir leider selbst nicht so genau. Nachträglich hätten wir uns gewünscht etwas aus den besagten Erotik-Automaten gekauft zu haben.

9. Trinkgeld zu geben gilt in Japan als absolut unhöflich

Trinkgeld zu geben gilt in Japan als absolutes Fauxpas. Aber warum ist das eigentlich so? Japaner sind der Meinung, dass das Service jederzeit ausgezeichnet sein sollte und der Kunde daher immer zufrieden das Restaurant oder die Bar verlassen sollte. Das Service ist demnach immer im Endpreis enthalten. Hinterlässt man also Trinkgeld in Restaurants, kann es sogar passieren, dass die Kellner den Gästen nachlaufen, um das vermeintlich vergessene Restgeld zurückzugeben. Uns ist das tatsächlich in einem Lebensmittelgeschäft passiert, in dem wir das Wechselgeld gelassen haben. Japaner sind in dieser Hinsicht sehr korrekt.

Beim Zimmerservice kann grundsätzlich Trinkgeld gegeben werden – erwartet wird es jedoch nicht. Hierfür sollte das Geld in einen Umschlag gegeben und explizit beschriftet werden für wen es vorgesehen ist (die Anschrift „Zimmerservice“ reicht aus). Wenn das Geld ohne Kuvert liegengelassen wird, könnten die Japaner fälschlicherweise glauben, dass es vergessen wurde und es daher unbedingt zurückgegeben werden muss.

Selbst in Bars wird kein Trinkgeld gegeben. Stattdessen zahlt man meist auch für kleine Bars (vor allem in Tokio) eine sogenannte „Cover charge“ von 500-1000 Yen, zusätzlich zu den Preisen der Getränke.

10. Japaner können nicht „Nein“ sagen

Dass Japaner sehr disziplinierte Menschen sind, wissen die meisten vermutlich. Dass das Wort „Nein“ in Japan kaum verwendet wird, wissen viele jedoch nicht. Der Ausdruck „Nein“ gilt als sehr stark abweisend. Daher wird das Wort in der japanischen Sprache kaum benutzt. Japaner wollen ihrem Gegenüber möglichst höflich begegnen und versuchen daher immer das „Nein“ möglichst schonend und positiv auszudrücken. Sie reden also lieber drum herum, um das direkt ablehnende Wort „Nein“ zu vermeiden. Beispielsweise würde man einem Geschäftspartner sagen dass man „über die Angelegenheit oder das Angebot nachdenken möchte“, anstatt es ausdrücklich abzulehnen.


Wir finden es toll all diese besonderen und ein wenig verrückten Fakten über Japan kennenzulernen. Warst du bereits im Land der aufgehenden Sonne? Welche Kuriositäten in Japan haben dich begeistert? Was hat dich verwundert oder gar abgeschreckt? Hinterlasse gerne einen Kommentar!

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