Safari Sabi Sands Game Reserve Südafrika Erfahrungsbericht

Südafrika Safari im Sabi Sands Game Reserve – Erfahrungsbericht

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Die Krönung einer Afrika Reise ist eine Safari Erfahrung. Safaris sind allerdings sehr teuer und wenn ich teuer sage, dann meine ich auch WIRKLICH teuer. Tatsächlich gibt es Luxus-Safaris wo man pro Nacht mit einen vierstelligen Euro-Betrag rechnen muss. Da die Reise nach Südafrika unsere Hochzeitsreise ist, wollen wir eine Safari-Erfahrung keineswegs missen. Aber lohnt es sich dafür so viel Geld auszugeben? Diese Frage sowie allgemeine Informationen über eine Safari, speziell im Sabi Sands Game Reserve (im südlichen Teil des Kruger Park Südafrika) möchte ich in diesem Erfahrungsbericht beantworten. Einen kurzen Überblick über unsere gesamte Reise nach Südafrika gibt es im separaten Artikel.

Mein letztes Safari Erlebnis vor der Erfahrung im Sabi Sands Game Reserve war in Maasai Mara zur Zeit der Great Migration, wo tausende Gnus und Zebras von Serengeti (Tansania) in den Norden nach Maasai Mara (Kenia) wandern. Sabi Sands Game Reserve ist hingegen eine ganz andere Erfahrung.

Allgemeine Informationen über das Sabi Sands Game Reserve

Im Kruger Nationalpark gibt es (im Gegensatz zum Massai Mara Naturschutzgebiet) keine Migrationen – die Tiere leben dauerhaft hier. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von ca. 20.000 m², was etwa ein Viertel der Fläche Österreichs entspricht. Der Park ist somit riesig und die Tiere verteilen sich auf die gesamte Fläche. Man sieht kaum Herden, sondern vielmehr einzelne Tiere.

Sabi Sands Game Reserve ist ein Luxus Privatreservat im südlichen Teil des Kruger Nationalparks. Das Naturschutzgebiet ist ein exklusives Gebiet zur Tierbeobachtung. Vor allem Wildkatzen leben in diesem Teil des Parks. Die Tiere können sich im gesamten Kruger-Gebiet uneingeschränkt bewegen. Das Game Reserve ist jedoch nur den Gästen der Luxusressorts vorbehalten, andere Besucher des Kruger Nationalparks haben keinen Zutritt zum Park.

Die Pirschfahrt im Detail

Der klassische und angenehmste Weg um wilde Tiere zu beobachten, sind sogenannte Game Drives in einem offenen Jeep mit einem ausgebildeten Ranger und einem Spurenleser, dem Tracker. Tracker haben ein außerordentlich gutes Gespür und erkennen Tiere aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern, wo wir nur Gebüsche und Bäume sehen. Sie sind derartig gut geschult, dass sie auch kleine Buschbewohner wie Chamäleons, in der dicht bewaldeten Landschaft aufspüren können.

Morgen-Safari

Um 05:00 Uhr läutet das Telefon und wir werden für die erste Ausfahrt geweckt. Zuerst gibt es noch einen Kaffee bevor es um 06:00 Uhr losgeht. Zu Sonnenaufgang sind die Tiere besonders aktiv, die frühen Morgenstunden eignen sich daher am besten für eine Safari.

Nach etwa einer halbstündigen Fahrt entdeckt unser Tracker die erste Spur – ein Nashorn scheint in unmittelbarer Nähe zu sein. Die Spannung steigt! Unser Ranger verfolgt die Spur und wir sehen das Nashorn wenige Minuten später vor uns. Nashörner stehen unter besonderem Schutz und dürfen nicht mit genauen Koordinaten fotografiert und online getaggt werden.

Bei den Game Drives kommunizieren die Ranger laufend per Funkkontakt miteinander um schneller Tiere zu finden. Wird ein Tier gesichtet, dann dürfen die Ranger die offiziellen Straßen verlassen und querfeldein zu den Tieren zufahren. In privaten Game Reservaten gibt es in dieser Hinsicht keine Beschränkungen.

Die Safari Jeeps sind alle ganz offen, was vermutlich etwas beunruhigend klingt, allerdings kein Grund zu Sorge sein muss. Die Tiere nehmen das Auto als Ganzes wahr, die Insassen selbst werden also gar nicht wahrgenommen.

In privaten Reservaten dürfen jeweils nur drei Safari Jeeps gleichzeitig zu einem Tier bzw. einem Rudel zufahren um die Tiere nicht zu belästigen. Sobald man sich in unmittelbarer Nähe eines Tieres befindet, muss der Motor des Autos abgeschaltet werden. Außerdem muss der Abstand zu den Tieren immer gewahrt werden.

Safari als Zoologie Unterrichtsstunde

Während der Pirschfahrt erzählt der Ranger viel über die unterschiedlichen Tiere. So erfahren wir beispielsweise, dass Flusspferde besonders aggressiv sind und jährlich die meisten menschlichen Todesopfer fordern!

Hyänen sind eine der erfolgreichsten Jäger unter den Raubtieren der Savanne – weit vor den Löwen, den größten Raubtieren Afrikas. Hyänen ähneln optisch zwar eher Hunden, stammen tatsächlich jedoch von Katzen ab. Zudem stehlen die Raubtiere auch gerne mal die Beute ihrer Konkurrenten, wenn diese nach einer Jagd erschöpft sind… Wer hätte das gedacht?

Nach etwa drei Stunden halten wir im Busch an. Der Ranger klappt einen kleinen Tisch aus dem Jeep hervor und serviert uns heißen Kaffee und dazu ein paar Snacks.

Was sind eigentlich die Big Five und warum werden sie so genannt?

Ein Game Drive dauern normalerweise etwa drei Stunden. Unser erster Tag ist ein absoluter Erfolg und wir sehen sogar alle Big Five bei unserer allerersten Ausfahrt. Zu den Big Five zählen übrigens Elefanten, Nashörner, Wasserbüffel, Löwen und Leoparden. Der Name entsprang (traurigerweise) aus der Großwildjägerei, da diese fünf Tiere besonders schwer zu jagen waren.

Bei sehr erfolgreichen Tiersichtungen wird die Fahrt übrigens nicht abgebrochen. So dauert unsere erste Pirschfahrt gleich über vier Stunden bevor es zum Frühstück zurück in die Lodge geht.

Bush Walk & Abendsafari

Nach dem Frühstück gibt es die Möglichkeit an einem Bush Walk teilzunehmen und ohne fahrbaren Untersatz durch den Nationalpark schlendern. Dies erfolgt ausschließlich mit einem bewaffneten Ranger, der sich im Gelände gut auskennt! Hier liegt der Fokus nicht auf dem Beobachten wilder Tiere, sondern auf der Pflanzenwelt. Wir lernen auch viel darüber wie Tracker Spuren lesen.

Um 16:30 Uhr beginnt die nächtliche Ausfahrt genannt Evening Safari. Sobald die Sonne untergeht und es dunkel wird, ist allerdings Vorsicht geboten. Nun kommen spezielle Scheinwerfer zum Einsatz, um die Tiere nicht zu stören. Im Kruger Nationalpark darf man nach 19:00 Uhr nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein, in privaten Reservaten hingegen gibt es selbstverständlich keine zeitlichen Limits.

Kurz nach 19:00 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Lodge zurück. Für die Fahrt leuchtet der Tracker mit seinem Scheinwerfer den Weg ab und der Ranger beeilt sich nach Hause. Dort werden wir mit einem Fruchtcocktail und einem Heißgetränk empfangen.

Zum Abendessen sitzen wir gemeinsam im Freien – Fakeln und Kerzen zaubern hierfür eine ganz romantische Atmosphäre. Wir lassen den Abend mit einem alkoholfreien Sekt ausklingen.

Die optimale Vorbereitung auf einer Safari

Decke dich auch ausreichend mit folgenden Dingen ein:

Wasser! Das ist immer wichtig, denn eine Safari kann richtig lang dauern.

Mückenspray: Wir benutzen üblicherweise Nobite. Da ich schwanger bin, sprühe ich hauptsächlich meine Kleidung an und trage lange Sachen während der Safari, um Gelsenstiche so weit wie möglich zu vermeiden.

Sonnencreme: Auch an einem bewölkten Tag ist Sonnencreme ein absolutes Muss.

Kopfbedeckung: Egal ob ein Hut, ein Cappi oder ein Sonnenhut mit dem Fahrtwind.

Warme Kleidung und Regenschutz: So heiß die Nächte auch sein mögen, die Abende sind oft sehr kühl, sobald die Sonne untergegangen ist. Es ist nie verkehrt eine Jacke oder einen Regenschutz einzupacken.

Fernglas: Wenn du ein Fernglas hast, nimm es auf jeden Fall auf die Safari mit, denn oft verstecken sich die Tiere hinter Gebüschen oder Bäumen und so entdeckst du sie leichter.

Hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Trage helle Kleidung! Gelsen bevorzugen dunkle Kleidung und können auch durch die Kleidung durch stechen. Empfehlenswert sind beige, weiß und allgemein Pastellfarben.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass eine Safari eine wunderschöne Erfahrung ist, weil man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Wer sich allerdings ein Erlebnis wie in einem Dokumentarfilm erwartet, wo ein Löwe eine Antilope jagt, wird vermutlich enttäuscht werden. Sowas passiert natürlich schon, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich es Live mitzuerleben, wenn man ein mal auf Safari fährt. Dennoch zahlt sich dieses Erlebnis trotz der hohen Kosten wirklich aus. Falls du lieber mit dem eigenen Auto auf Safari gehen möchtest, kannst meine Erfahrungsbericht im Blogbeitrag über die Südafrika Selbstfahrer Safari im Addo Elephant Park hier lesen.

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